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Existenzielle Fragen
Jede Antwort ist die
Antwort auf eine Frage. In diesem Fall brauchen wir nur den Fragen
nachzugehen, die sich uns im Umgang mit der Natur stellen, um zu sehen,
wie die Menschen zu einem Gottesglauben kamen. Folgende Fragen
tauchen hierbei auf:
- Warum ist Etwas und
nicht Nichts?
- Woher kommen
Naturkräfte, wie das Feuer oder der Wind, Blitze und Donner, Regen…? Wer
bewegt das alles?
- Woher kommt das Leben?
- Woher kommt der
menschliche Geist und wohin geht er nach dem Tod?
Diese Fragen
haben Menschen wohl zu allen Zeiten bewegt und sie haben diese Fragen aus
ihrem Weltbild heraus, aus ihrem Wissen über diese Welt beantwortet, wie
wir noch sehen werden.
Nun ist die einfachste
Antwort auf eine Frage eine Vermutung. Je mehr nun dieser Vermutung
zustimmen, desto mehr wird sie zum Allgemeingut.
Wenn aber
etwas nur als Vermutung dasteht, hat der Priester auf Dauer ein Problem.
Eine Vermutung wirkt nicht so überzeugend wie eine Behauptung mit
Wahrheitsanspruch. In
Konkurrenz mit anderen Priestern ist er also sehr bald gezwungen aus der
Vermutung eine Glaubenswahrheit zu machen.
Von ihrer Entstehungsgeschichte
sind Religionen begründet in damals vernünftigen Überlegungen. Rein
gefühlsmäßig erfindet niemand Personen, wie sie die Götter nun mal
darstellen.
Da ist zum einen die Überlegung, dass
unser Geist, die Fähigkeit zu denken, doch nicht plötzlich verschwinden
kann. Dies mündet dann in den Ahnenkult und in die Vorstellung von der
Wiedergeburt. Zum anderen die Überlegung, dass Naturgewalten
ähnlich wie auch unsere Handlungsweisen nicht berechenbar sind. Also
personifizierte man sie in Göttern. Das galt zumindest für jenes
Verständnis von der Natur, das vor zweitausend Jahren herrschte. Damals
wusste man noch nichts von Nervenzellen und damals wusste man auch noch
nichts vom Energieinhalt der Materie. Also personifizierte man
Naturgewalten in Göttern mit menschlichen Eigenschaften. Damit waren
diese Götter ansprechbar. Wer ansprechbar ist, ist nach unserem
Verständnis auch beeinflussbar. Eine Bitte oder ein Opfer müsste also
wirken.
Dieser Glaube an die Götter war aber
auch geeignet gesellschaftliche Probleme zu lösen. In einer hierarchisch
geordneten Gesellschaft steht die Führungsschicht immer im Verdacht
Gesetze zu ihren Gunsten zu erlassen und häufig nutzt sie auch diese
Chance. Götter sind per Definition mächtiger als Menschen und sind
damit auch befugt Gesetze zu erlassen, nach denen wir leben sollen.
Das erkannten Priester und Herrscher und legitimierten ihre
Gesetzgebung auf diese Weise. Man braucht nur nachzulesen wie Moses zu
den Gesetzestafeln kam. Da steht unter anderem auch:
Zu Mose sprach er (Gott): Steig zum
Herrn hinauf zusammen mit Aaron, Nadab, Abihu und mit siebzig von den
Ältesten Israels; werft euch in einiger Entfernung nieder! (2. Mose 24,1)
Da war also die Führungsschicht
versammelt. Das Ergebnis war dann jener Bundesschluss, der zwölf Stämme
mit "göttlicher" Legitimation.
Die Priester sorgten mit ihren
Schriften für den religiösen Überbau. Es rankten sich Legenden und
Berichte von Gläubigen um jene Götter, wo sie überall geholfen hatten, wo
man sie gesehen hat, wie es im Himmel aussieht . . . Es entstand - wie ich
es nenne - die
kleine Welt der Gläubigen.
Wir neigen wohl alle ein wenig zur
Religiosität, weil wir unsere Träume wahr machen möchten und dabei gerne
jenen vertrauen, die auf alles eine Antwort haben und alles versprechen,
ohne es halten zu können.
Ein wesentliches Motiv ist sicher
auch die Suche nach Geborgenheit und Verlässlichkeit. Unsere kognitiven
Strukturen des Gehirns haben im Laufe der Evolution gelernt die uns
umgebende Welt zu strukturieren. Wer gelernt hat jene Strukturen zu
erkennen, wo Nahrung zu finden ist, hat genügend zu essen. Wir haben
gelernt die Welt einzuteilen in Objekte, die sich bewegen und solche, die
sich nicht bewegen. Objekte, die sich nicht bewegen sind verlässliche
Orientierungspunkte. Objekte, die sich bewegen, sind eine mögliche
Gefahrenquelle. Es sind unserer Erfahrung nach überwiegend Lebewesen, die
sich bewegen. Die Religion ist wohl auch auch eine Antwort darauf die Welt
zu strukturieren. Die etwas fundiertere Antwort ist die Naturwissenschaft.
Es ist der Wunsch nach einer geordneten Welt.
Der Begriff Gott
Weithin redet die Bibel
von Gott als »Gott« ohne weitere Namensnennung. Im Hebr. verwendet sie
dazu drei Wörter: el, äloah, elohim, im Griech. theos. Die hebr. Wörter
haben eine gemeinsame Wurzel, deren Bedeutung nicht mehr eindeutig zu
ergründen ist; vielleicht sind sie von einer Wurzel 'wl »vorn sein, stark
sein« abzuleiten.
Die Einzahlform el wird
häufiger mit näheren Bestimmungen verwendet (Gott der Höchste 1Mo14,18;
der allmächtige Gott 1Mo17,1). Sie ist weit seltener als ihre
Mehrzahlform elohim (etwa 2500 mal). Die Form äloah (z.B. 5Mo32,15;
Ps50,22; Hab3,3 u. ca. 40mal in Hiob) mag altertümliche Anredeform von el
sein und wird nur in gehobener Sprache gebraucht.
Die Mehrzahlform elohim
kann heißen: Gott; ein Gott; der Gott; Götter; die Götter. Sie kann also
Einzahl- oder Mehrzahlbedeutung haben, was jeweils der Zusammenhang
erkennen lässt, und wird nicht nur für den Gott Israels gebraucht (2. Mose
20,3 u.ö.). (Quelle: Bibellexikon)
Polytheismus im alten Israel
In der Schöpfungsgeschichte wird
nirgends erwähnt, dass Gott andere Götter (Engel, Dämonen) geschaffen hat.
Diese
Gottheiten sind von Anfang an da. Hier unterscheidet sich die
israelitische Überlieferung von griechischen und babylonischen. In der griechischen Mythologie
entstehen die Götter als Nachkommen von Ur-Gottheiten (Kronos = die Zeit,
Gäa = Mutter Erde) und treten, sofern sie sich
nicht verwandeln, in menschlicher Gestalt auf. Im Unterschied
zu den Göttersagen in anderen Kulturen beginnt die Bibel ohne auf die
Herkunft der Götter einzugehen. Es heißt nur im Anfang schuf Gott Himmel
und Erde (1. Mose 1,1). Aber schon in der Schöpfungsgeschichte wird klar: Es gibt
nicht nur einen Gott.
1. Mose 1,26 - 27
Dann sprach Gott: Laßt
uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. Sie sollen
herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das
Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere auf dem Land. (2,7; Ps
8,6-9; Eph 4,24; Kol 3,10) Gott schuf also den Menschen als sein Abbild;
als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.
Es sind sowohl männliche als auch
weibliche Gottheiten, die ihr Spiegelbild schaffen. Die Gottheiten haben
sich ihr Spielzeug geschaffen und diese Exemplare in einen Garten gesetzt
und haben dann geschaut, was da passiert.
