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Herr von Kreudenstein,
Sie mögen sich ja als Gralshüter modernster Weisheiten und Erkenntnisse
fühlen. Was Sie übers Internet und in Wurfsendungen verbreiten, ist jedoch
philosophisch weitgehend überholtes Zeug, sozusagen altes Gerümpel, das man
erkenntnistheoretisch höchstens noch unter der Kategorie CURIOSA aufbewahren
möchte.
Jedenfalls sind ihre philosophisch-theologischen Wiederaufbereitungs-Erkenntnisse weder das Papier wert, auf dem sie
gedruckt sind, noch den Strom, den man zur Verbreitung und Abrufung im
Internet benötigt.
Bleiben Sie da doch besser nicht dran!
Josef Hueber
Sender: josef.hueber@macnews.de
Herr Hueber,
>>Was Sie übers Internet und in Wurfsendungen verbreiten , ist jedoch
philosophisch weitgehend überholtes Zeug<<
Mit solcher pauschaler Polemik haben Sie noch kein einziges Argument
widerlegt. Wenn Sie hier besser sind als als der Theologieprofessor Hans
Schwarz, dessen Briefwechsel ich ja hier in vollem Umfang wiedergegeben habe, so
haben Sie hier Gelegenheit dies unter Beweis zu stellen. Normalerweise
beantworte ich reine Polemik nicht.
Mit freundlichen Grüßen
Dietrich Spreter von Kreudenstein
on 17.10.2001 20:22 Uhr Spreter von Kreudenstein shaped the electrons to
say
> Herr Hueber,
>
>>> Was Sie übers Internet und in Wurfsendungen verbreiten , ist
jedoch philosophisch weitgehend überholtes Zeug. Mit solchen pauschaler Polemik haben Sie noch
kein einziges Argument widerlegt.<<<
NEIN. WIRKLICH KEINE POLEMIK.
Vielleicht ein leicht abgeändertes Zitat ( dessen Urheber ich leider nicht mehr weiß), mit dem ich unseren Gedankenaustausch beenden möchte:
" 1 Dummer kann behaupten, was 10 Weise nicht widerlegen können."
Alles Gute für die philosophische Zukunft Ihres Verlages :-)
Josef Hueber
Lieber Herr Hueber,
>>1 Dummer kann behaupten, was 10 Weise nicht widerlegen können.<<
Das trifft nur für Bereiche zu, die außerhalb der Realität sind (vergangen,
zukünftig, metaphysisch ...). Darum geht es aber auf meiner Homepage nicht. Ein
Großteil der Homepage weist auf Widersprüchlichkeiten in den Aussagen der
Bibel hin. Ein anderer Teil beschäftigt sich mit Widersprüchen zur real
existierenden Welt.
Hier nur ein Ausschnitt, damit Sie sehen, dass ihr Argument hier nicht greift.
Jesus - ein Gläubiger der Legenden und des Weltbilds des alten Testaments
Matthäus 4:8
Wieder nahm ihn der Teufel mit auf einen ungewöhnlich hohen Berg und zeigte ihm
alle Königreiche der Welt und ihre Herrlichkeit.
Jesus, der dies seinen Jüngern berichtete, glaubte offenbar, wie die meisten
Israeliten seiner Zeit, daß man die Erde von einem hohen Berg überblicken
kann, was wegen der Kugelgestalt der Erde bekanntlich unmöglich ist.
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Die Stelle in Matthäus
4:8 wird gewöhnlich so interpretiert, dass hier Satan Jesus auf
jenem hohen Berg geistige Reiche versprochen hat. Satan wird
aber an anderer Stelle als Fürst dieser Welt beschrieben (Johannes
12:31) und er kann nur das versprechen, was er hat, nämlich
diese Welt. Und um jemand ein geistiges Reich zu zeigen, braucht
man ihn nicht in der Wüste auf einen hohen Berg zu führen.
