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Der Sinn des Lebens Textmarken: Vom Traum zur Wirklichkeit, Welchen Sinn des Lebens vermittelt die Religion?, Der natürliche Sinn des Lebens, Der Sinn des Lebens behinderter Menschen, Der introvertierte Sinn des Lebens, Wie kommen wir zu sinnvollen Zielen?, Wege aus der Sinnlosigkeit / Ausweglosigkeit, Literatur und Internet-Links Arm ist nicht der, dessen Träume nicht in Erfüllung gegangen sind. Arm ist der, der nie geträumt hat, sagte einmal der Architekt und Maler Friedensreich Hundertwasser. Dazu eine schöne Geschichte, die man in religiösen Kreisen in unterschiedlichen Varianten gelegentlich zu hören bekommt:
Die Wünsche sind der Samen, der in uns keimt. Unsere Wünsche sind das, was uns in Bewegung setzt. Unser Leben ist das, was unsere Gedanken daraus machen. (Marc Aurel, römischer Kaiser). Jeder weiß das. Vor allem jene, die dieses Wissen für sich nutzbar machen, indem sie mit Werbung Wünsche wecken oder versuchen die Mitarbeiter zu Höchstleistungen zu motivieren. Das sind jene "Engel", die uns ihre Wünsche verkaufen und damit unser Leben in bestimmte Bahnen lenken, so unserem Leben einen Inhalt, einen Sinn geben. Unsere ganze Wirtschaft beruht darauf. Und so lange das Verhältnis zwischen Geben und Nehmen in einem leistungsgerechten Verhältnis steht, ist dies auch ethisch nicht verwerflich. Wir sind ein Teil dieser Gesellschaft, nutzen deren Leistungen und müssen daher auch unseren Beitrag leisten. Ethisch bedenklich wird es dort, wo Leistungen versprochen werden, wie die Unsterblichkeit, die ewige Glückseligkeit, eine virtuelle Welt, unrealistische Zukunftsvisionen . . . Diejenigen, die diese "Leistungen" anbieten, geben damit ein Versprechen, das sie selbst nicht einlösen können. Auf Nachfrage wird dies selbstverständlich auch bestätigt. Aber in ihrem Selbstverständnis betrachten sich religiöse Organisationen als Werkzeuge einer höheren Macht und demgemäß vollziehen sie die angedrohten Strafen selbst, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Spätestens dann wird der Traum zum Alptraum und wir selbst werden zum Opfer der Wünsche. Es sind unsere unerfüllten Wünsche, die diese Gruppen mächtig gemacht haben.
Welchen Sinn des Lebens vermittelt die Religion? Wenn man in der Bibel nach dem Sinn des Lebens sucht, findet man diesen nur indirekt. Denn diese Frage hat damals niemand beschäftigt. Gott ist da eine Herrscherpersönlichkeit, der man demutsvoll entgegenzutreten hatte. Ein Abbild der damaligen sozialen Wirklichkeit. Aus meiner Sicht lassen sich da nur drei Sinngebungen indirekt erschließen: 1. Der Auftrag sich zu vermehren und über die Erde zu herrschen
2. die Einhaltung der Gebote / Gebete und Opfergaben. 3. Der Missionsauftrag. Der Punkt eins wird heute als Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung umgedeutet, denn der Raubbau an der Natur hat seine Spuren hinterlassen und bedroht unsere Lebensgrundlage. Wüsten breiten sich aus. Eine immer noch wachsende Bevölkerung zehrt die Ressourcen auf. Es droht eine Energiekrise. Der Punkt zwei bezieht sich auf das Gesetzbuch einer Hirtenkultur. Ein Beispiel ist die Schwagerehe (Deuternomium (5. Mose) 25,5 - 10). Wenn ein Mann kinderlos starb, war der nächste Verwandte verpflichtet, die Witwe zu heiraten (Leviratsehe). Die Schwagerehe war üblich, doch konnte man sie verweigern. Das hatte jedoch Rechtsfolgen, die in den Symbolhandlungen von Deuteronomium 25, 9 deutlich werden. Beim Verkauf eines Grundstücks zog man den Schuh aus und gab ihn dem Käufer (vgl. Rut 4,7). Wenn die Frau ihrem Schwager den Schuh auszieht, entzieht sie ihm den Erbbesitz ihres verstorbenen Mannes, der sonst an ihn fiele. Als Frau, der die Schwagerehe verweigert wurde, ist sie öffentlich entehrt. Durch Anspeien gibt sie die Ehrlosigkeit an den Schuldigen weiter. (Quelle: Die Einheitsübersetzung) Ein Mann konnte mehrere Frauen heiraten. Wenn es mit dem Nachwuchs bei der eigenen Frau nicht klappte, musste die Magd herhalten (Genesis (1. Mose) 16,1 - 16).
