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Offener Brief eines Christen an einen Atheisten und die Antwort darauf Von evangelikalen Gruppen habe ich schon mehrfach ähnliche Briefe in Form einer Broschüre oder eines Comics erhalten. Die Internetvariante eines solchen Briefs (Quelle: http://www.evangelikal.de/fur_zweifler.html) macht die Übernahme einfacher. Im Grunde genommen sind alle diese Argumente von Atheisten längst widerlegt. Die Widerlegung ist auch an verschiedenen Stellen dieser Webseite zu finden. In der Antwort wird daher gelegentlich auf diese Webseiten verwiesen. Textmarken: Meine Antwort - Das Anfangsproblem - Ist das Leben zufällig entstanden? Verstand und Gefühle ein Ergebnis chemischer Prozesse? - Die Grundlagen atheistischer Ethik - Die Sinnfrage - Das Problem der Komplexität der Lebewesen - Die kleine Welt der Gläubigen Du bist Atheist. Du glaubst, es gibt keinen Gott. Du glaubst daher, daß alles von selbst entstanden ist. Der Kosmos entstand Deiner Meinung nach aus einem Urknall, das Leben aus zufällig gemischten chemischen Substanzen auf einem zufällig entstandenen Planeten, der Mensch als Ergebnis einer zufälligen Evolution. Daß Du existierst, ist daher ein bloßer Zufall. Dein Verstand und all
Deine Emotionen sind Deiner Ansicht nach nur das Ergebnis chemischer
Prozesse in Deinem Gehirn - ebenso wie Deine übrigen körperlichen Abläufe.
Als Atheist meinst Du letztlich, eine zufällige Ansammlung chemischer
Substanzen zu sein, die miteinander für einige Zeit reagieren, bis Dein
Stoffwechsel endet....Dein ganzes Leben ist nur von zufälligen Ereignissen
bestimmt. Ja, sogar noch mehr: Wenn wir nur ein Zufall sind und unser Leben
irgendein chemischer Prozeß, ist es doch eigentlich sogar bedeutungslos,
ob es uns gibt oder nicht. Welchen Wert hat der einzelne Mensch, wenn er
das Produkt irgendeines Zufalls ist? Welche Bedeutung sollte für einen
Atheisten, der sein Weltbild konsequent zuende denkt, also ein
Menschenleben haben? Daß Auschwitz und der Archipel Gulag von
atheistischen Ideologien ersonnen und durchgeführt wurden, kann eigentlich
nicht überraschen: Dort haben Menschen nichts anderes getan, als die
überkommene christliche Vorstellung vom Wert des einzelnen Menschen als
Schöpfung Gottes abzulegen.
Ich kann es total verstehen, daß Du skeptisch bist. Ich kann es verstehen, daß Du nicht von heute auf morgen Deine Meinung änderst. Aber Du müßtest als Atheist eigentlich nichts Dringenderes zu tun haben, als zu prüfen, ob nicht doch etwas anderes, weniger aussichtsloses die Wahrheit sein könnte. Aber merkwürdigerweise waren die meisten Atheisten, mit denen ich zu tun hatte, in glaubensmäßiger Hinsicht lethargisch und desinteressiert. Sie folgten einfach nur ihrer vorgefaßten Meinung, ohne diese hinterfragen oder auch nur ernsthaft begründen zu wollen. Es ist bequem, nicht nachzudenken. Wenn Du Dich aber aufmachst, mit ganzem Herzen nach Gott zu suchen, so gilt Dir die Verheißung Gottes aus Jeremia 29,13: “Und sucht ihr mich, so werdet ihr mich finden, ja, fragt ihr mit eurem ganzen Herzen nach mir, so werde ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR.” Gott ist wirklich da ! Ingmar
ich bin Atheist und, wie Du bei der Lektüre meiner Webseite siehst, ein Atheist, der sich intensiv mit der christlichen Argumentation auseinander gesetzt hat. Daher möchte ich Dir auch auf Deine Überlegungen antworten, wobei ich jeweils Dein Argument gekürzt wiedergebe. >>Du glaubst, dass alles von selbst entstanden ist?