| Aus der Trickkiste der Vertreter des
Glaubens
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| Teil 2
Textmarken: Mit der Peitsche der Psychologie, Paulus in Philosphie eine Null, Die Diffamierung der Kritiker, Das elitäre Bewusstsein, Warum Juden nicht an Jesus glauben, Der Trick mit der Auslegung, Aus dem Zusammenhang gerissen, Symbolisch gedeutet - ein übler Trick, Anders beleuchtet |
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Mit der Peitsche der Psychologie Jedes Kind weiß, welch schreckliches Inferno im Jenseits die Ungläubigen erwartet. Und wer es noch nicht weiß - umso schlimmer! Es gibt Satan! Das schlimmste ist, wenn man glaubt dieser Feind der Menschheit sei nicht da, dann hat er gewonnen! Aber einen Weg gibt es diesem Inferno zu entkommen. Es ist ganz leicht! Man muss nur den RICHTIGEN Glauben haben und den hat man ganz selbstverständlich nur, wenn man der RICHTIGEN Religionsgemeinschaft angehört.
Matthäus 22:11-14 (Matthäus 8:11-12;13:41-42;13:49-50) Da ging der König hinein, sich die Gäste anzusehen, und sah da einen Menschen, der hatte kein hochzeitliches Gewand an, und sprach zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Gewand an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm die Hände und Füße und werft ihn in die Finsternis hinaus! Da wird Heulen und Zähneklappern sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt. (Luther‘84) Warum die Glaubensgemeinschaft und nicht der Glaube entscheidend ist, bleibt eines der unergründlichen Geheimnisse der Kirchen. Die Angst vor dem Tod und die Hoffnung auf ein ewiges Leben, sind die Triebkräfte, die das Handeln des Gläubigen bestimmen. Gemäß der Lehre versteht der Gläubige den Glauben nicht mehr als Meinungsäußerung sondern als lebensnotwendigen Besitz. Der Gläubige hat Angst seinen Glauben zu verlieren. Dies geht so weit, dass manche Gläubige religionskritische Literatur aus Angst nicht lesen. Ihr Glaube steht nicht mehr zur Diskussion.
Diese von den Kirchen induzierte psychologische Sperre ist eines der Grundübel unserer Gesellschaft. Denn gesellschaftlicher Fortschritt wird begründet durch die Kritikfähigkeit jedes Einzelnen. Mir ist bei dem Gottesglauben noch nie klar geworden, warum Gott die Menschen nicht gleich hier bestraft. Er ist doch per Definition allmächtig. Da muss er doch nicht bis zum jüngsten Tag mit der Strafe warten. Was bezweckt er also damit? Aus dieser Sicht kann man annehmen, dass Gott eben deshalb Glaubenskritiker zulässt, um den Glauben der Gläubigen zu prüfen? Denn was ist ein Glaube wert, der sich keiner Überprüfung aussetzt. Der Gläubige wird da einwenden, dass Gott barmherzig und geduldig ist.
Da stellt sich allerdings die Frage, wie viele Generationen das noch so weiter gehen soll. Ein anderer möglicher Einwand ist, dass Gott die Menschen im Diesseits nicht bestraft, weil er sie im Jenseits noch härter bestrafen kann. Dieses Argument stellt aber Gottes Allmacht und seine Barmherzigkeit in Frage. Was hat denn der Religionskritiker böses getan? Er hat die Wahrheit gesagt, so wie er sie erkannt hat. Bestraft Gott Menschen für ihre Ehrlichkeit, vielleicht sogar für ihre Dummheit? Belohnt er nur die Menschen, die das nachplappern, was andere ihnen vorsagen?