Die Regelungen aus diesem Kulturkreis waren nicht übertragbar. Bis auf wenige
grundsätzliche Regelungen hat sich nichts erhalten.
Der hier vorgegebene Sinn des Lebens ist auf das Überleben der Priesterschaft zugeschnitten. Ebenso wie der dritte Punkt: Der Missionsauftrag. Die katholische Kirche präsentiert ihren Gläubigen Heilige als Vorbilder. In der Regel Menschen, die ihr Leben dem Gebet und den frommen Werken gewidmet haben. Der gläubige Christ wird in diesem Sinn zur Nachfolge Jesu aufgerufen und damit zur Hingabe seines irdischen Lebens an eine höhere Macht, um das ewige Leben zu erlangen. Im Islam wird die Frage nach dem Sinn des Lebens ähnlich beantwortet. Die Theologin Hamideh Mohagheghi antwortete hierzu im ZDF-Freitagsforum (Juli 2007): "Der Sinn des Lebens besteht darin, dass der Mensch in der Zeit seines irdischen Lebens nach Ethik und Gebot Gottes lebt, seine Schöpfung bewahrt, den anderen achtet und sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzt." Eine rein religiöse Zielvorgabe. Auf meinen Hinweis, dass nicht religiöse Berufe in der Zielvorgabe nicht enthalten sind, antwortete Frau Hamideh Mohagheghi: "Die Berufe müssen nicht alle religiös sein. Der Beruf ist auch für den Verdienst des Lebensunterhaltes. Und das ist auch ein Gebet." Man könnte nun weitere Religionen untersuchen. Aber anhand dieser beiden Religionen kristallisiert sich schon ein Ergebnis heraus. Die Vorgabe der Religionen ist die Erfüllung religiöser Prinzipien. Der Lohn im Jenseits: Die ewige Glückseligkeit. Der Lohn hier und jetzt: Die Geborgenheit und das Gefühl zu jenen Auserwählten Gottes zu gehören. Im täglichen Leben ist Otto Normalverbraucher nur einer von Millionen, die Mikrobe Mensch auf dem Staubkorn Erde. Die Kirche vermittelt die Illusion einer kleinen überschaubaren Welt, einer Traumwelt, in der wir zu den Auserwählten Gottes gehören, die ständig mit dem Allerhöchsten in Kontakt stehen. Den Sinn des Leidens setzt die Religion in Beziehung zu ihrer Weltsicht, die bestimmt wird durch die Einfluss höherer Mächte. Man versucht dabei dem Leid einen religiösen Sinn zu geben.