<< Ich gehe davon aus, dass die Materie und der Weltraum schon immer vorhanden waren. Du gehst davon aus, dass ein intelligentes und äußerst mächtiges Wesen wie Gott schon immer vorhanden war. Es steht also Behauptung gegen Behauptung. Wobei Du behauptest, dass ein intelligentes Wesen, wie der Mensch, auf keinen Fall ohne die Mitwirkung eines höheren Wesens entstanden sein kann. Du glaubst aber, dass ein intelligentes und äußerst mächtiges Wesen, wie Gott, schon immer da war. Das Anfangsproblem (von nichts kommt nichts) ist damit nicht gelöst, dass man behauptet es gibt einen Gott. Denn auch hier kann man fragen: Woher kam dieses Wesen. Die hier angebotene Problem-Lösung ist, wie so viele andere Problem-Lösungen aus dem religiösen Bereich, eine Scheinlösung. Das eigentliche Problem wird nur verlagert. Zum Thema Gottesbeweise siehe Link Religionskritik und dort die weiteren Links zu dem Kapitel "Gottesbeweise - Wege oder Irrwege zu Gott". >>Das Leben zufällig entstanden?<< Dazu muss man erst mal definieren, was Leben ist. Ich definiere Leben als ein sich selbst reproduzierendes chemisches System, das einen Stoffwechsel hat. Ein Virus ist demnach kein Leben, obwohl es vom chemischen Aufbau her durchaus Gemeinsamkeiten gibt. Die Frage, ob solch ein System zufällig entstehen kann, hat man in Modellversuchen auf dem Computer versucht zu beantworten. Die Frage kann unter gewissen Rahmenbedingungen mit ja beantwortet werden. Siehe den Link Evolution und dort den weiteren Link Emergente Organisationen sowie den Link Mathematische Betrachtungen zu komplexen Netzwerken. >>Der Mensch ein Produkt des Zufalls<< Ich glaube, dass alle Lebewesen auf diesem Planeten ein Produkt der Evolution sind, nicht ein reines Zufallsprodukt. Ein chemischer Prozess folgt immer den Eigenschaften der Reaktionspartner. Die Anordnung der Moleküle mag dabei beliebig (zufällig) sein. Die Moleküle dürfen nur nicht zu weit von einander entfernt sein. Wenn sie um ein nach außen begrenztes Reaktionszentrum herum in Bewegung sind, wird es irgendwann zu einer Reaktion kommen. Und das ist genau die Art und Weise wie in der Zelle Reaktionen gesteuert werden. Die Evolution selbst folgt auch gewissen Regeln. Mehr dazu siehe Mechanismen der Evolution. >>Dein Verstand und all Deine Emotionen sind Deiner Ansicht nach nur das Ergebnis chemischer Prozesse.<< Dazu muss man erst mal zur Kenntnis nehmen, dass Materie nicht nur "tote" Substanz ist. Materie hat einen Energieinhalt und Materie hat Eigenschaften, chemische Eigenschaften und physikalische Eigenschaften (Gravitation, elektrische Leitfähigkeit, Lichtdurchlässigkeit, . . .) und wirkt zum Beispiel durch die Gravitationskraft über den rein materiellen Bereich hinaus. Dabei entstehen durch chemische Reaktionen und auch durch das Zusammenspiel eines Materiesystems neue Eigenschaften. Zu diesen Eigenschaften gehört auch die Eigenschaft Informationen speichern und verarbeiten zu können, sonst würde kein Computer funktionieren. Wie diese Eigenschaft aus kleinsten Anfängen heraus entstehen kann, siehe unter dem Link Religionskritik das Kapitel "Dimensionen des Geistes", speziell "Teil 1". >>Begriffe wie “gut” und “böse”, für Atheisten alles relativ, subjektiv<< Ist denn die Ethik, die die Bibel anbietet ein brauchbares Fundament? Im Alten Testament ist die Sklaverei erlaubt, auch die Polygamie ist zumindest für Männer erlaubt, polygam veranlagte Frauen bezeichnet man dagegen als Huren. Im Tierreich ist übrigens Monogamie bei sozial lebenden Tieren selten. Mehr zum Thema "gut" und "böse" unter dem Link Religionskritik in dem Kapitel "Der Sündenfall - ein morscher Eckpfeiler des christlichen Glaubens". >>Allgemeingültigkeit ethischer Grundsätze - doch auf welcher Grundlage<< Der Mensch ist aufgrund seiner Entwicklung, von Ausnahmen abgesehen, ein Herdentier. Das setzt voraus, dass er andere Menschen als seinesgleichen erkennt (keine Selbstverständlicheit!). Es setzt weiterhin voraus, dass er gelernt hat mit seinesgleichen nonverbal