Man sollte erwarten, dass Menschen, die gegenüber dem christlichen Glauben skeptisch eingestellt sind, diese moderne Art der Geisterbeschwörung sogar belächeln, immun sind gegen die Werbung der christlichen Kirchen. Trotzdem kommt es auch hier gelegentlich zu Bekehrungen. Brita Baldus DDR-Champion im Kunstspringen schildert ihre Bekehrung mit folgenden Worten:
Gerade Menschen, die nur sehr wenig über eine Religion wissen und naturwissenschaftlich kaum gebildet sind, unterliegen hier einem Identifikations-Phänomen, das auch in anderem Zusammenhang auftritt. Jeder hat es schon mal bei einem das Gemüt bewegenden Film erlebt. Zu Beginn des Films sind wir uns noch bewusst, dass dies nur eine Roman-Verfilmung ist, eine erfundene Geschichte, ein Gedankengebäude. Wir stehen noch vor diesem Gedankengebäude. Je länger der Film läuft, desto mehr identifizieren wir uns gefühlsmäßig mit einem der Hauptdarsteller des Films. Wir sind nun in diesem Gedankengebäude gefangen. Der Film schlägt uns in seinen Bann. Er fordert unsere ganze Aufmerksamkeit. Und schließlich sind wir zu Tränen gerührt. Wir leben nun in diesem Film. Etwas ähnliches geschieht im Kontakt mit fremden / religiösen Gruppen. Was zuerst fremd und lächerlich erscheint, wird immer mehr zur Normalität. Während wir anfangs noch eine gewisse Distanz gespürt haben, so verschwindet diese Distanz nach und nach. Mehr und mehr werden wir zu einem Teil des Spiels. Dazu trägt die Freundlichkeit der Gruppenmitglieder entscheidend bei. Die wenigen Argumente, die noch dagegen stehen, werden zerstreut. Sprüche wie: "Es gibt mehr auf dieser Welt als sich unsere Schulweisheit träumen lässt." machen in religiösen Gruppen die Runde. Ein Argument, das Raum schafft für die göttliche Existenz, aber eigentlich nur besagt, dass unser Wissen lückenhaft ist. Wenn jemand Mitglied der katholischen Kirche wird, dann ist es allein schon die Jahrhunderte währende Tradition dieser gewaltigen Organisation, die einem Respekt abverlangt. Haben deren Experten sich alle geirrt? Bei kleinen religiösen Gruppen ist es der ungeheuere Eifer und das rasche Wachstum, das der Herr den Israeliten schon versprochen hat.
Aber wer so argumentiert hat die Bibel nicht ganz gelesen.
Ist der Gläubige erst einmal fest in der Religionsgemeinschaft integriert, dann wird er mit Schrifttum und Vorträgen überschüttet, während man gleichzeitig für die Entwertung oder Vernichtung fremden Gedankenguts sorgt (siehe die Bücherverbrennung in Apostelgeschichte 19:19). So hält man den Gläubigen von seinen ungläubigen Mitmenschen fern. Schon der Apostel Paulus hat erfolgreich nach dieser Methode gearbeitet. Apostelgeschichte 19:9 Als aber einige verstockt waren und nicht glaubten und vor der Menge übel redeten von der Lehre, trennte er sich von ihnen und sonderte auch die Jünger ab und redete täglich in der Schule des Tyrannus. (Luther‘84) Die anderen hat Paulus nach bewährter Methode bedroht. Hebräer 3,7-11 Darum beherzigt, was der Heilige Geist sagt: Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet euer Herz nicht wie beim Aufruhr, wie in der Wüste am Tag der Versuchung. Dort haben eure Väter mich versucht, sie haben mich auf die Probe gestellt und hatten doch meine Taten gesehen, vierzig Jahre lang (zu den "Wundern" des Moses siehe . . .). Darum war mir diese Generation zuwider, und ich sagte: Immer geht ihr Herz in die Irre. Sie erkannten meine Wege nicht. Darum habe ich in meinem Zorn geschworen: Sie sollen nicht in das Land meiner Ruhe kommen. (vgl. Ps 95,7-11) Die Kritik gebildeter Griechen hat Paulus offenbar nicht verstanden. So war der griechische Philosoph Zenon bekannt für seine Paradoxien. U. a. für jene Paradoxie, in welcher der Kreter Epimenides behauptet: Alle Kreter lügen. Da Epimenides selbst ein Kreter ist, so stellt sich die Frage, ob auch er gelogen hat. Solche Paradoxien tauchen auch auf, wenn man einen allmächtigen Gott annimmt. Beispiel: Kann ein allmächtiger Gott einen Stein schaffen, den er selbst nicht tragen kann? Bei Paulus hört sich die Paradoxie Zenons vom Kreter Epimenides dann so an:
Gegen die Irrlehrer. Soviel zum geistigen "Tiefgang" paulinischer Schriften.