Aus weltlichen Ursachen werden bei dieser Deutung geistige Ursachen. Diese Deutung verdeckt die eigentlichen Ursachen. Eine Krankheit, die durch eine Infektion verursacht ist, ist eben nicht die Folge einer sündigen Lebensweise. Eine Stoffwechselerkrankung, die genetisch bedingt ist und für die Betroffenen ein lebenslanges Handicap darstellt, kann man nicht als Aufruf Gottes verstehen sich zu besinnen oder als Prüfung des Glaubens. Da stellt sich sofort die Frage, warum Gott die Menschen so unterschiedlich behandelt. Es stellt sich die Frage nach Gottes Gerechtigkeit. Das Übel in der Welt war schon zu Zeiten eines Augustinus und eines Thomas von Aquin ein Problem. Atheisten argumentierten damals: "Wenn von zwei geraden Gegensätzen der eine unendlich ist, wird der andere erdrückt." Thomas von Aquin antwortet darauf: " . . . Nun wird beim Worte "Gott" das verstanden, dass er ein gewisses unendliches Gut ist. Wenn es also Gott gäbe, so würde man kein Übel finden. Man begegnet aber Üblem in der Welt." (Thomas von Aquin in Summe der Theologie I Seite 22) In der weiteren Argumentation zitiert Thomas von Aquin dann Augustinus. Augustinus wehrt sich im Enchiridion gegen dieses Argument: "Da Gott höchst gut ist, so würde er keineswegs etwas Übles bei seinen Werken zulassen, wenn er nicht so sehr allmächtig und gut wäre, dass er auch mit dem Üblen gut täte." (Thomas von Aquin Summe der Theologie I Seite 25) Dagegen spricht: Wenn das Leben eines Mitmenschen durch eine Mord beendet wird, dann gibt es für diesen Menschen im Diesseits keine bessere Zukunft mehr und für seine Familie in den meisten Fällen wohl auch nicht. Die Deutung des Leids als Folge des Sündenfalls macht die Handlungen zweier Menschen zu einem nachhaltigen kosmischen Ereignis, das die ganze Schöpfung beeinflusst. Hier werden die Handlungen einzelner Menschen überbewertet. Es wird eine Vererbung der Schuld angenommen, etwas, was heutigem Rechtsverständnis völlig widerspricht.
Der natürliche Sinn des Lebens Wie wir oben gesehen haben, sind es unsere Wünsche, die uns leiten und unserem Leben damit einen Inhalt, einen Sinn geben. Aber es waren nicht immer unsere eigenen Wünsche. Der natürliche Sinn des Lebens erschließt sich aus meiner Natur, nämlich meinen Wünschen und Fähigkeiten. Da ist u. a. der Wunsch zu Überleben (Ausnahmen bestätigen die Regel), der Wunsch nach Nahrung, der Wunsch nach Zufriedenheit, der Wunsch nach Abenteuer, der Wunsch nach Liebe, nach Sex, der Wunsch die Natur zu erkunden, der Wunsch nach Macht, der Wunsch nach Anerkennung . . . Hier spiegelt sich die ganze soziale Wirklichkeit wider, jeder Beruf, der nicht nur dem Lebensunterhalt dient, sondern gleichzeitig jene Berufung ist, die wir in uns entdeckt haben. Der religiöse Bereich ist da nur ein Teilbereich, der entstanden ist aus der Naturerkundung. Man wollte eben wissen, woher der Wind seine Kraft nimmt. Da sich der Wind nicht berechnen ließ, hat man angenommen, dass es sich um ein unsichtbares Wesen handelt. So hat man Naturgottheiten erfunden. In der Bibel sind noch Reste dieses Animismus enthalten. Wer die Bibel / den Koran unter Zugrundelegung des antiken Weltbilds liest, wird die Reste des Animismus erkennen. Mehr dazu siehe Gottesbild und Weltbild im alten Israel, Das Weltbild des Jesus von Nazareth, Der Koran, die Bibel und die Naturwissenschaft. Der natürliche Sinn des Lebens enthält alle Bereiche unserer sozialen Wirklichkeit, auch die negativen Seiten. Ein Sexualstraftäter folgt ebenfalls seiner Natur. Aber wollen wir unser Leben im Gefängnis verbringen? Wer der Sucht verfällt folgt auch seiner Natur. Nach meiner Lebensauffassung ist das Leben zu kostbar, um es ausschließlich mit Vergnügungen zu vergeuden. Was bleibt denn von solch einem Leben über den Tod hinaus? Eine Geschichte, die im Mülleimer der Geschichte landet.
Der Sinn des Lebens behinderter Menschen Vieles ist heute heilbar, aber die Medizin hat auch ihre Grenzen. Manche müssen mit der Behinderung leben lernen. Auch ein solches Leben kann seinen Sinn haben.