1. Moses 3:22-23
Und Jahwe
Gott sprach dann: "Siehe,
der Mensch ist im Erkennen von Gut und Böse wie einer von uns geworden,
und nun, dass er seine Hand nicht ausstrecke und tatsächlich
auch Frucht vom Baum des Lebens nehme und esse und auf
unabsehbare Zeit lebe - ." Darauf tat ihn Jahwe Gott aus dem
Garten Eden hinaus, damit er den Erdboden bebaue, von dem er genommen
worden war.
Die Götter, die hier geschildert werden, haben Angst,
die uralte menschliche Angst, die Kontrolle über die eigene Schöpfung
zu verlieren und von ihr beherrscht zu werden, deshalb jagen sie die
Menschen aus ihrem Reich.
Diese Götter stehen offenbar nicht über den
Dingen, die sie geschaffen haben.
In der
israelitischen Überlieferung wurden zwei Überlieferungen zusammengeführt.
Eine, die einen Gott Jahwe (JHWH) kennt und eine, die den ugaritischen
(babylonischen) Gott El kennt. Diese Zusammenführung der Überlieferung
ist insbesondere an der Schöpfungsgeschichte erkennbar, wo die beiden
Schöpfungsüberlieferungen nebeneinander stehen.
Ab 1. Moses 2:5
beginnt die zweite Überlieferung der Schöpfung. Der Gott Jahwe wird so
zum Synonym für den Gott El. Mehr dazu unter dem Kapitel zum
Sündenfall.
Ein weiterer
Hinweis auf einen Polytheismus in Israel mit babylonischem Gedankengut
ist in 5. Mose (Deuteronomium) 32,8 enthalten.
5. Mose (Deuteronomium) 32,8 Als der Höchste (den Göttern) die Völker
übergab, als er die Menschheit aufteilte, legte er die Gebiete
der Völker nach der Zahl der Götter fest;
Der Kommentar der Einheitsübersetzung erwähnt dazu, dass es hier zwei
Lesarten gibt, statt "nach der Zahl der Götter" heißt es "nach der Zahl der Söhne Israels". - Diese
letztere Lesart ist
jünger. Sie wurde eingeführt, um polytheistische Vorstellungen, die
dieses Lied noch ohne Bedenken benutzt, zu beseitigen. Die
gemeinte Zahl ist die Zahl 70. Es gab nach babylonischer Vorstellung 70
Götter. Dies wurde in den israelitischen Glauben übernommen. Da gab es
dann 70 Götter, die die 70 Völker der Welt
regierten. Da nun Jakob als Stammvater der Völker angesehen wurde musste
er 70 Nachkommen haben. (1. Mose 46,1-27, 1. Mose (Exodus) 1,5) Wenn man in der Genesis (1. Mose 46,1-27) nachliest,
stellt man fest, dass namentlich wesentlich weniger Söhne genannt
werden. Lediglich, wenn man die summarischen Angaben der Söhne der zwei
Frauen Jakobs und ihrer beiden Mägde zusammenzählt, kommt man auf die Zahl
siebzig.
In der Lutherbibel versuchte man diesen
Polytheismus durch die Übersetzung zu verdecken.
5. Mose 32,8 Als der Höchste den Völkern Land zuteilte und der Menschen
Kinder voneinander schied, da setzte er die Grenzen der Völker nach der
Zahl der Söhne Israels.
Der Höchste ist hier der
ugaritische (babylonische) Gott El, der Vater der siebzig Götter.
Der Gedanke, dass alle Völker von einem gemeinsamen
Stammvater abstammen taucht in der Bibel mehrfach auf. Zuerst ist es
Noah, dann Abraham und dessen Nachkomme Jakob.
Gen 9,19
Diese drei sind die Söhne Noachs; von ihnen stammen alle Völker der Erde
ab. (unter anderem Kusch, Ägypten, Put und Kanaan als Söhne Hams des
Sohnes Noahs)
Gen 26,4
Ich mache deine Nachkommen (die Nachkommen Abrahams) zahlreich wie
die Sterne am Himmel (die Engel / das Himmelsheer / die Götter) und gebe
ihnen alle diese Länder. Mit deinen Nachkommen werden alle Völker der
Erde sich segnen,
Gemäß dem Weltbild der damaligen Zeit wurden die
Stammbäume der Herrscher auf ein göttliches Ebenbild zurückgeführt.
Damit war auch der Herrschaftsanspruch göttlich legitimiert. Da
der Pentateuch eine Zusammenführung unterschiedlicher Überlieferungen
ist, hat man auch die Stammbäume zusammengeführt. Dahinter mag die
Überlegung der Priester gestanden sein, dem Volk Israel, das sich aus
einem Zusammenschluss unterschiedlicher Stämme entwickelte, eine
gemeinsame Identität zu geben.
Für die Vermehrung der Götter brauchte man
eine weibliche Gottheit. Gemäß der Überlieferung
zeugt die syrisch/ ugaritische Fruchtbarkeitsgöttin Aschera mit dem Gott
El 70 Götter und Göttinnen. Verehrt wurde ein Kultpfahl, der einen
stilisierten Baum darstellt. Zeitweise galt Aschera in Israel als
Ehefrau von JHWH (Jahwe). So fand sich in Kuntillet Adschrud ein
Vorratskrug aus dem 8. bis 7. Jahrhundert v. Chr. mit folgender
Inschrift:
Amaryo sprach zu seinem Herrn: ...
Ich habe dich gesegnet durch JHWH und seine Aschera.
Er möge dich segnen,
und er möge dich behüten,
und er möge sein mit meinem Herrn
Auf eine Wand in Kirbet el Kom (nahe Hebron) fand sich folgende
Inschrift:
Uriyahu, der Reiche, hat dies geschrieben:
Ein Gesegneter ist Uriyahu durch JHWH -
aus seinen Bedrängnissen hat er ihn durch Aschera gerettet.
Durch Onyahu.
Der Name Aschera kommt etwa vierzig mal in der
Bibel vor, als Name der Göttin und
als Bezeichnung für ihren Kultpfahl.
1 Könige 15,13 erwähnt, dass die Königinmutter
der Aschera ein Standbild
errichtet hat. Auch König Manasse (2 Könige 21,7) stellte ein
Kultbild der Aschera auf. 400 Propheten Ascheras aßen vom Tisch
Isebels (1 Könige 18,19). König
Joschija entfernte aus dem Tempel (2.
Könige 23,4) Gegenstände, "die für den Baal, Aschera und das ganze
Heer des Himmels angefertigt worden
waren." 2. Könige 23 beschreibt die Beseitigung des Ascherakultes. Aschera wurde in einer Ähnlichkeitsbeziehung zu der ägyptischen Göttin
Hathor gesehen, so dass
sie auch mit deren Attributen, zwei Lotosblüten als Symbolen der
Fruchtbarkeit, dargestellt wird.
(Quelle http://de.wikipedia.org/wiki/Aschera_%28G%C3%B6ttin%29)
Die Zahl siebzig taucht bei Moses als
Herrschaftszahl auf.
2. Mose (Exodus) 24, 1 Zu Mose sprach er: Steig zum Herrn hinauf
zusammen mit Aaron, Nadab, Abihu und mit siebzig von den Ältesten
Israels; werft euch in einiger Entfernung nieder!
Ein weiterer Hinweis auf Urgottheiten, die von Jahwe / El in einem
Kampf besiegt wurden steht in Hiob und in den Psalmen.
Ijob 9,13
Gott hält seinen Zorn nicht zurück, unter ihm mußten selbst Rahabs
Helfer sich beugen.
Ijob 26,12
Durch seine Kraft stellt still er das Meer, durch seine Klugheit
zerschmettert er Rahab.
