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Die Kritik an der Bibelkritik Anmerkung: Vorausgegangen ist dieser E-Mail ein Schriftwechsel, in dem ich Herrn Dr. S. eine aus meiner Sicht humorvoll / satirisch verpackte Kritik an der Taufe zugesandt habe (siehe das Kapitel "Mit allen Wassern gewaschen"). Diese Kritik war jedoch aus Sicht von Herrn Dr. S. sachlich ungenügend fundiert und für den Dialog ungeeignet, da die Position des Diskussionspartnern lächerlich gemacht wird. Ich habe daraufhin in den folgenden Monaten theologische Kommentare zum Thema Taufe durchgearbeitet und gestützt auf dieses Quellenmaterial das Kapitel "Kritische Anmerkungen zur Taufe" verfasst. Als ich dann in einer weiteren E-Mail Herrn Dr. S. auf das Kapitel "Der Koran, die Bibel und die Naturwissenschaft" aufmerksam gemacht habe, antwortete er mit dieser E-Mail. E-Mail von Dr. S. vom 8. 12. 2004 Sehr geehrter Herr Spreter von Kreudenstein! Sie sind ja wieder sehr produktiv. Danke für die Hinweise zu den entsprechenden Stellen auf Ihrer Homepage. Das Missionsengagement für Ihre Position üben Sie wirklich sehr engagiert aus. Kurze Rückmeldung, ohne in eine intensive Begründung einzusteigen (dafür sind unsere Positionen einfach zu diametral entgegengesetzt).
Ansonsten wünsche ich Ihnen gute Winterzeit. Ich persönlich freue mich sehr auf das Weihnachtsfest. Sie werden an diesen Tagen sicher arbeiten und sich nicht frei nehmen, da es für Sie echte Werktage sind. "Silvester" können Sie ja leider auch nicht feiern, weil das der Name eines Papstes ist, der an diesem Tag beim Gottesdienst gefeiert wird. Aber an "Neujahr" sind wir wieder beisammen. In diesem Sinne grüße ich Sie herzlich und wünsche Ihnen alles Gute, Ihr Florian S.
Sehr geehrter Herr Dr. S.! Vielen Dank für Ihre Antwort, die mir immerhin zeigt, wie die beiden Kapitel aufgenommen wurden und wo ich meine Argumentation anpassen muss. Geändert habe ich in diesem Fall die Einleitung zu dem Kapitel "Der Koran, die Bibel und die Naturwissenschaft". Im Text wurde noch ein weiterer Link auf das Kapitel "Gottesbild und Weltbild im alten Israel" hinzugefügt. Mit dem Hinweis auf das Kapitel "Aus der Trickkiste der Vertreter des Glauben" wollte ich darauf hinweisen, dass man alles, was in der Bibel oder dem Koran steht, mit den Mittel der Exegese rechtfertigen kann und Ihr Hinweis auf die Deutung des Psalm 19,5 zeigt dies ja auch. In diesem Kapitel werden Sie alle diese Argumente finden, einschließlich des Arguments von Kardinal Ratzinger, dass der Glaube sich eines Weltbilds bedient, aber nicht mit diesem identisch ist (siehe Teil 4 des Kapitels "Aus der Trickkiste der Vertreter des Glaubens"). Auch dies könnte man ja auf Psalm 19,5 antworten. Wenn man erkennt, dass alles zu rechtfertigen ist, dann stellt sich für mich die Frage, an welchen Wahrheitskriterien sich diese Buchreligionen überhaupt orientieren und damit stellt sich die Frage nach der Seriosität der Argumentation, die ich nicht gleichsetze mit der Seriosität der Person. Ich glaube Ihnen durchaus, dass aus Ihrer Sicht die Bibel Gottes Wort ist. Ich meine aber, dass man auch mir zugestehen muss, dass ich meine Zweifel daran habe und dies begründe mit der Art wie hier argumentiert wird. Ich könnte natürlich den Titel des Kapitels "Aus der Trickkiste der Vertreter des Glaubens" entschärfen, indem ich es umbenenne in "Zweifel an der Argumentationsweise" oder "Die Grenzen der Interpretation" nach dem Buchtitel von