"Ignorance is strength" sagt schon George Orwell in seinem Buch 1984 und er hat recht. Die Ignoranz der Volksmassen begründet die Stärke einer Glaubensgemeinschaft. Man kann nur jedem, der seinen Glauben nicht verlieren möchte, empfehlen, sich einseitig aus irgendwelchen Kirchenblättern zu informieren. Er gewinnt dadurch ein Wissen, mit dem er jeden, der sich bisher keine Gedanken zum Thema Religion und Weltanschauung gemacht hat, überzeugen kann. Dieses Wissen wird so zur Macht über ahnungslose Menschen. Zudem können die Kirchen mit der Eitelkeit ihrer Anhänger rechnen, denn wenn jemand etwas als "richtig" anerkannt hat und öffentlich bekannt hat, dann wird er / sie nur noch nach Argumenten für diese Lehre suchen. Er / sie wird kaum zugeben, dass in der "eigenen" Argumentation Fehler sind. Ebenso wie andere Gläubige deutet er nun jedes Erlebnis als möglichen Fingerzeig Gottes. Mit den Argumenten der Kritiker befassen sich die Kirchen nur notgedrungen. Kritiker werden seit jeher diffamiert und bedroht. Sprüche 25:26 Ein Gerechter, der angesichts eines Gottlosen wankt, ist wie ein getrübter Brunnen und eine verderbte Quelle. (Luther‘84) Sprüche 10:20 Des Gerechten Zunge ist kostbares Silber; aber der Gottlosen Verstand ist wie nichts. (Luther‘84) Sprüche 12:5 Die Gedanken der Gerechten sind redlich; aber was die Gottlosen planen, ist lauter Trug. (Luther‘84) 2. Timotheus 2:16-18 Halte dich fern von ungeistlichem, losem Geschwätz; denn es führt mehr und mehr zu ungöttlichem Wesen, und ihr Wort frisst um sich wie der Krebs. Unter ihnen sind Hymenäus und Philetus, die von der Wahrheit abgeirrt sind und sagen, die Auferstehung sei schon geschehen (was übrigens auch der Evangelist Matthäus behauptet Matthäus 27:53), und bringen einige vom Glauben ab. (Luther‘84) 1. Timotheus 1:19-20 ...Das haben einige von sich gestoßen und am Glauben Schiffbruch erlitten. Unter ihnen sind Hymenäus und Alexander, die ich dem Satan übergeben habe, damit sie in Zucht genommen werden und nicht mehr lästern. (Luther‘84) 1. Korinther 16:22 Wenn jemand den Herrn nicht lieb hat, der sei verflucht. Maranata! (Luther‘84) Offenbarung 21:8 Was aber die Feiglinge und die Ungläubigen und die betrifft, die zufolge ihrer Unsauberkeit abscheulich sind, und Mörder und Hurer und solche, die Spiritismus ausüben, und Götzendiener und alle Lügner, ihr Teil wird in dem See sein, der mit Feuer und Schwefel brennt. Das bedeutet den zweiten Tod. Psalm 58:11 Der Gerechte wird sich freuen, wenn er solche Vergeltung sieht, und wird seine Füße baden in des Gottlosen Blut; (Luther‘84)
Solche Sätze stärken auch gleichzeitig das elitäre Bewusstsein der Glaubensgemeinschaft. Mit dieser Masche hat schon Jesus seine Jünger gewonnen, indem er ihnen einen goldenen Richterstuhl im Reich Gottes versprach. Lukas 1:52 Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen.(Luther‘84) Lukas 22:29-34 (Matthäus 19:28) Und ich will euch das Reich zueignen, wie mir‘s mein Vater zugeeignet hat, dass ihr essen und trinken sollt an meinem Tisch in meinem Reich und sitzen auf Thronen und richten die zwölf Stämme Israels. Simon, Simon, siehe, der Satan hat begehrt, euch zu sieben wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dereinst dich bekehrst, so stärke deine Brüder. Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen. Er aber sprach: Petrus, ich sage dir: Der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet hast, dass du mich kennst. (Luther‘84) Welche Folgen hat nun diese Geisteshaltung? Die Absonderung gegenüber den Mitmenschen, die Unterbindung eines echten Dialogs, der Glaube an das ewige Leben und das elitäre Bewusstsein sind die psychologische Voraussetzung für den bewaffneteten Kampf. Die Ungläubigen und die Kritiker der Lehre werden vom Gläubigen als latente Bedrohung des eigenen ewigen Lebens und des ewigen Lebens seiner Kinder empfunden. Tolerant werden da nur jene sein, die zweifeln. Wenn Gläubige die Macht erringen, kommt es fast zwangsläufig zum Krieg. Im Glauben liegt eben doch ein böses Prinzip. (vgl. Ludwig Feuerbach in "Das Wesen des Christentums") Religionskriege und Rassenverfolgung haben ähnliche psychologische Ursachen und oft werden beide Motivationshebel von Machthabern benutzt. Die Friedfertigkeit einer Gesellschaft ist messbar an ihrer Bereitschaft zu einem Dialog mit Andersdenkenden.
Für jede Religion und jede Ideologie sind die Kritiker in den eigenen Reihen die größte Gefahr, denn sie sind nicht einfach mundtot zu machen. Man braucht daher eine Argumentation, die nicht so leicht durchschaubar ist. Unter den vielen Möglichkeiten, die es gibt um "die Wahrheit" (die Heilige Schrift) etwas glaubwürdiger darzustellen, ist die Auslegung die am häufigsten angewandte. Schon von Jesus wird berichtet, dass er die Schriften ausgelegt hat. Er stellt damit den Bezug zum alten Testament her und preist sich selbst als den Messias an. Lukas 24:27 Und ausgehend von Moses und allen Propheten, legte er ihnen in allen Schriften die Dinge aus, die ihn betrafen. Kritikern seiner Auslegungen entgegnet Petrus selbstbewusst: 2. Petrus 1:20-21 Denn das wisst zuerst, dass keine Prophezeiung der Schrift irgendeiner privaten Auslegung entspringt. Denn die Prophetie wurde niemals durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern Menschen redeten von Gott aus, wie sie vom heiligen Geist getragen wurden. Heute dient diese Stelle fundamentalistisch orientierten Christen dazu, eine Bibelstelle des einen Verfassers mit einer Bibelstelle eines anderen Verfassers auszulegen. Die Zeitrechnung der Zeugen Jehovas ist ein Musterbeispiel dafür. Die Bibel legt sich selbst aus, sagen sie. Selbstverständlich dürfen die Bibelstellen nicht willkürlich ausgewählt werden. Dazu bedarf es des Geistes Gottes. Mit anderen Worten: Die Kirchenleitung entscheidet. Die katholische Kirche leitet u. a. aus der gerade genannten Bibelstelle 2. Petrus 1:20-21 in der "Dogmatischen Konstitution über die göttliche Offenbarung Dei Verbum" die göttliche Inspiration der Bibel ab (siehe http://www.stjosef.at/ ). Nun muss man nur noch sicher gehen, dass keine dieser Prophezeiungen im Laufe der Zeit verfälscht worden ist. Dazu wird meist Offenbarung 22:18-19 zitiert. Offenbarung 22:18-19 Ich lege vor jedermann Zeugnis ab, der die Worte der Prophezeiung dieser Buchrolle hört: Wenn jemand einen Zusatz zu diesen Dingen macht, wird Gott ihm die Plagen hinzufügen, die in dieser Buchrolle geschrieben stehen, und wenn jemand irgend