Ps 89,11 Rahab hast du durchbohrt und zertreten, deine Feinde
zerstreut mit starkem Arm.
Kommentar der Einheitsübersetzung: Rahab ist der Name für das Urchaos oder
für das mythische Chaosmeer.
Eine andere mythische Gestalt, die in der Bibel mehrfach auftaucht
ist der Leviatan.
Psalm 74,14
Du hast die Köpfe des Leviatan zermalmt, ihn zum Fraß gegeben den
Ungeheuern der See. (Text korr.; H: dem Volk von Dämonen).
Psalm 104,26
Dort ziehen die Schiffe dahin, auch der Leviatan, den du geformt
hast, um mit ihm zu spielen.
Ijob 3,8
8 Verwünschen sollen sie die Verflucher der Tage, die es verstehen,
den Leviatan zu wecken.
Jesaja 27,1
An jenem Tag bestraft der Herr mit seinem harten, großen, starken
Schwert den Leviatan, die schnelle Schlange, den Leviatan, die
gewundene Schlange. Den Drachen im Meer wird er töten.
Ein weiterer Hinweis für den Polytheismus sind die Namen der
Erzengel. Sie enden alle mit der Silbe el, die für eine Gottheit steht.
Micha-el (hebräisch: Wer ist Gott). Nach christlicher
Auffassung stürzte Michael den Drachen (Satan) aus dem Himmel und wurde
nach dieser Tat zum Erzengel erhoben (Offenbarung 12,7-9). Er wird mit
einem flammenden Schwert dargestellt. Er erschafft Feuer und Wärme.
Sein Element ist das Feuer und seine Farbe die Farbe Rot. Michael wird
in der Bibel in Judas 9 erwähnt.
Gabri-el (auch Gavri-el hebräisch: Gott ist mein Held bzw.
meine Stärke ist Gott oder auch mein Mann ist Gott). Er tritt in
der Bibel als Verkünder der Geburt des Johannes des Täufers, aber auch
als Verkünder der Geburt Jesu auf. Nach urchristlicher Auffassung ist
Gabriel der Herrscher über das Wasser und über das Prinzip des
Flüssigen. Er regiert außerdem die Welt der Gefühle. Seine Farbe ist
blau in allen Schattierungen. Gabriel wird in der Bibel viermal erwähnt
(Daniel 8,16 und 9,21; Lukas 1,19 und 26)
Rapha-el (hebräisch: Gott hat geheilt)
Ihm unterstehen die Winde, durch die er heilende Kräfte beherrschen
soll. Er wird namentlich im Buch Tobit erwähnt. Seine Farbe ist
Grün.
Uriel (heräisch: Mein Licht ist Gott) Er
ist Herr der Ordnung und der Harmonie. Seine Farbe ist Silbrig-Weiß.
Er wird nur im 4. Buch Esra erwähnt, das nur von einigen
altorientalischen Kirchen als kanonische Schrift anerkannt ist. (Quelle
zu den Engelnamen Wikipedia)
Die spätere jüdische Theologie zählte sieben
Erzengel. Dies wird auch in der Bibel erwähnt, wo Raphael sagt er sei
nur einer von sieben heiligen Engeln, die das Gebet der Heiligen empor
tragen und mit ihm vor die Majestät des heiligen Gottes treten (Tobias
12,15)
Die Verehrung
anderer Gottheiten hatte zu Jakobs Zeiten noch keine schlimmen
Konsequenzen. Insbesondere in fremden Gebieten ehrte man auch die dort
heimischen Götter.
1. Mose 31, 11-13
Der Engel Gottes sprach im Traum zu mir:
Jakob! Ich antwortete: Hier bin ich. Dann sprach er: Schau hin: Alle
Böcke, welche die Tiere bespringen, sind gestreift, gesprenkelt oder
gefleckt. Ich habe nämlich alles gesehen, was dir Laban antut. Ich
bin der Gott von Bet-El, wo du das Steinmal gesalbt und mir ein Gelübde
gemacht hast. Jetzt auf, zieh fort aus diesem Land, und kehr in
deine Heimat zurück!
Jakob hat also einer der Gottheiten, die dort
verehrt wurden ein Opfer dargebracht und hat ein Gelübde getan. Der Glaube
an fremde Götter galt damals offenbar nicht als Aberglaube, wie auch aus
der folgenden Geschichte hervorgeht.
1. Mose 31,
17-21
Da
machte sich Jakob auf, hob seine Söhne und Frauen auf die Kamele und
führte sein ganzes Vieh fort, seinen ganzen Besitz an Vieh, den er in
Paddan-Aram erworben hatte, um zu seinem Vater Isaak nach Kanaan
zurückzukehren. Laban war weggegangen, um seine Schafe zu scheren; da
stahl Rahel die Götterbilder (Theraphim) ihres Vaters, und Jakob
überlistete den Aramäer Laban: Er verriet ihm nicht, daß er sich
davonmachen wollte. Mit allem, was ihm gehörte, machte er sich auf und
davon. Er überquerte den Strom (den Eufrat) und schlug die Richtung zum
Gebirge von Gilead ein.
Von der heimlichen Mitnahme der
Hausgötter weiß jedoch Jakob nichts. Als ihn Laban deswegen verfolgt,
nimmt er jedoch die Sache sehr ernst. Laban gegenüber sagt er:
1. Mose 31,32
Wer immer es ist, bei
dem du deine Götter findest, er möge nicht leben.
Sein Glück ist, daß Laban die
Hausgötter nicht findet. Laban läßt ihn noch bei seinem Gott schwören, daß
er die Hausgötter nicht hat, bevor er ihn ziehen läßt.
1. Mose 31,53
"Möge der Gott Abrahams
und der Gott Nachors zwischen uns richten, der Gott ihres Vaters." Jakob
aber schwor bei dem von seinem Vater Isaak Gefürchteten.
Jakob glaubte offenbar an die Existenz mehrerer
Götter.
Auch Moses glaubte an die Existenz mehrerer Götter. Obwohl er zumindest zu
Beginn seiner Karriere die alleinige Verehrung seines Gottes Jahwe
fordert.
2. Mose 12:12
Und ich werde bestimmt
in dieser Nacht durch's Land Ägypten gehen und jeden Erstgeborenen im
Land Ägypten schlagen, vom Menschen bis zum Tier; und an allen
Göttern Ägyptens werde ich Strafgerichte vollziehen. Ich bin Jahwe.
An Göttern
kann man natürlich nur dann Strafgerichte vollziehen, wenn sie
existieren. Später
opfert Moses zusätzlich einem weiteren Gott.
3. Mose 16:7-10
Und er soll die zwei
Böcke nehmen und sie vor Jahwe an den Eingang des Zeltes der
Zusammenkunft stellen. Und Aaron soll über die zwei Böcke Lose
ziehen, das eine Los für Jahwe und das andere Los für Asasel (einen
Wüstengott, lt. Brockhaus). Und Aaron soll den Bock über dem das Los
für Jahwe heraufkam, darbringen, und er soll ihn zu einem Sündopfer
machen. Der Bock aber, über den das Los für Asasel heraufkam, sollte
lebend vor Jahwe gestellt werden, damit man für ihn Sühne leiste, um ihn
dann für Asasel in die Wildnis weg zu senden.
Diesem Bock wurden in einer Zeremonie die Sünden der
Söhne Israels aufgeladen, dann sollte er die Sünden in ein wüstes
Land tragen (3. Mose 16:20-26). Für die Vergebung der Sünden hatte man
sich so mit einem zweiten Gott rückversichert.