Außerdem sagt Jesus in Johannes 18:36 "Mein Reich ist
nicht von dieser Welt". Also von einer anderen (geistigen)
Welt. Und in Matthäus 10:28 heißt es: Und fürchtet euch nicht vor denen, die den
Leib töten, doch die Seele nicht töten können; fürchtet euch
aber viel mehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der
Hölle. |
Auch seine Vorstellung vom Himmel entspricht dem alten Weltbild, wonach die Erde
auf einer Wasserfläche schwimmt, über die wie Käseglocken einige Himmelssphären
gesetzt sind, als Wohnort der Götter.
Lukas 10:18
Darauf sagte er zu ihnen: "Ich sah den Satan wie einen Blitz bereits aus
dem Himmel gefallen."
Markus 13:24-27 (Lukas 21:26)
In jenen Tagen aber nach jener Drangsal , wird die Sonne verfinstert werden, und
der Mond wird sein Licht nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen,
und die Kräfte, die in den Himmeln sind, werden erschüttert werden. Und dann
werden sie den Sohn des Menschen in Wolken mit großer Macht und Herrlichkeit
kommen sehen. Und dann wird er die Engel aussenden und wird seine Auserwählten
von den vier Winden her versammeln, vom äußersten Ende der Erde bis zum äußersten
Ende des Himmels.
So wie Jesus an das alttestamentarische Weltbild glaubte, so
glaubte er auch an die Legenden des alten Testaments und nutzt sie, um sich
selbst ins rechte Licht zu rücken.
Matthäus 24:38 (Lukas 17:26-27, 2. Petrus 2:5, 2. Petrus 3:5-6)
Denn geradeso wie die Tage Noahs waren, so wird die Gegenwart des Sohnes des
Menschen sein. Denn so wie sie in jenen Tagen vor der Sintflut waren: Sie aßen
und tranken, Männer heirateten und Frauen wurden verheiratet bis zu dem Tage,
an dem Noah in die Arche hineinging, und sie nahmen keine Kenntnis davon, bis
die Sintflut kam und sie alle wegraffte. So wird die Gegenwart des Sohnes des
Menschen sein. (siehe hierzu auch das Kapitel zur Sintflut auf meiner Homepage.
Eine andere Geschichte auf die Bezug genommen wird, ist die Geschichte von Jona,
die Geschichte eines unglücklichen Propheten. Bei einer Schiffsreise kommt sein
Schiff in einen Sturm und die Mannschaft beschließt dem Meer ein Menschenopfer
darzubringen. Das Los fällt auf Jona. Als Gläubiger lebt er in dem Bewußtsein
gesündigt zu haben und fügt sich in sein Schicksal. Aber die Geschichte geht
weiter: Ein großer Fisch verschlingt Jona und spukt ihn aber bald wieder aus.
Jona findet sich am Land wieder. Er glaubt nun ein Prophet zu sein und geht
schnurstraks nach Ninive und verkündet den Bewohnern: "Es sind noch
vierzig Tage, so wird Ninive untergehen" (Jona 3:4,Luther84). Die Bewohner
von Ninive sind beeindruckt und viele glauben Jona und opfern seinem Gott.
Schaden kanns nie, so sagen sich wohl die meisten. Und vierzig Tage sind schnell
vorbei. Aber Ninive geht nicht unter, sehr zum Verdruß von Jona. Trotzdem
findet er gleich eine Erklärung. Gott hat vielleicht seine Meinung über die
Bewohner von Ninive geändert. Jona wartet noch einige Zeit vergebens in einem
Haus, das er sich östlich von Ninive baut, auf den Untergang von Ninive.
(Anmerkung: Die Zeugen Jehovas übersetzen hier "Nur noch vierzig Tage, und
Ninive wird umgekehrt werden" und machen daraus einen doppeldeutigen
Spruch, den Jona falsch deutet. So entgehen sie der theologischen Problematik,
denn der allwissende Gott müßte auch wissen, wie er selbst entscheiden wird.)