etwas von den Worten der Buchrolle dieser Prophezeiung wegnimmt, wird Gott dessen Teil von den Bäumen des Lebens und aus der heiligen Stadt wegnehmen, Dinge, die in dieser Buchrolle geschrieben stehen. Diese Stelle beziehen christliche Fundamentalisten auf die ganze Bibel. Ganz schön gewagt, wenn man bedenkt, dass die Bibel aus Einzelschriften im 4. Jahrhundert zusammengesetzt wurde und sich die einzelnen christlichen Religionen bis heute nicht ganz einig sind, welche Schriften zum Kanon der Bibel gehören. Die Richtigkeit der Bibel wird bei diesem "Beweis" aus der Bibel bewiesen, d. h. aus jenem Buch dessen Richtigkeit man erst untersuchen wollte. Die Bibel müsste dazu aber widerspruchsfrei sein, was sie nicht ist (siehe unter dem Link Briefe das Kapitel "Kann Gott rechnen?"). In den Schriften der Kirchen werden solche Widersprüche nicht sichtbar. Dem Gläubigen werden i. a. nur Bibelstellen präsentiert, deren Wahrheitsgehalt einleuchtet und warum sollte dann der Rest der Bibel nicht auch richtig sein? Schließlich handelt es sich hier nicht um einen mathematischen Beweis, sondern um einen Glaubensbeweis. Hier noch ein Beispiel für ein wahres Wort: Sprüche 14:15 Irgendein Unerfahrener glaubt jedem Wort, aber der Kluge achtet auf seine Schritte.
Sätze aus dem Zusammenhang gerissen Dies ist besonders zu beobachten, wenn im neuen Testament auf die Prophezeiungen des alten Testaments verwiesen wird. Das sieht dann so aus:
Wenn man nachliest, was Sacharaja gesagt hat, stellt man fest: Jesus oder die Evangelisten, die über ihn berichtet haben, haben einzelne Sätze aus dem Zusammenhang gerissen und in Verbindung mit dem Leben Jesu in einen neuen Zusammenhang gestellt. Hier noch ein weiteres Beispiel: Die Prophezeiung "geboren in Bethlehem"
Micha 5:1-3 Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist. Indes läßt er sie plagen bis auf die Zeit, daß die, welche gebären soll, geboren hat. Da wird dann der Rest seiner Brüder wiederkommen zu den Söhnen Israel. Er aber wird auftreten und weiden in der Kraft des HERRN und in der Macht des Namens des HERRN, seines Gottes. Und sie werden sicher wohnen; denn er wird zur selben Zeit herrlich werden, so weit die Welt ist.(Luther 84) Wenn man weiter liest steht da noch etwas von den Assyrern, die das Land überfallen und den sieben Hirten, die gegen die Assyrer aufgestellt werden. Micha 5:4 Und er wird der Friede sein. Wenn Assur in unser Land fällt und in unsere festen Häuser einbricht, so werden wir sieben Hirten und acht Fürsten dagegen aufstellen, . . . (Luther 84) Die Vorhersage bezieht sich also auf eine völlig andere Zeit. Mehr siehe Jesus Teil 2! Das ist auch der Grund, warum die Juden, denen Paulus diese Auslegungen vorgetragen hat, so erbost waren. Sie kannten ihre Propheten. Dies erklärt auch die geringen Missionserfolge unter den Juden. Die genaue Kenntnis des alten Testaments machte sie immun gegen den neuen Glauben. Paulus wurde in fast jeder Stadt, die er besucht hat, von Juden kritisiert und musste häufig fliehen. Apostelgeschichte 14:19 (Apostelgeschichte 13:45, 28:22) Es trafen aber Juden aus Antiochia und Ikonium ein und überredeten die Volksmengen, und sie steinigten Paulus und schleppten ihn zur Stadt hinaus, in der Meinung, er sei tot. Siehe auch Apostelgeschichte 13:50-51, 14:5-6, 16:22-23, 17:8-10, 17:32-33, 21:30. Das Argument, dass Sätze aus dem Zusammenhang gerissen wurden und in einen neuen Zusammenhang gestellt wurden, wird aber auch von Christen zur Abwehr atheistischer Argumentation verwendet. Beispiel:
Für die christliche Interpretation besteht die Grundaussage darin, dass Satan Reichtum anbietet und dafür Verehrung verlangt. Jesus widersteht dieser Versuchung und dient nur Gott. Zitiert nun der nur Atheist
so ergibt sich als Konsequenz der Einzelaussage dieses Satzes zusätzlich, dass Jesus, der dies seinen Jüngern erzählt hat, offenbar an das antike Weltbild geglaubt hat, wonach die Erde überschaubare eine Scheibe ist. Heute wissen wir, dass man von einem hohen Berg wegen der Kugelgestalt der Erde, aber auch wegen des Wassergehalts der Luft niemals alle Reiche dieser Erde sehen kann. Diese Einzelaussage will der Christ natürlich nicht wahr haben, denn dann wäre Jesus nicht der brave Sohn Gottes. So wehrt sich der Christ dann damit, dass dieser Satz aus dem Zusammenhang gerissen wurde und aus der religiösen Aussage eine naturwissenschaftliche gemacht wurde. Dass hier beides enthalten ist, passt nicht ins christliche Weltbild. Bei der Einzelaussage eines Satzes ist natürlich beachten, ob sie abhängig oder unabhängig vom Zusammenhang ist. Die Aussage "der Ball ist rund" gilt unabhängig vom Zusammenhang. Aber das Gebot "du sollst nicht töten" gilt nur eingeschränkt, denn Notwehr ist durchaus erlaubt. Das alte Testament erlaubt auch die Todesstrafe. Zu den todeswürdigen Verbrechen gehört u. a. die Wahrsagerei (3. Mose (Leviticus) 20,6). Im alten Testament wird sogar der Bürgerkrieg aus Glaubensgründen gerechtfertigt (2. Mose (Exodus) 32,28).
Symbolisch gedeutet - ein übler Trick Behauptet wird, dass sich religiöse Inhalte nur in Symbolismen darstellen lassen, metaphorisch gemeint sind. Nutzen lässt sich dies, um die Widersprüchlichkeit der Bibel durch eine symbolische Deutung aufzuheben.
Richtig ist: Die Bibel enthält symbolhafte Wörter. Ein Beispiel ist die in der Bibel enthaltene Zahlensymbolik. Oder die Symbolik, die bei lyrischen Darstellungen verwendet wird. Beispiel:
Diese Form der Symbolik wird aber auch Synonymen zugeschrieben. So wird zum Beispiel im griechischen Text des Neuen Testaments für Wind und Geist manchmal das gleiche Wort pneuma verwendet, obwohl es im griechischen auch das Wort logos für Geist gibt. Dies erklärt sich aus der damaligen naturwissenschaftlichen Sichtweise. Viele betrachten ja auch heute noch den Geist als etwas, das von außen auf einen einströmen kann. Der Geist als Systemwirkung des Gehirns ist eine naturwissenschaftliche Sichtweise, die zwar gut begründet ist, aber leider noch nicht allgemein akzeptiert. (mehr dazu siehe das Kapitel "Dimensionen des Geistes") Ein weiteres Beispiel. Sterne und Engel sind aus antiker Sichtweise ein und das selbe, da man insbesondere für die beweglichen Sterne annahm, dass dies Lichtgestalten sind oder Leuchtkörper, die von Geistwesen bewegt werden.
Die für Israel nicht erlaubte Verehrung der Gestirne wird anderen Völkern zugestanden.
Richter 5,20 In der Bibel wird gelegentlich auch Jesus als Morgenstern bezeichnet.