Azazel
(hebräisch, auch Asasel, Azaël, Asael)
gilt als Wüstendämon und erster Bannerträger der Höllenarmeen. Er tritt
in Bockgestalt auf und ist der Anführer der gefallenen Engel. Azazel
lehrte die Menschen den Gebrauch von Waffen, die Herstellung von
Schmucksachen, die Kunst des Schminkens und die Fertigung von Spiegeln.
Er verriet somit die himmlischen Geheimnisse, wofür er von dem Erzengel
Raphael gebunden, gesteinigt und in die Finsternis geworfen wurde (
"Mache in der Dudael-Wüste eine Grube, und wirf ihn hinein. Lege
scharfe, spitze Steine unter ihn und bedecke ihn mit Finsternis. Laß ihn
dort für immer wohnen und bedecke sein Antlitz, damit er kein Licht
schaue. Am Tag des Endgerichts soll er in den Feuerpfuhl geworfen
werden...war doch die ganze Erde durch die von Azazel gelehrten Werke
verdorben worden..." Aus dem apokryphischen Buch 1. Henoch 10, 4).
Manche Ausleger interpretieren die Zeremonie auch dahingehend, dass
dort symbolisch die Sünde zum Teufel (zu Azazel) gejagt wird, an ihren
Ursprung zurückkehrt. (Quelle: Wikipedia)
Eine andere Erklärung gibt das so
genannte "Ansichten-Buch" der Zeugen Jehovas. Zitat:
(Asasel) [Ziege, die (ver)schwindet].
Das Wort „Asasel“ kommt in der Bibel viermal vor, und zwar in Verbindung
mit den Vorschriften für den Sühnetag (3Mo 16:8, 10, 26).
Die Etymologie dieses Wortes ist umstritten. Wenn wir die Schreibweise
des massoretischen Textes für richtig halten, ist `asa´sél vielleicht
eine Verbindung der beiden Wurzelwörter, die „Ziege“ und „schwinden“
bedeuten. Das ergibt: „Ziege, die (ver)schwindet“. Nach einer anderen
Ableitung, gestützt auf die Annahme, daß zwei Konsonanten vertauscht
wurden, bedeutet es „Stärke Gottes“. Die Vulgata gibt das hebräische
Wort mit caper emissarius wieder, was „der zu entlassende
(freizulassende) Bock“ oder „der Sündenbock“ bedeutet. Und der
griechische Ausdruck, der in der Septuaginta gebraucht wird, bedeutet:
„der Unheil abwendet“.
Aus dieser Sicht könnte Asasel der
Gott sein, der die Ziegen verschwinden lässt, was in der Wüste leicht
geschehen kann. Die Darstellung des Gottes Asasel als Ziegenbock deutet
dies an. Aber wieso bürdet das Volk Israel dieser Ziege ihre Sünden auf.
Sollten gleichzeitig mit dem Opfer an die Wüstengottheit auch die Sünden
in der Wüste verschwinden, verzehrt von einer Gottheit?
Moses
Nachfolger Josua glaubte
ebenfalls an die Existenz
mehrerer Götter. Dies geht aus Josua 24 Vers 2 und Vers 19 hervor.
Josua
24,2
Josua sagte zum ganzen
Volk: So spricht der Herr, der Gott Israels: Jenseits des Stroms wohnten
eure Väter von Urzeiten an Terach, der Vater Abrahams und der Vater
Nahors und dienten anderen Göttern.
Josua 24,19
Da sagte Josua zum Volk:
Ihr seid nicht imstande, dem Herrn zu dienen, denn er ist ein heiliger
Gott, ein eifersüchtiger Gott; er wird euch eure Frevel und eure
Sünden nicht verzeihen. (Exodus 20,5) Wenn ihr den Herrn verlaßt und
fremden Göttern dient, dann wird er sich von euch abwenden, wird
Unglück über euch bringen und euch ein Ende bereiten, obwohl er euch
zuvor Gutes getan hat.
Man kann nur auf
jemanden eifersüchtig sein, der existiert.
Weitere Hinweise auf den Polytheismus im alten Israel
finden sich insbesondere in den Psalmen.
Psalm 136,2 Dank't dem Gott aller Götter, denn seine Huld währt ewig!
Psalm 97,9
Denn du, Herr, bist der
Höchste über der ganzen Erde, hoch erhaben über alle Götter.
Neben dieser polytheistischen
Gottesvorstellung, die an zahlreichen Stellen des Alten und Neuen
Testaments (Satan, die Engel, Dämonen) durchscheint, kommt es den
Verfassern der Bibel vor allem darauf an die eigene Geschichte mit ihrem
Gott Jahwe zu verbinden. Ein Sieg ist immer auch ein Sieg über fremde
Gottheiten. Eine Niederlage eine Strafe ihres Gottes Jahwe für die
Verehrung fremder Götter.
Woher kommt das Leben
Ein weiteres
Anzeichen dafür, dass in der Schöpfungsgeschichte der Bibel zwei Überlieferungen zusammengefügt wurden,
sind die unterschiedlichen Erklärungen, die für die Herkunft des Lebens
gegeben werden. In Genesis 2,7 und Genesis 6, 3 wird der Lebensgeist als
Leihgabe des Schöpfergottes betrachtet.
1. Mose 2:7
Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde
vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu
einem lebendigen Wesen.
1. Mose 6:3
Da sprach der Herr: Mein Geist soll nicht für
immer im Menschen bleiben, weil er auch Fleisch ist; daher soll seine
Lebenszeit hundertzwanzig Jahre betragen.
Im Gegensatz dazu gibt
es in Genesis 3,22 jenen Baum des Lebens, dessen Früchte Leben spenden.
Dieser Widerspruch im
Buch Genesis ist nur dadurch zu erklären, dass es zwei unterschiedliche
Gottesvorstellungen gab, hinter denen zwei unterschiedliche Erfahrungen
standen. Einmal die Erfahrung, dass pflanzliches Leben Erde und Wasser benötigt
und dass pflanzliche Nahrung die Basis für tierisches Leben ist. Zum anderen
die Erfahrung, dass zum menschlichen Leben der Verstand gehört und dass dieser
Geist mit dem Tod verschwindet.
Ein Totenreich
gibt es in den Büchern Mose noch nicht und damit auch kein Leben nach dem
Tod.
Das Buch Genesis
versucht beide Vorstellungen zu verbinden. Solche
Integrationsbemühungen hat es zu allen Zeiten gegeben. (Ökumene; es führen
viele Wege nach Rom).
Kann man Gott sehen und hören?
Hier gibt die Bibel
widersprüchliche Antworten.
Jakob darf das Angesicht
Gottes sehen, ja er darf sogar mit ihm ringen und erhält dafür den Namen
Israel, was Gottesstreiter bedeutet (1. Mose 32:22-32, 1. Mose 35:9-14).
1. Mose 32:30
Folglich gab Jakob
dem Ort den Namen Peniel, denn: "Ich habe Gott von Angesicht zu
Angesicht gesehen, und doch ist meine Seele befreit worden.
Moses dagegen bekommt Gott meist
umhüllt von einer Feuersäule oder von einer Wolke zu sehen (2. Mose
19:18-20, 2. Mose 20:21, 2. Mose 24:16-18, 2. Mose 34:5-7).
Gemäß dem zweiten Buch Mose war es
auch für Moses lebensgefährlich Gott zu sehen.
2. Mose 33:20
Und er sprach weiter:
Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der
mich sieht.
Dem widerspricht jedoch 4. Mose 5-9.
Numeri 12:5-9
Der Herr kam in der
Wolkensäule herab, blieb am Zelteingang stehen und rief Aaron und
Mirjam. Beide traten vor, und der Herr sprach: Hört meine Worte! Wenn es
bei euch einen Propheten gibt, so gebe ich mich ihm in
Visionen zu erkennen und rede mit ihm im Traum. Anders bei meinem
Knecht Mose. Mein ganzes Haus ist ihm anvertraut. Mit ihm rede
ich von Mund zu Mund, von Angesicht zu Angesicht, nicht in Rätseln. Er
darf die Gestalt des Herrn sehen. Warum habt ihr es gewagt, über
meinen Knecht Mose zu reden? Der Herr wurde zornig auf sie und ging weg.