Aber was ist beispielsweise mit dem Menschen, der nicht die Möglichkeit hat, etwas für andere Menschen oder für
die Nachwelt zu schaffen? Etwa ein geistig behinderter Mensch? Ist sein Leben sinnlos und trostlos,
ein Leben, das nur aus dem Warten auf den Tod besteht. Geistige Behinderungen als Krankheit, als möglicherweise heilbaren Defekt zu sehen, ist eine Erkenntnis, zu der die Hirnforschung und die Psychoanalyse beigetragen haben, u. a. Sigmund Freud. Man kann den Wert eines Menschen nur in menschlichen Kategorien messen. Wer den Mitmenschen nur noch als Kostenfaktor wahrnimmt, muss sich nicht wundern, wenn man ihn selbst als Unmensch wahrnimmt. Auch das Leben eines Behinderten kann für ihn selbst wertvoll sein. Für Andere ist der geistig Behinderte eine Erfahrung und eine Aufgabe. "Die Aufgabe der Umgebung ist nicht das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben sich zu offenbaren", sagt Maria Montessori (geboren bei Ancona in Italien, lebte von 1870 – 1952). Sie studierte in Rom und war 1896 die erste promovierte Medizinerin Italiens. Nachdem Sie bei ihren Forschungen mit geistig behinderten Kindern festgestellt hatte, dass sinnliche Erfahrungen das Lernen fördern, setzte sie sich für dieses ‚sinnliche Lernen’ als Alternative zum damals üblichen Einpauken auch bei gesunden Kindern ein. Auch ein geistig Behinderter freut sich über sein Essen über die ihm entgegen gebrachte Zuwendung. Kein normaler Mensch würde ein Kind töten, nur weil es hilflos ist. Geistig Behinderte bleiben eben ihr ganzes Leben lang Kinder. Wir alle können nach einem Schlaganfall in diese Lage kommen. Wie in einem Theaterstück gibt es auf dieser Welt nicht nur die Akteure. Es gibt auch jede Menge Statisten und auch sie tragen zum Gelingen des Theaterstücks bei.
Der introvertierte Sinn des Lebens Das Leben ist unser einziger Besitz. Über alles andere verfügen wir nur mehr oder weniger. Wenn wir uns mit anderen vergleichen, dann werden wir immer Menschen sehen, die uns in gewissen Leistungen übertreffen. Aber wir werden auch immer Menschen finden, die weniger leisten können. Wir messen da einen relativen Wert. Aber ist nicht allein schon die Tatsache faszinierend, dass wir mit unserem Organismus über mehrere Billionen Zellen verfügen. Schätzungen gehen von etwa 25 Billionen Zellen aus. Genau gezählt hat dies wohl niemand. Ein gigantisches biochemisches System. Eine kleine Welt, die uns allein gehört. Yogis, Artisten, Gedächtniskünstler beherrschen dieses System. Es ist eine Art der Selbstverwirklichung.
Wie kommen wir nun zu sinnvollen Zielen? Dazu wieder eine Geschichte, die ich per E- Mail zugesandt bekommen habe (sinngemäß erzählt nach einem Zitat von Heinrich Böll).