und verbal zu kommunizieren, sich zu einigen, Gewalt zu vermeiden. Erst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann man aufbauend auf der gemeinsamen Gefühlswelt ein Rechtssystem aufbauen. Unser Rechtssystem beruht zum Teil auf gesellschaftlichem Konsens, zum Teil ist es aber auch das Werk herrschender Eliten (Römisches Recht, Code Napoleon). Mehr dazu siehe unter dem Link Religionskritik das Kapitel "Gottesbeweise - Wege oder Irrwege zu Gott Teil 4". >>Auschwitz und der Archipel Gulag von atheistischen Ideologien ersonnen<< Hitler glaubte bekanntlich von der göttlichen Vorsehung ausersehen zu sein. Siehe hierzu das sehr gut recherchierte Buch "Kruzifix und Holocaust" von Konrad Riggenmann. Dass die Verbrecher Hitler und Stalin an die Macht kommen konnten und auch heute noch Verbrecher in Staat, Wirtschaft und Kirchen (siehe jene Ideologen, die die Motivation für islamische Selbstmordattentate liefern) an die Macht gelangen können, liegt daran, dass es keine Auswahlkriterien gibt nach denen Eliten eingesetzt werden, sondern hier ist jeder qualifiziert, der sich durchsetzt. Ich gehe davon aus, dass wir die Freiheit haben unserem Leben einen Sinn zu geben. Mehr dazu unter dem Link Briefe und dem weiteren Link "Zum Sinn und Wert des Lebens", sowie dem Link "Zur Lebensplanung". >>die komplexeste und perfekteste Information überhaupt - die DNA - gegen die all unsere Software ein Fliegenschiss ist, von selbst entstanden?<< Dabei muss man berücksichtigen, dass die DNA nur zu einem kleinen Teil, nämlich nur zwischen zwei und acht Prozent genetisch aktives Material enthält. Das meiste ist Nonsenscode. Von christlichen Fundamentalisten wird hier immer behauptet, dass dieser Code vom Schöpfer beim Sündenfall möglicherweise gezielt deaktiviert wurde, um den Menschen sterblich zu machen. Von Perfektion kann hier jedenfalls keine Rede sein, denn dann würden wir nicht nach so kurzer Zeit sterben. Andererseits lässt sich zeigen, dass die Häufigkeit mit die Start und Stop-Sequenzen innerhalb einer zufälligen Folge von Nukleotiden auftauchen in etwa dem natürlichen Abstand zweier Gene und in etwa auch der natürlichen Länge der Gene entspricht. Siehe Link Evolution und dort den weiteren Link "Der genetische Code". Der Mensch lt. Bibel die Krone der Schöpfung ist in einzelnen Fähigkeiten Tieren unterlegen. Er hat sicht den guten Geruchssinn eines Hundes, er hat nicht das Sehvermögen eines Adlers, er verfügt nicht über die Schnelligkeit eines Geparden, er hat nicht die Kraft eines Elefanten, er kann nicht so lange unter Wasser tauchen wie ein Wal . . . Von Christen hört man in diesem Zusammenhang auch häufig das Argument, dass es der Naturwissenschaft bisher nicht gelungen ist Leben zu erzeugen. Passend hierzu wird gelegentlich Thomas Alva Edison zitiert:
Es ist richtig, dass man eine einzelne Zelle bis heute technisch nicht nachbilden kann. Aber man kann jede einzelne chemische Verbindung der Zelle analysieren und einzeln herstellen. Man kann auch das Erbgut der Zelle dauerhaft modifizieren. Der Grund dafür: Man kennnt nicht die Urform der Zelle, so wie sie aus der biochemischen Evolution entstand. Und man weiß auch nicht genau welche Komponenten und Randbedingungen zur Entstehung der ersten Zellen geführt haben. Wir wissen auch nicht wie lange dies gedauert hat. Wir sehen nur die heute existierenden Mikroorganismen, die sich immer noch in einem Evolutionsprozess weiterentwickeln, wenn sich die Randbedingungen ändern. >>lt. Evolutionstheorie setzen sich in der natürlichen Auslese stets nur diejenigen Eigenschaften durch, die beim Überleben nützlich sind?