(Einheitsübersetzung)
Für
normale Sterbliche war Gott seit eh und je unsichtbar.
5. Mose 4:15-18
Und ihr sollt gut
achtgeben auf eure Seelen, denn ihr saht keine Gestalt an dem Tage, an
dem Jehova am Horeb mitten aus dem Feuer zu euch redete, damit ihr nicht
verderblich handeln mögt und euch nicht wirklich ein geschnitztes Bild
machet, die Gestalt irgendeines Sinnbildes, die Darstellung eines Mannes
oder Weibes, die Darstellung irgendeines Tieres, das auf der Erde ist,
die Darstellung irgendeines geflügelten Vogels, der am Himmel fliegt,
die Darstellung von irgendetwas, was sich auf dem Erdboden regt,
die Darstellung irgendeines Fisches, der in den
Wassern unter der Erde ist.
Diese
Gotteserscheinung am Berg Horeb, wie sie im zweiten Mose berichtet wird,
hört sich
an wie die
Schilderung eines damals noch tätigen Vulkans.
2. Mose 24,12-18
Danach stiegen Mose, Aaron, Nadab, Abihu
und die siebzig von den Ältesten Israels hinauf, und sie sahen den Gott
Israels. Die Fläche unter seinen Füßen war wie mit Saphir ausgelegt und
glänzte hell wie der Himmel selbst. Gott streckte nicht seine Hand
gegen die Edlen der Israeliten aus; sie durften Gott sehen, und sie aßen
und tranken. Der Herr sprach zu Mose: Komm herauf zu mir auf den Berg,
und bleib hier! Ich will dir die Steintafeln übergeben, die Weisung und
die Gebote, die ich aufgeschrieben habe. Du sollst das Volk darin
unterweisen. Da erhob sich Mose mit seinem Diener Josua und stieg den
Gottesberg hinauf. Zu den Ältesten sagte er: Bleibt hier, bis wir zu
euch zurückkehren; Aaron und Hur sind ja bei euch. Wer ein Anliegen hat,
wende sich an sie. Dann stieg Mose auf den Berg, und die Wolke bedeckte
den Berg. Die Herrlichkeit des Herrn ließ sich auf den Sinai herab, und
die Wolke bedeckte den Berg sechs Tage lang. Am siebten Tag rief der
Herr mitten aus der Wolke Mose herbei. Die Erscheinung der Herrlichkeit
des Herrn auf dem Gipfel des Berges zeigte sich vor den Augen der
Israeliten wie verzehrendes Feuer. Mose ging mitten in die Wolke
hinein und stieg auf den Berg hinauf. Vierzig Tage und vierzig Nächte
blieb Mose auf dem Berg.
Die siebzig Ältesten sahen das erkaltete, in
der Sonne glänzende Vulkangestein (die Fläche unter seinen Füßen war wie
mit Saphir ausgelegt). Was die
Israeliten auch sahen, war jene Feuersäule am Gipfel des Berges
(Die Erscheinung der Herrlichkeit des Herrn auf dem Gipfel des Berges
zeigte sich vor den Augen der Israeliten wie verzehrendes Feuer). Und das Volk hörte offenbar das Donnern eines
Vulkanausbruchs (am siebenten Tag rief der Herr mitten aus der Wolke Mose
herbei).
Dieses Reden Gottes hörte natürlich
nur der Priester. Das Volk hörte nur ein Donnergrollen. Dies steht zwar
hier nicht explizit, aber es steht an anderer Stelle in der Bibel nämlich
in
Jeremia 10,13
Läßt er seine Stimme ertönen, dann rauschen
die Wasser am Himmel. Wolken führt er herauf vom Rand der Erde; er läßt
es blitzen und regnen, aus seinen Kammern entsendet er den Wind.
Ezechiel (Hesekiel) 1,24
Ich hörte das Rauschen ihrer
Flügel; es war wie das Rauschen gewaltiger Wassermassen, wie die
Stimme des Allmächtigen.
Ijob 38,1
Da antwortete der Herr dem Ijob aus dem Wettersturm und sprach:
Johannes 12,29
Die Volksmenge nun, die dastand und zuhörte,
sagte, es habe gedonnert; andere sagten: Ein Engel hat mit ihm geredet.
Offb 10,1-4
Und ich sah: Ein anderer
gewaltiger Engel kam aus dem Himmel herab; er war von einer Wolke
umhüllt, und der Regenbogen stand über seinem Haupt. Sein Gesicht war
wie die Sonne, und seine Beine waren wie Feuersäulen. In der Hand hielt
er ein kleines, aufgeschlagenes Buch. Er setzte seinen rechten Fuß
auf das Meer, den linken auf das Land und rief laut, so wie ein Löwe
brüllt. Nachdem er gerufen hatte, erhoben die sieben Donner ihre
Stimme. Als die sieben Donner gesprochen hatten, wollte ich es
aufschreiben. Da hörte ich eine Stimme vom Himmel her rufen: Halte
geheim, was die sieben Donner gesprochen haben; schreib es nicht
auf!
Gottesbilder in der Bibel
Der Feuergott mit der
großen Dienerschar.
Daniel 7:9-10
Ich schaute weiter, bis
Throne aufgestellt wurden und der Alte an Tagen sich setzte. Seine
Kleidung war so weiß wie Schnee, und das Haar seines Hauptes war wie
reine Wolle. Sein Thron waren Feuerflammen, dessen Räder waren
brennendes Feuer. Da war ein Feuerstrom, der floß und von der Stelle vor
ihm ausging. Da waren tausend Tausende, die ihm ständig Dienst
leisteten, und zehntausend mal zehntausend, die fortwährend direkt
vor ihm standen. Das Gericht setzte sich und Bücher wurden geöffnet.
Der Jesus-Gott, der
Geschenke an seine Getreuen verteilt.
Matthäus 11:28-29
"Wahrlich ich sage euch:
In der Wiedererschaffung, wenn der Sohn des Menschen sich auf seinen
Thron der Herrlichkeit setzt, werdet auch ihr selbst, die ihr mir
nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels
richten. Und jeder, der um meines Namens willen
Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder
oder Ländereien verlassen hat, wird vielmal mehr empfangen und wird
ewiges Leben ererben."
Der Edelstein-Gott mit
dem Kronrat – hier 24 Ratsmitglieder anders als bei Matthäus, wo es nur 12
sind
Offenbarung 4:2-6
Und nach diesen Dingen
geriet ich sogleich unter die Macht des Geistes: Und siehe! Ein Thron
war im Himmel aufgestellt, und auf dem Throne saß einer. Und der
Sitzende ist dem Aussehen nach gleich einem Jaspisstein und einem
kostbaren rotfarbenen Stein, und rings um den Thron ist ein Regenbogen,
dem Aussehen nach gleich einem Smaragd. Und rings um den Thron sind
vierundzwanzig Throne, und auf diesen Thronen sah ich vierundzwanzig
ältere Personen sitzen, in weiße äußere Kleider gehüllt und auf ihren
Häuptern goldene Kronen. Und aus dem Throne gehen Blitze und
Stimmen und Donner hervor; und da sind sieben Feuerlampen, die vor
dem Throne brennen, und diese bedeuten die sieben Geister Gottes.
Und vor dem Throne ist gleichsam ein gläsernes Meer wie Kristall.
Selbst wenn man dies nur als
symbolische Beschreibung jenes Gottes auffasst. So stellt sich doch aus
heutiger Sicht die Frage, ob hier die richtigen Bilder gewählt wurden.