Drei Tage und drei Nächte war Jona angeblich im Bauch des Fisches.
Seemannsgarn, orientalische Übertreibung? In den Zeiten als noch kleine
Fischerboote auf Waalfang gefahren sind, sind Matrosen von gewissen Walarten
tatsächlich verschlungen worden. Oft konnte man nur ihre Leichen bergen, aber
einzelne überlebten. In dem Buch "Science and Religion" von Dr.
Rimmer kann man einen Fall nachlesen, der als eidesstattliche Erklärung
niedergeschrieben wurde.
Eine Mannschaft war mit kleinen Booten vom Mutterschiff hinausgefahren, um Waale
zu harpunieren. Ein sehr großes Tier konnte harpuniert werden. Das Tier wurde wütend
und schoß auf eines der Boote zu. Das Boot kenterte und die Besatzung fiel ins
Wasser. Die Mannschaft schwamm auf das Mutterschiff zu. Das wütende Tier griff
aber erneut an, und ein Mann verschwand. Dieser Mann berichtete später unter
Eid, daß er auf einmal von einer mächtigen Welle ergriffen wurde, wonach es um
ihn herum plötzlich stockfinster und entsetzlich warm wurde. Er merkte wie er
glatte, elastische Wände hinabglitt, und nach einigen Sekunden landete er in
einem scharfen heißen Brei. Er versuchte sich zu befreien wurde aber schon
kurze Zeit später ohnmächtig. Das Tier konnte wenig später getötet werden.
Beim Aufschneiden fand man den vermißten Mann. Er lag bewußtlos da, lebte aber
noch. Seine Haut war gelb. Seine Augen und Ohren stark angegriffen. Es dauerte
mehrere Wochen, bis er sich wieder einigermaßen erholt hatte. Wenn Jona ähnliches
widerfahren ist, so hat er wohl bei den Zeitangaben etwas übertrieben. Aber
drei Tage und drei Nächte, das paßte natürlich in das Konzept der
Evangelisten Matthäus und Lukas (Matthäus 12:39-41; Lukas 11:29-32). Und wer
weiß schon, dreißig oder vierzig Jahre nach dem Tod des Wanderpredigers Jesus,
was dieser gesagt hat.
Gedanken
zur Lebensenergie
Mit dem Bau der ersten Dampfmaschine durch James Watt war es zum ersten Mal
gelungen die in Kohle gespeicherte Energie in einer Maschine umzusetzen, die
sich nun wie von Geisterhand getrieben bewegte. Aber im Unterschied zu den Wind-
und Wasserrädern, die Naturkräfte nutzten, war hier der Mechanismus der
Entstehung der Kraft, die das Rad bewegte leicht durchschaubar. Und im
Unterschied zu Naturkräften, war diese Kraft steuerbar, ja sogar berechenbar.
Man sprach auf einmal von der Leistung einer Maschine. Der Energiebegriff
tauchte auf.
Naturkräfte lagen bis dahin allesamt in der Verfügungsgewalt Gottes bzw.
seiner dienstbaren Geister. Nichts bewegte sich ohne göttliche Mitwirkung. Dies
lehrt die Bibel. Da war keine anonyme Naturgesetzlichkeit am Werk, sondern wenn
ein Sturm die See aufwühlte dann war dies Gottes Wille und wenn sein Sohn Jesus
dem Wind und dem Meer befahl sich zu legen, dann war dies ebenso Gottes Wille.
Markus 4:39 - 41
Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig und
verstumme! Und der Wind legte sich, und es entstand eine große Stille. Und er
sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben? Sie
aber fürchteten sich sehr und sprachen untereinander: Wer ist der? Auch Wind
und Meer sind ihm gehorsam!