<< Da berufen sich die Evolutionsgegner meist auf Darwins These des "survival of the fittest". Selektiert ist nach der Evolutionstheorie jedes Lebewesen, das seine Gene an die nächste Generation weitergeben kann. Die Regel, dass es zu einer Optimierung von Eigenschaften kommt, die dem Überleben dienen, gilt nur in einer Konkurrenzsituation innerhalb eines Lebensraums, wobei diese Konkurrenzsituation durchaus unterschiedlich beantwortet werden kann. Dass Redundanzen im genetischen Material mitgeschleppt werden, ohne dass dies Folgen hat, zeigt ja schon die gewaltige Menge an Nonsenscode innerhalb des genetischen Materials. Zu den Evolutionsmechanismen siehe das bereits erwähnte Kapitel Mechanismen der Evolution. >>Wem nützt ein unvollständiges Auge?<< Zum Beispiel der Schnecke. >>Hast Du dann schon einmal darüber nachgedacht, daß Du als Atheist eigentlich immer nur verlieren kannst?<< Dieses Argument ist seit langem bekannt unter dem Titel Pascals Wette. Man stellt hier zwei Alternativen nämlich christlicher Glaube oder die Hölle zur Auswahl. Aber ist es der christliche Glaube oder der Islam, der ins Paradies führt oder ist es gar die Ehrlichkeit? Wenn ich behaupte, es gibt einen Gott, obwohl ich keinen Gott erkennen kann, dann habe ich doch anderen etwas vorgelogen nur um ins Paradies zu gelangen. Mehr dazu in dem angegebenen Kapitel unter dem Link Religionskritik. >>die meisten Atheisten, mit denen ich zu tun hatte, in glaubensmäßiger Hinsicht lethargisch und desinteressiert<< Das gilt auch für viele Christen. Die meisten haben noch nicht einmal die Bibel komplett gelesen, sonst wären ihnen die zahlreichen Widersprüche aufgefallen. Mehr dazu siehe die Kapitel unter dem Link Bibelkritik speziell "Jesus - Windmacher oder Windei Teil 8", sowie unter Religionskritik das Kapitel "Der Koran, die Bibel und die Naturwissenschaft". >>Gott ist wirklich da!<< Die Unendlichkeit eines Gottes wird behauptet und geglaubt, aber die Kirche akzeptiert nur einen endlichen Raum und eine endliche Zeit, eine geordnete Welt, eine kleine Welt, wobei vermieden wird diese Welt als ein Spielzeug Gottes darzustellen, denn Gott ist schließlich erwachsen, verantwortungsbewusst und gerecht. Nur eine solche Welt vermittelt die Geborgenheit und den Schutz, den der Gläubige sucht. Die christliche Religion bietet genau dies. Sie verspricht einen Gott, der sich Tag und Nacht um sein Gärtlein kümmert, in dem die Menschen, seinen Naturgewalten ausgesetzt sind, natürlich nur die Bösen oder diejenigen, deren Glauben er gerade prüft. Ansonsten ist er bei jeder Panne sofort für den betenden Gläubigen im Einsatz. Noch kleiner als die bekannte irdische Welt ist die heilige Stadt nach Hesekiel (Ezechiel), die einzige Stadt im Himmel, die in der Bibel erwähnt wird.
Eine Elle gemäß dem Maß des Herrn ist lt. Bibellexikon gleich 52,5 cm. 4500 x 52,5 = 236250 cm also ist die heilige Stadt ein Quadrat mit einer Kantenlänge von ca 2,36 km. Da wohnt Gott ganz in der Nähe der auserwählten Kinder des Volkes Israel. Er ist da der nette Nachbar, den man mal eben zum Kaffeekränzchen einladen kann. Und es ist eine friedliche Welt in der Gerechtigkeit herrscht. Das weiß Jesaja
Und wer es immer noch nicht gemerkt hat, dass dies eine Phantasiewelt ist, die den Wunschvorstellungen aber auch den Schreckensvisionen entspricht, der lese
Man fragt sich aus heutiger Sicht auch, warum die himmlische Stadt eine Stadtmauer hat, wo doch niemand da ist, der sie angreifen kann und gegen die heutigen Waffen sind Stadtmauern ohnehin wirkungslos. Wer hier glaubt, dass diese Texte nur als verschlüsselte Botschaft zu verstehen sind, der möge bedenken, dass dieser Abschnitt der Bibel den Titel Offenbarung trägt. Vergleiche das Kapitel "Aus der Trickkiste der Vertreter des Glaubens Teil 4" aus dem ich hier einen Ausschnitt zitiert habe. >>Es ist bequem, nicht nachzudenken.<< Richtig!!! Dieter |