Ein Gott, der Rachegefühle hegt,
steht nicht über den Dingen. Ein Gott, der sich mit Gold und Edelsteinen
umgibt, der primitive Demutsbezeugungen fordert, ist primitiv. Ein Gott,
der sich am Tod der Opfertiere freut, kennt nicht den Wert des Lebens.
Das Weltbild zur Zeit
der Dichter und Propheten
1.Mose 1,7-10
Gott machte also das Gewölbe und schied
das Wasser unterhalb des Gewölbes vom Wasser oberhalb des Gewölbes.
So geschah es, und Gott nannte das Gewölbe Himmel. Es wurde Abend, und
es wurde Morgen: zweiter Tag. Dann sprach Gott: Das Wasser unterhalb des
Himmels sammle sich an einem Ort, damit das Trockene sichtbar werde. So
geschah es. Das Trockene nannte Gott Land, und das angesammelte Wasser
nannte er Meer. Gott sah, daß es gut war.
Dies entspricht dem damaligen
antiken Weltbild. Eine feste Kuppel als Himmel (Hiob 37,18), an die die
Sterne angeheftet sind, wobei es hier erst mal nur einen Himmel gibt.
 Jesaja 42,5
So spricht Gott, der HERR, der
die Himmel schafft und ausbreitet, der die Erde macht und ihr Gewächs,
der dem Volk auf ihr den Odem gibt und den Geist denen, die auf ihr gehen.
Anmerkung: Luther 84 und die Elberfelder Bibel übersetzen hier "die Himmel" in
der Mehrzahl, so wie es auch diese Darstellung zeigt. Die
Einheitsübersetung übersetzt "den Himmel".
Bildquelle: Evangeliar
Heinrichs des Löwen
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Unter griechischem Einfluss sind es
dann mehrere Himmel.
Deuteronomium 10,14
Sieh, dem Herrn, deinem Gott, gehören der Himmel, der Himmel über den
Himmeln, die Erde und alles, was auf ihr lebt.
Psalm 97,6
Seine Gerechtigkeit verkünden
die Himmel, seine Herrlichkeit schauen alle Völker.
Im neuen Testament spricht Jesus in Johannes 14,2
davon, dass es im Hause seines Vaters viele Wohnungen gibt. Auch
Lukas 16,9 spricht von den ewigen Wohnungen. Paulus glaubt ebenfalls an
mehrere Himmel.
2. Korinther 12,2-5
Ich kenne jemand, einen
Diener Christi, der vor vierzehn Jahren bis in den dritten Himmel entrückt
wurde; ich weiß allerdings nicht, ob es mit dem Leib oder ohne den
Leib geschah, nur Gott weiß es. Und ich weiß, daß dieser Mensch in das
Paradies entrückt wurde; ob es mit dem Leib oder ohne den Leib geschah,
weiß ich nicht, nur Gott weiß es. Er hörte unsagbare Worte, die ein Mensch
nicht aussprechen kann. Diesen Mann will ich rühmen; was mich
selbst angeht, will ich mich nicht rühmen, höchstens meiner Schwachheit.
(siehe auch Hebräer 1,10)
Unter der Kuppel ist die Erde als zusammenhängende
Landmasse umgeben von Wasser.
Die beweglichen Himmelskörper betrachtete man entweder
als weit entfernte Lichtgestalten, als Gottheiten oder man dachte sich,
dass sie von Gottheiten bewegt werden.
Genesis 37,9 (einer der Träume des Joseph)
Er hatte noch einen anderen Traum. Er
erzählte ihn seinen Brüdern und sagte: Ich träumte noch einmal: Die
Sonne, der Mond und elf Sterne verneigten sich tief vor mir.
Deuteronomium 4,19 (Dtn 17,3)
Wenn du die Augen zum Himmel erhebst und das
ganze Himmelsheer siehst, die Sonne, den Mond und die Sterne,
dann laß dich nicht verführen! Du sollst dich nicht vor ihnen
niederwerfen und ihnen nicht dienen. Der Herr, dein Gott, hat sie
allen anderen Völkern überall unter dem Himmel zugewiesen.
1. Könige 22.19 Micha aber fuhr
fort: Darum - höre das Wort des Herrn: Ich sah den Herrn auf seinem
Thron sitzen; das ganze Heer des Himmels stand zu seiner Rechten und
seiner Linken.
2.Kön 23,11
Er entfernte die Pferde, die die Könige von Juda zu Ehren der Sonne
am Eingang zum Haus des Herrn bei der Zelle des Kämmerers Netan-Melech
am Parwar aufgestellt hatten, und verbrannte die Sonnenwagen im
Feuer.
Psalm 19,5
Doch ihre
Botschaft geht in die ganze Welt hinaus, ihre Kunde bis zu den Enden der
Erde. Dort hat er der Sonne ein Zelt gebaut.
Psalm 33,7
Wie in einem Schlauch
faßt er das Wasser des Meeres, verschließt die Urflut in Kammern.
Psalm 148,2-5
Lobt ihn, all seine
Engel, lobt ihn, all seine Scharen; lobt ihn, Sonne und Mond, lobt ihn,
all ihr leuchtenden Sterne; lobt ihn, alle Himmel und ihr Wasser über dem
Himmel! Loben sollen sie den Namen des Herrn; denn er gebot, und sie waren
erschaffen.
Richter 5,20
Vom Himmel her kämpften die Sterne,
von ihren Bahnen aus kämpften sie gegen Sisera.
Die für Israel
nicht erlaubte Verehrung der Gestirne wird anderen Völkern zugestanden.
Das heißt aber auch, dass man an deren personelle, göttliche Existenz glaubte.
Die Fixsterne waren für die
Israeliten nichts anderes als kleine Lämpchen, die auch vom Himmel fallen
können. Wobei die beweglichen Sterne von Engeln bewegt werden oder auch
als Lichtgestalten mit diesen Sternen identifiziert werden. Jesus
spricht von den Söhnen des Lichts (Lukas 16,8; Johannes 12,36)
Jesaja 34,4
...alle Hügel zerfließen. Wie
eine Buchrolle rollt sich der Himmel zusammen, sein ganzes Heer (das
Himmelsheer / die Sterne) welkt dahin, wie Laub am Weinstock verwelkt, wie Früchte am
Feigenbaum schrumpfen.
Offenbarung 6,13-14
Die Sterne des Himmels fielen
herab auf die Erde, wie wenn ein Feigenbaum seine Früchte abwirft,
wenn ein heftiger Sturm ihn schüttelt. Der Himmel verschwand wie eine
Buchrolle, die man zusammenrollt, und alle Berge und Inseln wurden von
ihrer Stelle weggerückt.
In den apokalyptischen
Prophezeiungen von Jesus in den Evangelien werden die Prophezeiungen des
Jesaja übernommen.
Markus 13:24-27 (Lukas 21:26, Matthäus 24, 29-34)
Aber in jenen Tagen, nach der
großen Not, wird sich die Sonne verfinstern, und der Mond wird nicht
mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen, und die
Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den
Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen
sehen. Und er wird die Engel aussenden und die von ihm Auserwählten aus
allen vier Windrichtungen zusammenführen, vom Ende der Erde bis zum
Ende des Himmels. Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem
Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben,
wißt ihr, daß der Sommer nahe ist. Genauso sollt ihr erkennen, wenn
ihr (all) das geschehen seht, daß das Ende vor der Tür steht.
Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles
eintrifft.
Jesus sagt also
seinen Jüngern, wenn ihr die Sterne vom Himmel fallen seht, dann wisst ihr
dass das Ende nahe ist. Dass Sterne bis auf die wenigen Planeten i. a. um
ein vielfaches größer sind als die Erde und daher nicht auf die Erde
fallen können, schon gar nicht alle auf einmal. Davon hat Jesus keine
Ahnung.