Zwischen den Wellenbewegungen des Meeres und dem Wind sah man damals noch keine
Abhängigkeit. Deswegen befiehlt Jesus dem Meer und dem Wind. Für die
Wellenbewegung des Meeres machte man die Geister des Meeres verantwortlich zu
denen auch im Meer ertrunkene Seefahrer gehörten.
Hiob 26:5
Die Schatten drunten erbeben, das Wasser und die darin wohnen.
Psalmen 89:10
Du herrschest über das ungestüme Meer, du stillest seine Wellen, wenn sie sich
erheben.
Psalmen 33:7
Er hält die Wasser des Meeres zusammen wie in einem Schlauch und sammelt in
Kammern die Fluten.
Psalmen 74:13
Du hast das Meer gespalten durch deine Kraft, zerschmettert die Köpfe der
Drachen im Meer.
Psalmen 135:6
Alles, was er will, das tut er im Himmel und auf Erden, im Meer und in allen
Tiefen; der die Wolken läßt aufsteigen vom Ende der Erde, der die Blitze samt
dem Regen macht, der den Wind herausführt aus seinen Kammern;
Jona 1:15
Und sie nahmen Jona und warfen ihn ins Meer. Da wurde das Meer still und ließ
ab von seinem Wüten. Und die Leute fürchteten den HERRN sehr und brachten dem
HERRN Opfer dar und taten Gelübde.
Offenbarung 7:1
Danach sah ich vier Engel stehen an den vier Ecken der Erde, die hielten die
vier Winde der Erde fest, damit kein Wind über die Erde blase noch über das
Meer noch über irgendeinen Baum.
Auch Erdbeben sind gemäß der Bibel nicht einfach die Folge einer Verschiebung
von riesigen Platten die auf dem glühenden Erdkern schwimmen, sondern eine
Folge göttlichen Wirkens. Dies lehrt jedenfalls die Bibel.
Psalmen 29:8
...die Stimme des HERRN läßt die Wüste erbeben; der HERR läßt erbeben die Wüste
Kadesch.
Jesaja 29:5
Und plötzlich wird's geschehen, daß Heimsuchung kommt vom HERRN Zebaoth mit
Wetter und Erdbeben und großem Donner, mit Wirbelsturm und Ungewitter und mit
Flammen eines verzehrenden Feuers.
Joel 4,16
Und der HERR wird aus Zion brüllen und aus Jerusalem seine Stimme hören
lassen, daß Himmel und Erde erbeben werden.
Matthäus 28,2
Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn der Engel des Herrn kam vom
Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.
Offenbarung 8,5
Und der Engel nahm das Räuchergefäß und füllte es mit Feuer vom Altar und
schüttete es auf die Erde. Und da geschahen Donner und Stimmen und Blitze und
Erdbeben.
Auch wenn diese Sätze in der christlichen Glaubensgrundlage stehen, so haben
sie doch für viele heute keine Bedeutung mehr. Blitze lassen sich heute im
Labor erzeugen, da braucht man keinen Gott mehr zu bemühen. Für die meisten gläubigen
Christen greift Gott nur noch in das Naturgeschehen ein, um ein Wunder zu
wirken. Und eines dieser Wunder ist für viele Christen auch heute noch die
Entstehung und die Existenz des Lebens. Christen glauben an den Fortbestand
ihrer Persönlichkeit nach dem Tod. Diese Behauptung von der Existenz einer
unsterblichen Seele bedingt die Existenz einer metaphysischen Lebensenergie und
nur diese metaphysische Energie, so die Behauptung, macht Leben überhaupt möglich.
Um diese Behauptung naturwissenschaftlich zu untermauern, wird vor allem von
christlichen Fundamentalisten der zweite Hauptsatz der Thermodynamik zitiert und
in religiösem Sinne interpretiert.
Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik bezieht sich auf die Erfahrung, daß in
einem abgeschlossenen System die Prozesse im Inneren des Systems stets in einer
Richtung ablaufen, bis ein Gleichgewichtszustand erreicht ist. Wird zum Beispiel
in einen Behälter, der durch eine Trennwand getrennt ist links kaltes Wasser
und rechts heißes Wasser eingefüllt und man entfernt nun die Trennwand, dann
wird das warme Wasser sich abkühlen, während sich das kalte Wasser
gleichzeitig erwärmt. Dieser Vorgang geht solange weiter bis sich,
makroskopisch betrachtet, ein Gleichgewichtszustand eingestellt hat.
Mikroskopisch betrachtet nähert sich das System nur dem Gleichgewichtszustand,
aber das nur nebenbei.
Der umgekehrte Vorgang, nämlich daß das kalte Wasser sich weiter abkühlt und
das warme Wasser sich dadurch noch mehr erwärmt, findet in einem
abgeschlossenen sich selbst überlassenen System nicht statt. Man kann natürlich
eine Maschine bauen, die das leistet (etwa ein Kühlaggregat). In diesem Fall muß
aber Energie von außen zugeführt werden, um das Kühlaggregat zu betreiben,
das diesen Ordnungszustand herbeiführt. Dieses System ist dann nicht mehr
abgeschlossen, sondern offen, nämlich offen für die Energiezufuhr von außen.
Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik gilt aber, wie bereits gesagt, nur für
abgeschlossene Systeme.
Wenn der Ordnungszustand nicht dem Gleichgewichtszustand entspricht, muß man
erfahrungsgemäß immer Energie aufwenden, um den gewünschten Ordnungszustand
zu erreichen. In einem offenen System, wie der Natur, wechselt ständig das
Temperaturniveau (tagsüber Zufuhr von Sonnenenergie, nachts Abkühlung)
infolgedessen finden hier ständig Anpassungsprozesse statt.
Zur Quantifizierung der Vorgänge, die gemäß dem zweiten Hauptsatz der
Thermodynamik ablaufen, wurde von Rudolf Clausius (1865) der Begriff der
Entropie eingeführt.
Von Clausius selbst wurde der Begriff wie folgt beschrieben:
"Sucht man für S (die Entropie) einen bezeichnenden Namen, so könnte man,
ähnlich wie von der Größe U (der inneren Energie) gesagt ist, sie sey der Wärme-
und Werkinhalt des Körpers, von der Größe S sagen sie sey der
Verwandlungsinhalt des Körpers. Da ich es aber für besser halte, die Namen
derartiger für die Wissenschaft wichtiger Größen aus den alten Sprachen zu
entnehmen, damit sie unverändert in allen neuen Sprachen angewandt werden können,
so schlage ich vor, die Größe S nach dem griechischen Worte "tropae",
die Verwandlung, die Entropie des Körpers zu nennen. Das Wort Entropie habe ich
absichtlich dem Wort Energie möglichst ähnlich nachgebildet, denn die beiden
Größen, welche durch diese Worte benannt werden sollen, sind ihren
physikalischen Bedeutungen nach einander so nahe verwandt, daß eine gewisse
Gleichartigkeit in der Benennung mir zweckmäßig zu seyn scheint."
Unter Verwendung des Begriffs der Entropie lautet der zweite Hauptsatz der
Thermodynamik:
"Hat die Entropie eines abgeschlossenen Systems zu einem bestimmten
Zeitpunkt einen bestimmten Wert und treten späterhin Zustandsänderungen auf,
so bleibt die Entropie dabei konstant, sofern es sich um reversible (rückgängig
zu machende) Zustandsänderungen handelt, sie hat aber einen positiven Wert
(nimmt zu), sobald die Zustandsänderung auch nur einen irreversiblen
Teilschritt enthält."
Die Anwendung des zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik führt zu dem Schluß,
daß bei jedem sich selbst überlassenen physikalischen System von selbst eine
solche Energieverteilung eintritt, daß dabei diese, Entropie genannte Größe
anwächst, während zur gleichen Zeit die nutzbare Energie des Systems abnimmt.