Umberto Eco (dtv-Verlag 1999 ISBN 3-423-30168-6), aber würde das Kapitel dann noch jemand lesen? Gedacht ist dieses Kapitel als Argumentationshilfe für Atheisten gegen christliche Fundamentalisten. Als Fundamentalisten bezeichne ich jene, die behaupten die Bibel / der Koran / . . . ist wahr! Dieses Buch wird allerdings von vielen falsch verstanden! In diesem Fall sind nämlich nicht mehr die von der Naturwissenschaft und Philosophie entwickelten Wahrheitskriterien das Fundament, sondern ein Buch das nur noch "richtig" interpretiert werden muss, im Grunde genommen aber gar nicht zur Diskussion steht. Zu Psalm 19,5: Ich meine, dass diese Stelle im historischen Kontext und damit im Kontext des damaligen Weltbilds gesehen werden muss. Dafür sprechen zahlreiche weitere Bibelstellen. Auch wenn man hier Hiob 26:7 "Er spannt den Norden aus über dem Leeren und hängt die Erde über das Nichts." als Gegenargument anführen kann. Die symbolische Auslegung kommt nicht in Betracht, da diese Stelle früher durchaus wörtlich verstanden wurde. Siehe die Deckengemälde in vielen Kirchen. Dies führt dann zu dem Argument von Kardinal Ratzinger, das auf eine Zweiteilung der Bibel hinausläuft. Man teilt die Bibel damit auf in wahren inspirierten Teil und einen historischen, wobei die Kirchenleitung dann jeweils festlegt welche Stelle vom Geist Gottes inspiriert ist. Nur kann man dann die Bibel nicht mehr uneingeschränkt als das Wort Gottes bezeichnen. Zum Niveau des Kapitels "Der Koran, die Bibel und die Naturwissenschaft": Ich gebe Ihnen recht, das das Niveau unter dem mancher anderer Kapitel auf meiner Webseite liegt. Ich habe mich in diesem Kapitel ausschließlich auf Zitate beschränkt, da es nicht ganz ungefährlich ist den Koran aus atheistischer Sicht zu kommentieren (siehe hierzu den auf dieser Webseite angegebenen Link auf die Ethik-Seite des bfg). Ich habe mich daher auf eine Gegenüberstellung der Buchreligionen mit den Ergebnissen der Naturwissenschaft beschränkt. Zu Prof. Lüdemann: Wenn man Beruf mit Berufung gleichsetzt, so haben Sie sicher recht. Man kann aber auch einen Beruf lediglich als Broterwerb betrachten. Prof. Lüdemann hat sich in einem anderen Vortrag dahingehend gerechtfertigt, dass man auch Marxismus lehren kann ohne Marxist zu sein. Ihre Vorstellung, dass Atheisten an Weihnachten / Silvester arbeiten, bedarf einer kleinen Korrektur. Atheisten feiern natürlich ebenfalls, zum Teil auch mit Weihnachtsschmuck und Atheisten essen ebenfalls gerne mal einen Elisen-Lebkuchen. Im Freidenkerverband, wo ich Mitte der achtziger bis Anfang der neunziger Jahre Mitglied war, gab es regelmäßig eine Jahresabschlussfeier mit Musik und satirischen Einlagen. Im Bund für Geistesfreiheit gab es im vergangenen Jahr eine Sonnwendfeier, was den ursprünglichen Sinn dieses Datums ins Gedächtnis ruft. Gefeiert wurde mit einem Essen bei romantischer Beleuchtung mit Musik aus dem CD-Player. Auch dieses Jahr ist wieder eine Sonnwendfeier geplant und für die aktiven Mitglieder gibt es am kommenden Freitag ein Essen in einer Gaststätte. Dazu sind auch Gäste aus anderen atheistischen Vereinen eingeladen. Es geht also auch bei der Konkurrenz fröhlich ins Neue Jahr. In der Hoffnung auf ein friedliches, gesundes und erfolgreiches Neues Jahr Dietrich Spreter von Kreudenstein Eines bescheidenen Mannes Rede verleiht der Wahrheit Wert und seiner Worte Mäßigung lässt seinen Irrtum entschuldigen.
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