Nach israelitischen Glauben waren es
Götter, mit Intelligenz begabte Wesen, die unter dem Kommando des Gottes
Jahwe standen.
Josua 10,12-13
Damals, als der Herr die Amoriter den Israeliten preisgab, redete Josua
mit dem Herrn; dann sagte er in Gegenwart der Israeliten: Sonne, bleib
stehen über Gibeon und du, Mond, über dem Tal von Ajalon! - Und die
Sonne blieb stehen, und der Mond stand still, bis das Volk an seinen
Feinden Rache genommen hatte. Das steht im «Buch des Aufrechten».
Die Sonne blieb also mitten am Himmel stehen, und ihr Untergang verzögerte
sich, ungefähr einen ganzen Tag lang.
Jesaja 14,12
Ach, du bist vom Himmel gefallen, du strahlender Sohn der Morgenröte.
Zu Boden bist du geschmettert, du Bezwinger der Völker.
Der Text verwendet mythische
Bilder. Nach babylonischer Anschauung wurde Helel, der Sohn der
Morgenröte, in die Unterwelt gestürzt, als er in den Himmel aufsteigen
wollte (Kommentar der Einheitsübersetzung). Diesen Text hatte vermutlich
auch der Verfasser der Offenbarung im Sinn als er schrieb:
Offenbarung 22,16
Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt als Zeugen für das, was die
Gemeinden betrifft. Ich bin die Wurzel und der Stamm Davids, der
strahlende Morgenstern.
Für die Wellenbewegung des Meeres machte man die Geister des Meeres
verantwortlich.
Hiob 26:5
Die Schatten drunten erbeben, das Wasser und die
darin wohnen.
Für den Wind gab es Winddämonen.
Jeremia 10:13 (Jer 51,16)
Bei seiner Stimme gibt es durch ihn ein Getöse
von Wassern in den Himmeln, er lässt Dämpfe aufsteigen vom
äußersten Ende der Erde. Er hat sogar Schleusen für den Regen
gemacht, und er bringt den Wind aus seinen Vorratshäusern hervor.
Offenbarung 7:1
Danach sah ich vier Engel an den vier Ecken der
Erde stehen und die vier Winde festhalten, damit kein Wind
über die Erde wehe oder über das Meer oder über irgendeinen Baum.
Die ausführlichste Schilderung des Weltbild findet
sich bei Hiob.
Hiob 26,10-11
Eine Grenze zieht er rund um die Wasser bis
an den Rand von Licht und Finsternis. Die Säulen des Himmels erzittern,
sie erschrecken vor seinem Drohen.
Die
Erde steht nach israelitischer Anschauung ebenfalls auf Säulen (vgl. Psalm 75,4).
Hiob 37,9
Aus seiner Kammer kommt der Sturm, von den
Winden des Nordens die Kälte.
Hiob 37,2-4
Hört, hört das Toben der Stimme Gottes,
welch ein Grollen seinem Mund entfährt. Unter dem ganzen Himmel läßt er
es los und seinen Blitz über die Säume der Erde. Hinter ihm brüllt der
Donner drein, er dröhnt mit erhabener Stimme. Nicht hält er (die Blitze)
zurück, wenn sein Donner gehört wird.
Hiob 37,18
...wölbst du gleich ihm das Wolkenfirmament,
das fest ist wie ein gegossener Spiegel?
Hiob 38,1 – 40,1 (In diesen beiden
Kapiteln ist die Nachwirkung der sog. weisheitlichen Listenwissenschaft
des Alten Orient erkennbar.)
Da antwortete der Herr dem Ijob aus dem
Wettersturm und sprach:
Wer ist es, der den Ratschluß verdunkelt mit
Gerede ohne Einsicht? Auf, gürte
deine Lenden wie ein Mann: Ich will dich fragen, du belehre mich! Wo
warst du, als ich die Erde gegründet? Sag es denn, wenn du Bescheid
weißt. Wer setzte ihre Maße? Du weißt es ja. Wer hat die Meßschnur über
ihr gespannt? Wohin sind ihre Pfeiler
eingesenkt? Oder wer hat ihren Eckstein gelegt, als alle
Morgensterne jauchzten, als jubelten alle Gottessöhne? (Psalm 19,2;
148,2f) Wer verschloß das Meer mit Toren, als schäumend es dem
Mutterschoß entquoll, als Wolken ich
zum Kleid ihm machte, ihm zur Windel dunklen Dunst, als ich ihm ausbrach
meine Grenze, ihm Tor und Riegel setzte und sprach: Bis hierher darfst
du und nicht weiter, hier muß sich legen deiner Wogen Stolz? (Ps 65,8;
104,6-9; Spr 8,29) Hast du je in deinem Leben dem Morgen geboten, dem
Frührot seinen Ort bestimmt, daß es der Erde Säume fasse und daß die
Frevler von ihr abgeschüttelt werden? Sie wandelt sich wie Siegelton,
(die Dinge) stehen da wie ein Gewand. Den Frevlern wird ihr Licht
entzogen, zerschmettert der erhobene Arm. Bist du zu den Quellen des
Meeres gekommen, hast du des Urgrunds Tiefe durchwandert? Haben
dir sich die Tore des Todes geöffnet, hast du der Finsternis Tore
geschaut? Hast du der Erde Breiten überblickt? Sag es, wenn du das
alles weißt. Wo ist der Weg zur Wohnstatt des Lichts? Die Finsternis, wo
hat sie ihren Ort, daß du sie einführst in ihren Bereich, die Pfade zu
ihrem Haus sie führst? Du weißt es ja; du wurdest damals ja geboren, und
deiner Tage Zahl ist groß. Bist du zu den Kammern des Schnees
gekommen, hast du die Kammern des Hagels gesehen, den ich für Zeiten der Drangsal aufgespart, für den Tag des
Kampfes und der Schlacht? Wo ist der Weg dorthin, wo
das Licht sich verteilt, der Ostwind sich über die Erde zerstreut? Wer
grub der Regenflut eine Rinne, einen Weg für das Donnergewölk, um Regen zu senden auf unbewohntes Land, auf die Steppe, darin
niemand wohnt, um zu sättigen die Wildnis und Öde und frisches Gras
sprossen zu lassen? Hat der Regen einen Vater, oder wer zeugte die
Tropfen des Taus? Aus wessen Schoß ging das Eis hervor, des Himmels
Reif, wer hat ihn geboren? Wie Stein erstarren die Wasser und wird fest
die Fläche der Flut. (erstarren, wörtlich: verbergen sich). Knüpfst
du die Bande des Siebengestirns, oder löst du des Orions Fesseln? Führst du heraus des Tierkreises Sterne zur
richtigen Zeit, lenkst du die Löwin samt ihren Jungen? Kennst du die
Gesetze des Himmels, legst du auf die Erde seine Urkunde nieder? Erhebst
du zu den Wolken deine Stimme, daß dich die Woge des Wassers bedeckt?