In der statistischen Mechanik wird die Entropie als Wahrscheinlichkeitsaussage
definiert. L. Botzmann erkannte, daß sich selbst überlassene mechanische
Systeme (z. B. Gase oder mischbare Flüssigkeiten) dem statistisch
wahrscheinlichsten Zustand zustreben.
Ein Sonderfall sind Phasenübergänge (Übergang vom festen in den flüssigen
Zustand bzw. vom flüssigen in den gasförmigen Zustand) und Auflösung einer
chemischen Verbindung. Hierbei erhöht sich ebenfalls die Entropie um einen
materialabhängigen Betrag. Man spricht hier von der sogenannten
Fehlordnungsentropie.
Dies wird von religiösen Fundamentalisten häufig so interpretiert, daß ein
System von einem geordenten in einen ungeordneten Zustand übergeht. Hierbei muß
man sich jedoch daran erinnern, daß der zweite Hauptsatz der Thermodynamik für
geschlossene Systeme gilt. In einem geschlossenen System (zum Beispiel einer
ideal isolierten Thermoskanne) bleibt die Energie (Wärme) erhalten. Was sich ändern
kann ist nur die Verteilung der Energie.
Außerdem ist der feste Ordnungszustand (Kristallbildung) energetisch
niederwertiger als der flüssige oder der gasförmige Zustand. Die Natur begünstigt
also bei Abkühlvorgängen die Entstehung von geordneten Strukturen.
Ohne die Entropie gemäß ihrer Definition zu berechnen, kann man sagen, daß
sich lebende Wesen nicht im Gleichgewicht mit ihrer Umwelt befinden. Gemäß dem
zweiten Hauptsatz der Thermodynamik müßten sie also sich selbst überlassen
dem Gleichgewicht mit ihrer Umwelt zustreben.
Aber kommt hier der zweite Hauptsatz der Thermodynamik überhaupt zur Anwendung?
Lebewesen haben per Definition einen Stoffwechsel. Es handelt sich also nicht um
geschlossene Systeme. Der ständige Energieverlust durch die Abgabe von Wärme
wird bei Tieren ausgeglichen durch die Nahrungszufuhr. Bei Bakterien und Pilzen
treiben Gärungsprozesse das chemische Räderwerk. Bei Pflanzen sind es zum
einen Gärungsprozesse und zum anderen die Photosynthese, die das chemische Räderwerk
in Gang halten. Unsere Lebensenergie beziehen wir aus chemisch gespeicherter
Sonnenenergie, gespeichert in chemischen Verbindungen wie zum Beispiel Zucker.
Die Sonne sorgt auf unserem Planeten auch für einen
Temperaturbereich/Energieniveau, der/das zahlreiche biochemische Reaktionen ermöglicht.
Der zweite Hautsatz der Thermodynamik verbietet nicht chemische oder
physikalische Prozesse, durch die ein System von einem energetisch
niederwertigen Zustand in einen energetisch höherwertigen kommt. Er sagt nur,
daß dies nicht von selbst geschieht. Es muß in diesem Fall Energie zugeführt
werden.
Für die Vorstellung, daß diese Energie dem Organismus durch ein im
metaphysischen Bereich existierendes Wesen zugeführt wird, gibt es keine
Hinweise. Dieses Wesen müßte auch exakt synchron zu den biochemischen
Prozessen arbeiten, um die Zellen ständig neu zu beleben. Die Nahrungszufuhr wäre
dann überflüssig. Das elektrische Feld, das in der Umgebung eines Lebewesens
aufgebaut wird (von Esotherikern als Aura bezeichnet), ist eine Folge der
zahlreichen elektrochemischen Prozesse (z. B. Ionenaustausch in Nervenfasern)
die in einem Lebewesen ablaufen.
Mit freundlichen Grüßen
Dietrich Spreter von Kreudenstein
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