Die Geschichte geht sicherlich etwas an der Realität der Fischer in Mexiko vorbei. Aber sie steht für zwei Lebensweisen. Entweder man lebt um zu arbeiten und dann später eventuell leben zu können oder man arbeitet , um zu leben. Wer immer nur so viel arbeitet, um seinen eigenen Bedarf zu decken und zusätzlich Sozialleistungen und die staatliche Infrastruktur in Anspruch nimmt, muss sich auch den Vorwurf gefallen lassen, eine asoziale Einstellung zu haben. Welche Ziele lohnt es sich überhaupt zu verfolgen? Unsere eigenen Spuren sind ja oft nach wenigen Generationen verwischt. Andererseits bauen wir alle auf den geistigen Fundamenten, die unsere Vorfahren errichtet haben. Folglich haben alle unsere Aktivitäten eine Wirkung, im positiven wie im negativen Sinne. Alles, was wir an Werten schaffen, trägt zum Erhalt der Gesellschaft bei. Jeder Schaden, den wir anrichten, hemmt das Wachstum einzelner Gruppen der Gesellschaft und stärkt dadurch das Wachstum anderer Gruppen der Gesellschaft. Aber Gewalt erzeugt auch Gegengewalt, die sich dann gegen uns selbst richtet. Wer meint, dass er die Welt mit einem Krieg verändern kann, der sollte bedenken, dass die Produkte, die heute aus den Büros, den Laboratorien und Fabriken kommen, die Welt mehr verändert haben als mancher Krieg. Wer sich unter diesem Aspekt seine Lebensplanung überlegt, der erkennt, dass er durch einen angerichteten Schaden auf Dauer nichts gewinnen kann. Wir können nur hoffen, dass unsere Nachwelt, unsere Kinder auf den Werken aufbauen, die wir hinterlassen. Wir werden nicht ewig leben. Nur ein Teil von uns wird weiterleben, nämlich die Werte und Werke, die wir geschaffen haben und die Kinder, die unsere Erfahrung weiter tragen und darauf aufbauen. Die "Bäume", die wir gesetzt haben, die bleiben. Welche Welt möchte ich verändern? In welcher Welt möchte ich leben? Das Universum werde ich mit Sicherheit nicht verändern. Da bin ich nur die Mikrobe auf einem Staubkorn innerhalb einer der vielen Galaxien. Diese Welt? Bleib auf dem Teppich! Selbst als Politiker oder Wirtschaftsboss ist man manchmal nur der Hampelmann der Anderen.
Ein Unternehmer bedient meist nur die Wünsche der Anderen. Auf dieser Welt muss sich jeder verkaufen, sagte mir einmal ein kleiner Bauunternehmer. Freilich hat der Unternehmer durch Werbung die Möglichkeit Wünsche zu wecken. Und wenn „seine Produkte“ gekauft werden, hat er den finanziellen Spielraum sich auch seine private Welt zu gestalten. Eine verlockende Vorstellung. Aber bin ich der Typ des "natural leaders", um den sich die Menge schart? Es ist nicht unbedingt Macht und Reichtum, die uns glücklich machen. Es ist die Welt, die wir uns schaffen, die Familie, die Freunde, die Kinder, die Natur. Das ist die Welt, in der wir leben, die wir mitgestalten können. Das Leben ist unser einziger Besitz, mit dem wir diese Welt in gewissen Grenzen nach unseren Wünschen gestalten können. Um nicht zu scheitern, muss man seine eigenen Fähigkeiten, aber auch seine eigenen Grenzen erkennen. Man kann mit jedem Hobby sein Geld verdienen, aber man muss mit Begeisterung dabei sein.
Wir sind uns alle ähnlich und doch auch verschieden und so ist es zu erklären, dass auch skurrile Interessengebiete ihre Liebhaber finden und sich vermarkten lassen. Der Wert des Menschen ist unabhängig davon, was er ist, was er kann und was er tut. Für irgend jemand kann dieser Mensch trotzdem wertvoll sein.
Alles hat den Wert, den man ihm gibt (Seneca). Es gibt viele Menschen, die einsam sind. Einsam inmitten einer Großstadt! Manche wollen die Ruhe der Einsamkeit. Für andere ist sie unerträglich. Gerade bei Frauen kann man beobachten, dass sie sich dann ein Haustier zulegen, dem sie ihre ganze Zuneigung schenken. Mehr zum Thema sinnvolle Ziele / Lebensplanung siehe das Kapitel "Zur Lebensplanung".
Wege aus der Sinnlosigkeit / Ausweglosigkeit Nicht erwiderte Liebe, finanzielle Probleme, ein zerstörtes Selbstbewusstsein lassen Probleme größer aussehen, als sie tatsächlich sind.
Oft sind kleine Probleme die Ursache einer Verzweiflungstat. Aber wir sind mit unseren Problemen nicht allein auf dieser Welt. Nicht jeder kann helfen. Aber oft hilft es schon mit anderen über ein Problem zu reden, sich die Ratschläge des Anderen anzuhören. Unter den vielen Lösungsansätzen, die man so erhält, kann auch eine brauchbare Lösung sein. Wir beurteilen eine Situation nach unserem beschränkten Wissen. Das Wissen einer Gruppe ist aber immer umfangreicher als unser eigenes Wissen. Und oft kämpfen andere mit dem gleichen Problem und haben schon Teilerfolge erzielt.