In der symbolischen Deutung wird dann die religiöse Sichtweise betont und die naturwissenschaftliche ausgeblendet. Gerade Texte aus der Offenbarung (Offenbarung = Offenlegung nicht Verschlüsselung) werden häufig symbolisch gedeutet. Dabei richtet sich die Offenbarung an bestimmte christliche Gemeinden. Sie soll Ungläubige oder Wankelmütige in den Schoß der Kirche zurück führen. Sie enthält eindeutige Bezüge zum antiken Weltbild. Wie will man schließlich folgenden Text symbolisch deuten:
Was ist ein symbolischer Himmel oder symbolische Berge und Inseln. Diese Symbolik ist im damaligen Sprachgebrauch doch gar nicht enthalten. Symbolische Auslegungen, Interpretationen sind Wertzuweisungen. Eine Prophezeiung oder ein Lehrsatz bekommt plötzlich einen völlig anderen Sinn. Dies rechtfertigt jedoch keine Sinn verfälschenden Auslegungen. Die Symbolik muss wenigstens im damaligen Sprachgebrauch enthalten sein. Wenn man annimmt, dass die Bibel in einer Art symbolischer Fachsprache abgefasst ist, dann fehlt der Bibel ein Glossar, das diese Begriffe jeweils erläutert. Und wir müssen uns doch auch fragen. wo denn die feste Grundlage für den Glauben ist, wenn man annimmt, dass die Aussagen der Bibel nicht eindeutig sind. Was hat man dann noch in der Hand? Ein Geschichtsbüchlein aus dem man herauslesen kann, was man hören will? Jedes Buch, und sei es auch noch so phantastisch, sei es noch so banal, kann doch mit dieser Methode zu einer heiligen Schrift hochstilisiert werden. Die im Alltag üblichen Wahrheitskriterien werden bei dieser Deutung nicht mehr berücksichtigt. Man orientiert sich nicht mehr an der unmittelbar einleuchtenden Aussage der Texte, sondern man hat nach einer glaubwürdigen Darstellung zu suchen, weil die Bibel als wahr vorausgesetzt wird und nicht sein kann, was nicht sein darf.
Wer viel sagt, sagt auch viel Falsches. Dieser Satz gilt natürlich auch für Kirchenväter. So hat zum Beispiel Paulus schon zu seinen Lebzeiten den Jungfrauen empfohlen jungfräulich zu bleiben, wegen der Notzeit, die dem Ende vorausgeht. Siehe 1. Korinther 7,25-26 und 1. Korinther 7,40 sowie Markus 13,14-20. Man stelle sich vor, die Christen hätten sich an seinen Rat gehalten. Es gäbe sie dann heute gar nicht mehr. Nur kann man da schlecht zugeben, dass sich Paulus geirrt hat, denn er war ja angeblich vom heiligen Geist geleitet. Aber auch dafür haben findige Bibelforscher eine Antwort. Insbesondere Zeugen Jehovas, die schon mehrfach ein mögliches Datum für den Weltuntergang genannt haben, zitieren hier
Den Gläubigen wird erklärt, dass jene, die vom Geist Gottes beschienen wurden, die Dinge noch nicht bei vollem Tageslicht erblickt haben, sondern in der Dämmerung der aufgehenden Sonne. Ob die Sonne nun aufgegangen ist, lässt man natürlich offen. Paulus sagt schließlich
Irren ist bekanntlich menschlich.
Da hilft offenbar auch nicht die göttliche Inspiration (siehe
Wer hat den Geist Gottes?). Gelegentlich
hört man als Erklärung dafür, warum die Bibelschreiber und Kirchenväter
trotz göttlicher Erleuchtung unterbelichtet waren, dass die Seele in
ihrem irdischen Dasein an den Leib gebunden ist und dies offenbar die
Erkenntnis getrübt hat. Aber wir wissen ja alle, warum der Teufel seine
Großmutter geschlagen hat - weil sie keine Ausrede wusste. |