Historische Fakten zu den "heiligen drei Königen"
Kaspar, Melchior und Balthasar


Das Evangelium nach Matthäus berichtet über Weise, die dem neugeborenen Kind Gold, Weihrauch und Myrrhe überbringen. In den Evangelien findet man jedoch weder Personenzahl noch die Namen der Sternendeuter. Fraglich ist insbesondere, ob es sich um einen einzelnen Stern gehandelt hat, denn wie will man einen einzelnen Stern exakt einem Haus in Bethlehem zuordnen. Wenn die Geschichte nicht von dem Evangelisten erfunden wurde, kann man daher nur vermuten, dass es sich vielleicht um ein Sternbild gehandelt hat, das Israel zugeordnet wurde, etwa das Sternbild der Fische. Die weitere Eingrenzung auf den Ort Bethlehem erfolgte dann gemäß den Prophezeiungen im alten Testament

Micha 5,1

Aber du, Betlehem-Efrata, so klein unter den Gauen Judas, aus dir wird mir einer hervorgehen, der über Israel herrschen soll. Sein Ursprung liegt in ferner Vorzeit, in längst vergangenen Tagen. (Matthäus 2,6)

Wenn die Sterndeuter sich bei einem bestimmten kosmischen Ereignis, etwa dem Erscheinen einer Supernova auf den Weg machten, muss außerdem die Reisezeit einkalkuliert werden. Und wie will man feststellen, dass ein Stern über einem Haus steht, wo die Sterne doch am Nachthimmel mit der Erddrehung wandern und Fixsterne wegen ihrr großen Entfernung über jedem Haus zu stehen scheinen. Lesen wir daher die Stelle in Matthäus 2,9-12 noch mal:

Matthäus 2,9-12
Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.  Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

"Und der Stern zog vor ihnen her und blieb dann dort stehen, wo das Kind war", heißt es da. Da im antiken israelitischen Weltbild Sterne mit Engeln bzw. Göttern gleichgesetzt werden (siehe Gottesbild und Weltbild im alten Israel), will Matthäus hier sagen, ein Engel ist vor ihnen hergezogen und hat ihnen den Weg gewiesen. In dem nächsten Vers heißt es dann "als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt . . . und sahen das Kind". . . Hier will Matthäus die Engelgestalt von Jesus hervorheben, wie dies auch die Offenbarung tut (siehe Offenbarung 22,16). 

Die Bezeichnung "Weise" stammt aus der griechischen Übersetzung. Das griechische Wort "magoi" (Magier) bezeichnete früher Mitglieder einer persischen Priesterkaste, die sich mit Sternenkunde und Astrologie befassten.

In frühgeschichtlichen Darstellungen schwankte die Zahl zwischen 2 und 12 Personen. Im 3. Jahrhundert zählte man schließlich drei, weil jeder ein Geschenk übergeben sollte (Gold, Weihrauch und Myrrhe) und in Anlehnung an das Alte Testament (Psalm 72 von Salomo) erhielten die Sterndeuter nun auch ihre Königskrone. Dieser Überlieferung der Geschenkübergabe folgend überbringt der Weihnachtsmann die Geschenke in einigen Staaten in der Nacht vom 6. zum 7. Januar. Der 6. Januar ist im christlichen Kirchenkalender Epiphanias (Epiphanie = Erscheinung (des Herrn)).

Getauft wurden die drei Gabenbringer wahrscheinlich vom Papst Leo I. (Kaspar = Schatzträger, Melchior = Lichtkönig, Balthasar = Gottesschutz). Aus dem 6. Jahrhundert sind Legenden mit den Namen der Three Kings bekannt, die nicht an der Krippe endeten. Einer von ihnen wird häufig als Schwarzafrikaner dargestellt. Als Vertreter verschiedener Völker, Hautfarben, Lebensalter symbolisieren sie in der Volksfrömmigkeit die Universalität der Weihnachtsbotschaft.

Zu den Schätzen des Kölner Domes zählt der Dreikönigsschrein mit den Gebeinen der Weisen. Die Reliquien wanderten über Konstantinopel und Mailand an die Rheinmetropole, wo sie am 23.07.1164 eintrafen. Übrigens: Eine Heiligsprechung hat es nie gegeben - richtig müsste man sie "Drei Heilige Könige honoris causa" nennen.

Verwendete Quellen:

http://www.engelchen.de/weisen/weisen1.htm

"Die heiligen drei Könige" eine Dokumentation der historischen Fakten von Giles Llewellyn-Thomas (deutsche Bearbeitung Barbara Puskas) in einer Sendung des ORF2 am 4.1.2005 um 20:15 Uhr.


Inhalt

Index

weiter