Die Erklärung eines Problems ist ein anderer Zugang zu dem Problem. Man gewinnt dabei jene Distanz, die eine Lösung möglich macht. Wenn man vor einem Berg steht, lähmt einen die Angst. Wenn man einen Berg aus der Distanz betrachtet, wirkt er bezwingbar. Eine andere Möglichkeit ist, eine Nacht darüber schlafen. Oft genügt das, um aus einer Sackgasse oder aus Denkblockaden heraus zu kommen. Wenn sich das Problem verschieben lässt, kann es auch helfen das Problem liegen lassen und andere Probleme bearbeiten. Unter Naturwissenschaftlern ist das Phänomen bekannt, dass die Lösung bei den drei großen B zu erwarten ist, Bett, Bus und Bahn (Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Psychologe und Neurologe). Man hat festgestellt, dass unser Gehirn, ohne dass uns dies bewusst wird, an einem Problem weiterarbeitet und zwar sogar effektiver als das Bewusstsein. Das Bewusstsein belegt ja nur einen kleinen Teil im Gehirn. Religiöse Menschen bezeichnen auf diese Weise gefundene Lösungen als Intuition. Die Naturwissenschaft hat uns mit ihren Experimenten und Messgeräten gezeigt, dass sich durch Interpretation all dieser Ergebnisse eine völlig neue Sicht der Dinge ergibt. Dinge bestehen aus Einzelteilen den Atomen, die nur durch Kräfte zusammengehalten werden. Wir haben mit den Messgeräten einen anderen Zugang zu dieser Welt gefunden. Aber hat im Grunde genommen nicht jeder seinen eigenen Zugang zu dieser Welt? Gerade im interreligiösen Dialog stellen wir doch fest, wie unterschiedlich Weltanschauungen sind. Wenn wir fragen, wie dieser oder jener zu seiner Sicht der Dinge gekommen ist, stellen wir fest: Der eine hat diese Bücher gelesen und ihnen vertraut, der andere jene. Wir alle sind also ein Opfer der Bücher, die wir gelesen haben. Also wiederum ein Opfer der Werbung? Wer sich einseitig informiert, läuft Gefahr zum Opfer zu werden.
Wir entscheiden aufgrund unseres Wissens. Das ist nicht immer gesichertes Wissen. Manches beruht auf Spekulation, falschen Schlussfolgerungen, Interpretationen, unbegründeten Behauptungen.
In Extremsituationen, bei Übermüdung, Eigensuggestion kommt es zu Sinnestäuschungen und nicht selten nutzen dies religiöse Führer. Man nennt dies dann geistliche Übungen, Exerzitien, Meditationen . . . Da wir nicht alles auf seinen Wahrheitsgehalt prüfen können, müssen wir uns fragen: Wie plausibel ist denn das, was uns da erzählt wird. Bei jenen naturwissenschaftlichen Ergebnissen, die auch für die Entwicklung technischer Geräte verwendet werden, ist der Fall klar. Hier hat sich die Theorie zumindest in der Anwendung bewährt, kann also nicht ganz falsch sein. Aber wie überprüft man den Wahrheitsgehalt einer Religion. Eine der Möglichkeiten ist der Wechsel der Perspektive. Ein Beispiel:
Mit dem Wechsel der Perspektive kann der Sinn einer Handlung hinterfragt werden. Viele unserer Probleme lösen sich auf, wenn wir sie anders bewerten. Wer keine Wünsche hat, der hat auch keine Sorgen, sagt Buddha. Begraben wir doch einfach jene Wünsche, die uns zur unerträglichen Last werden. Müssen wir denn immer eine Norm erfüllen. Wer ist schon normal? Ist jener Fußballer normal, der 90 Minuten hinter einem Ball her rennt? Sind jene Boxer normal, die sich gegenseitig ihre Fäuste ans Hirn donnern, bis sie wahnsinnig werden? Ist es normal sein Leben bei einem Autorennen oder in einem Krieg zu riskieren? Ist es normal, wenn jemand für ein Stück bemalter Leinwand Millionen bezahlt, nur um sich mit dem Namen des Künstlers schmücken zu können? Hören wir auf, uns mit anderen zu vergleichen. Jeder ist anders! Wir vergleichen da Äpfel mit Birnen. Wenn wir selbst mit unserer Leistung zufrieden sind, dann sind wir am Ziel unserer Wünsche. Mehr dazu siehe das Kapitel "Was tun bei Depressionen?". Das Leben ist unser wertvollster Besitz! Alles Andere ist ersetzbar. Wer nicht kämpft, hat schon verloren, lautet ein Spruch der Gewerkschaft. Die Diagnose Krebs wirkt auf viele wie ein Todesurteil und leider ist es dies häufig auch. Leben besteht auch aus Leiden. Aber es gibt auch Menschen die geheilt wurden.
