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Auf einer Anhöhe (Pflugensberg) in der Nähe des Bahnhofs von Eisenach (Thüringen) befindet sich die Residenz des evangelischen Landesbischofs von Thüringen. An diesem Anschauungsbeispiel kann man lernen, wie man reich wird. Ganz einfach! Man predigt den Leuten Demut und Bescheidenheit und, dass sie dafür im Jenseits belohnt werden. Die Leute glauben das und dann bekommt man so eine Millionärsvilla geschenkt. In Eisenach erfüllte sich das Wort aus dem Glaubensbekenntnis, wo es heißt: Dein Reich komme, mein Wille geschehe . . .
Das Schloss auf dem Pflugensberg gehörte von 1892 bis 1923 Friedrich von Eichel-Streiber, der es der evangelischen Kirche vermacht hat. Das Haus ist allerdings kein Schnäppchen, was die Heizkosten anbetrifft. Man muss es sich schon leisten können. Und leisten kann es sich der evangelische Landesbischof offenbar, der hier mit seinem Mitarbeiterstab residiert. Zum Mittagessen steht ihm gegenüber der Wartburg das Haus Hainstein zur Verfügung ein 3 Sterne Hotel mit Restaurant, Cafe und einer Terrasse mit Blick zur Wartburg (siehe http://www.hainstein.de/ ). Tagungsräume für Sitzungen, Meditationen sind auch vorhanden. Zum Kaffeetrinken gibt es das Bibel-Cafe angrenzend an das Lutherhaus, dessen Betrieb man einer freikirchlichen evangelikalen Gruppe überlassen hat.
Da kann man an schönen Sonntagen allein im Innenhof einen Kaktusblütentee trinken (schon ausprobiert). Die Auswahl an Kuchen beschränkt sich allerdings auf 5 Stück Kuchen. Hier werden auch christliche Bücher, sowie Kerzen und andere Devotionalien verkauft. Als Begleitmusik gibt's christliche Lieder, die u. a. den Glauben an Engel wach halten sollen. Als ich der Dame am Verkaufsstand sagte, dass der Glaube an Engel ja eigentlich ein Widerspruch zum Monotheismus ist. Meinte sie nur, dass die Leute eben Engel lieben. Noch mangelt es hier etwas an Gläubigern und Gläubiginnen. Aber da hat der Bischof schon eine Lösung gefunden. Man übernimmt Krankenhäuser ( http://www.stgeorgklinikum.de/ früher Wartburg-Klinikum) und Schulen (Ev. Fachschule für Diakonie und Sozialpädagogik / Ernst-Thälmann-Str. 90 / 99817 Eisenach). Da werden die Lohnkosten vom Staat oder anderen Institutionen bezahlt und das Ganze gilt doch als Tendenzbetrieb. Das heißt, wer hier nicht mit einem Halleluja auf den Lippen seine Kirchensteuer zahlt, der lernt wie ein Englein zu fliegen. Wie in einem Science-Fiktion-Film werden ungläubig dreinschauende Mitarbeiter so flüssig, dass sie überflüssig werden und von der Bildfäche verschwinden. Wer also dies nicht glaubt, der muss dran glauben. Die CDU-Mehrheit im Stadtrat machte es möglich. Zu Schulen noch eine kleine Anmerkung, die ich der Webseite http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/97585/ entnommen habe. Da gab es in der Nazizeit einen Theologie-Professor Grundmann. Grundmann, der bereits 1930 in die NSDAP eingetreten war, nutzte seine wissenschaftlich fundierten Kenntnisse des antiken Judentums in antisemitischem Sinne, insbesondere seit 1939 als Leiter des "Institutes zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das kirchliche Leben" in Eisenach. Dort wurde er, nachdem er nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Universitätsdienst entlassen worden war, 1954 Rektor des neu gegründeten Katechetischen Seminars, das er bis zu seiner Pensionierung 1975 leitete. Dieser Wiederaufstieg beruhte u. a. auf einigen Schriften, "die in der damaligen Zeit wissenschaftlich höchstes Niveau hatten", sagt der Jenaer Kirchenhistoriker Prof. Dr. Volker Leppin. Herr Grundmann hatte eben immer den rechten Glauben zur rechten Zeit. Ganz recht(s)! |