Entsendest du die Blitze, daß sie eilen und dir sagen: Wir sind da?
| Interessant ist u.a.
dass das alte Testament auch einigen Tieren Weisheit / Verstand
zubilligt, wogegen weite Teile der katholischen Kirche glauben Tiere
haben nur einen Instinkt, sind sozusagen über Reizauslöser
steuerbar. Der Ibis gilt übrigens auch in der ägyptischen Mythologie
als ein weiser Vogel. |
Wer
verlieh dem Ibis Weisheit, oder wer gab Einsicht dem Hahn? Wer zählt
in Weisheit die Wolken, und die Schläuche des Himmels, wer schüttet
sie aus, wenn der Erdboden hart wird, als sei er gegossen, und
Erdschollen zusammenkleben? Erjagst du Beute für die Löwin, stillst du
den Hunger der jungen Löwen (Psalm 104,21f), wenn sie sich ducken in den
Verstecken, im Dickicht auf der Lauer liegen? Wer bereitet dem Raben
seine Nahrung, wenn seine Jungen schreien zu Gott und umherirren ohne
Futter? (Psalm 147,9) Kennst du der Steinböcke Wurfzeit, überwachst du
das Werfen der Hirsche? Zählst du die Monde, die tragend sie füllen,
kennst du die Zeit ihres Wurfs? Sie kauern sich, werfen ihre Jungen,
werden los ihre Wehen. Ihre Jungen erstarken, wachsen im Freien, laufen
hinaus und kehren nicht zu ihnen zurück. Wer hat das Maultier
freigelassen, des Wildesels Fesseln, wer schloß sie auf? Ich gab ihm zur
Behausung die Steppe, zu seiner Wohnung die salzige Trift. Er verlacht
das Lärmen der Stadt, hört nicht des Treibers Geschrei. Die Berge sucht
er nach Weide ab, jeglichem Grün spürt er nach. Wird dir der Wildstier
dienen wollen, bleibt er an deiner Krippe zur Nacht? Hältst du am Seil
ihn in der Furche, pflügt er die Täler hinter dir her? Traust du ihm,
weil er so stark ist? Überläßt du ihm deine Arbeit? Glaubst du ihm, daß
er wiederkommt und deine Saat auf die Tenne bringt? Lustig schlägt
die Straußenhenne die Flügel. Ist ihre Schwinge darum so wie die des
Storches und Falken? Nein, sie gibt der Erde ihre
Eier preis, läßt sie erwärmen im Sand, vergißt, daß sie ein Fuß
zerdrücken, das Wild des Feldes sie zertreten kann; sie behandelt ihre
Jungen hart wie Fremde; war umsonst ihre Mühe, es erschreckt sie nicht.
Denn Gott ließ sie Weisheit vergessen, gab ihr an Verstand keinen
Teil. Im Augenblick aber, wenn sie hochschnellt, verlacht sie das
Roß und seinen Reiter. Gabst du dem Roß die Heldenstärke,
kleidest du mit einer Mähne seinen Hals? Läßt du wie Heuschrecken es
springen? Furchtbar ist sein stolzes Wiehern. Es scharrt im Tal und
freut sich, zieht mit Macht dem Kampf entgegen. Es spottet der Furcht
und kennt keine Angst und kehrt nicht um vor dem Schwert. Über ihm
klirrt der Köcher, Speer und Sichelschwert blitzen. Mit Donnerbeben
wirbelt es den Staub auf, steht nicht still beim Klang des Horns. Sooft
das Horn hallt, wiehert es «hui» und wittert den Kampf schon von weitem,
der Anführer Lärm und das Schlachtgeschrei. Kommt es von deiner
Einsicht, daß der Falke sich aufschwingt und nach Süden seine Flügel
ausbreitet? Fliegt auf dein Geheiß der Adler so hoch und baut seinen
Horst in der Höhe? Auf Felsen wohnt und nächtigt er, auf der Felsenzacke
und an steiler Wand. Von dort erspäht er die Beute, seine Augen schauen
ins Weite. Nach Blut schon gieren seine Jungen; wo Erschlagene sind, ist
er zur Stelle. Da antwortete der Herr
dem Ijob und sprach: Mit dem Allmächtigen will der Tadler rechten? Der
Gott anklagt, antworte drauf!
An
dieses Weltbild glaubte auch Jesus. Mehr dazu siehe das Kapitel
Jesus - ein Gläubiger der Legenden und des Weltbilds
des alten Testaments.
Der überzeugte Christ
wird hier natürlich behaupten, dass dies alles nur symbolisch zu
interpretieren ist und keineswegs wörtlich. Zu diesem und ähnlichen
Argumenten siehe unter dem Link
Bibelkritik die Kapitel zum Thema "Aus der Trickkiste der Vertreter
des Glaubens".
Welchen Vorteil
bringt der Ein-Gott-Glaube?
Der Ein-Gott-Glaube ist aus den Handlungen Gottes (Wirkungen in der Natur)
nicht zu begründen, denn im Naturgeschehen ist keine Logik erkennbar.
Bei einer Logik, wäre ein Ziel erkennbar. Die Natur sorgt aber sowohl
für die Entstehung von Leben als auch für die massenhafte Vernichtung von
Leben, z. B. wenn Pflanzen, Tiere und Menschen bei einem
Vulkanausbruch, einer Sturmflut oder einem Erdbeben umkommen. In der Natur
gibt es auch weit mehr Chaos als erkennbare Ordnung. In
den alten Naturreligionen hat man daher jede Naturkraft einem eigenen Gott
zugeordnet.
Es wird zwar behauptet,
der Mensch sei die Krone der Schöpfung und die Schöpfung sei auf den
Menschen ausgerichtet. Aber wieso gibt es dann tödliche Krankheiten? Wieso
gibt es Parasiten, die den Menschen befallen können. Der Mensch ist auch
bei weitem kein vollkommenes Lebewesen. Es gibt Tiere, die über
Sinnesfunktionen verfügen, die der Mensch nicht besitzt (Biolumineszenz,
Magnetsinn, . . .). Weder der Geruchssinn, noch das Sehvermögen, noch das
Hörvermögen sind beim Menschen optimal entwickelt. Auch von seiner
Körperkraft her ist er vielen Tieren unterlegen.
Aus dem oben Gesagten können
wir auch erkennen, dass die von
den Priestern angestrebte Verehrung eines einzigen Gottes lange Zeit nicht
durchsetzbar war. Wir können uns nun überlegen, warum die Priester trotzdem
den Ein-Gott-Glauben wollten. Der Grund liegt vermutlich darin, dass man
dann mit festen Einnahmen rechnen kann. Wenn dagegen bei jeder
Naturkatastrophe ein anderer Gott verehrt wird, dann hat der Priester,
dessen Heiligtum gerade nicht verehrt wird, auch nichts zu essen. Man hat
dann höchstens einen kleinen Kreis von Stammkunden. Für den Tempel einer
anderen Gottheit war daher in der ganzen Antike in kleineren Orten kein
Platz. Nur in großen Städten, die überwiegend vom Handel lebten, gab es
dann für die Händler unterschiedlicher Herkunft jeweils eigene
Kultstätten. Ein anderer Grund warum man auch in der christlichen Lehre
entgegen der Glaubensgrundlage (Engel, Dämonen, Satan) den
Ein-Gott-Glauben propagiert, ist die Konkurrenz zum Islam. Ein weiterer
Grund die Philosophie des Aristoteles, der sich Scholastiker wie Anselm
von Canterburry und Thomas von Aquin stellen mussten.
2. Mose (Exodus) 34,14
Du darfst dich nicht vor einem andern Gott niederwerfen. Denn Jahwe
trägt den Namen «der Eifersüchtige»; ein eifersüchtiger Gott ist er. |
Eines der wesentlichen Kennzeichen der drei großen Welt-Religionen, die
sich als monotheistisch bezeichnen, Judentum, Christentum und Islam, ist
ihre Intoleranz gegenüber Andersgläubigen. Als Paulus in Athen einen
Altar vorfindet, der dem unbekannten Gott geweiht ist (Apostelgeschichte
17,23), verkündet er seine Botschaft vom eifersüchtigen Gott (2. Mose
(Exodus) 34,14), der keine anderen Götter neben sich duldet und propagiert
damit Intoleranz, wo Toleranz herrscht.
Würden wir die Zeit, die wir heute noch vielfach mit Geisterbeschwörung
vergeuden (man nennt dies heute beten), dem Wissenserwerb widmen, wäre
wohl allen mehr gedient.
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