Die Forschung an Embryonen und die vollständige Dekodierung des menschlichen Genoms, werden Steuerungsmechanismen zutage fördern. Wir werden lernen, Gene an- und abzuschalten, vielleicht sogar Körperteile zu regenerieren. Wenn wir uns, die in den Genen dieser Tiere und Pflanzen gespeicherte Information, verfügbar machen und unsere Kraft darauf verwenden, die Funktionsweise unseres eigenen Organismus zu verstehen, dann ist vielleicht der Cyclus aus Werden und Vergehen, dem wir momentan unterworfen sind, für uns kein unausweichliches Schicksal. Meine Hoffnung ist, dass es uns eines Tages gelingt den Alterungsprozess in einen Optimierungsprozess umzuwandeln. Mehr dazu siehe das Kapitel Das kleine 1x1 der Systeme. Aus dieser Sicht ist Sterbehilfe höchst problematisch, denn es geht ja darum den Selbstmord zu unterstützen. Natürlich kann jeder über sein Leben entscheiden. Aber ich würde mich nicht zur Verfügung stellen, wenn jemand mir erklärt, dass er nun aus dem Fenster springen will. Meine Befürchtung ist vor allem: Je mehr wir behaupten, dass das Leben alter, kranker oder behinderter Menschen nicht mehr lebenswert ist, desto mehr Pfleger wird es geben, die es geradezu als ihre Aufgabe ansehen, das Leben alter, kranker oder schwer behinderter Menschen gewaltsam zu beenden, sie von ihrem Leiden zu erlösen, selbst dann, wenn dies die Alten, Kranken oder Behinderten gar nicht wünschen. Wir sollten nicht nach Erlösung, sondern nach Lösungen suchen und die gibt es in den allermeisten Fällen.
Für mich ist das Leben mein einziger wirklicher Besitz und damit ein sehr hohes Gut. Es gibt immer wieder Phasen im Leben, wo jemand durch gesundheitliche oder sonstige Probleme depressiv wird. Aber damit muss man lernen umzugehen!!! Das Leben ist vor allem für jene trostlos, die sich dies einreden. Solange wir noch kämpfen können, besteht noch Hoffnung.
Unser Leben hat nicht nur für uns Bedeutung, sondern auch für andere. - . - . - . - .- .- . - . - . - . - .- .- . - . - . - . - .- .- . - . - . - Auf dieser Welt lebt keiner vergebens, der die Bürde des anderen leichter zu machen versucht.
"Vom Sinn des Lebens - Gedanken für Suchende" Autor Felix Leibrock, Verlag Rosenheimer, ISBN 3-475-53402-9
"Vom Sinn des Lebens - Wege statt Werke" Autor Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer (studierte Medizin und Psychologie), Verlag Schattauer, ISBN 3-7945-2563-9
"Die Frage nach dem Sinn des Lebens - und 199 Antworten" Autoren: Richard Kinnier, Jerry Kernes, Nany Tribbensee und Tina van Puymbroek, Verlag Knesebeck, ISBN 3-89660-231-4
Die Webseite von Rudolf Kuhr
Die Webseite des Philosophen Dr. Dr. Joachim Kahl
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