Jesus von Nazareth 
Teil 5

Textmarken: Wie Jesus die Feindesliebe praktiziert,    Der zweifache Tod des Judas,    Schimpfworte aus Jesus Mund,    Die Pharisäer,    Jesus und sein Liebesverhältnis,    Der Dieb Judas,    Wie Jesus das Gesetz interpretiert,    Jesus und Hygiene,    Sündenvergebung,    Wen wir lt. Jesus bestehlen dürfen,    Taufe,    Beichte,    Wahre Christen sterben nicht,    Und der Tag ist nahe


Wie Jesus die Feindesliebe praktiziert  

oder

wer anderen droht, der schlägt auch zu!

Die Feindesliebe - sehen wir nun, welch ein leuchtendes Beispiel uns Jesus hier war. Seine Feinde waren auch Gottes Feinde.

Johannes 15:23

Wer mich hasst, hasst auch meinen Vater.

Johannes 2:13-17 (Matthäus 21,10-17; Markus 11,15-19; Lukas 19,45-48)

Nun war das Passah der Juden nahe, und Jesus ging Jerusalem hinauf. Und er fand im Tempel die Verkäufer von Rindern und Schafen und Tauben und die Geldmakler auf ihren Plätzen. Nachdem er nun aus Stricken eine Peitsche gemacht hatte, trieb er sie alle samt den Schafen und Rindern aus dem Tempel hinaus, und er schüttete die Münzen der Geldwechsler aus und stieß ihre Tische um. Und er sprach zu den Taubenverkäufern: "Schafft diese Dinge von hier weg. Hört auf, das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus zu machen!" Seine Jünger erinnerten sich daran, dass geschrieben steht: ‘Der Eifer um dein Haus wird mich verzehren.’ (Psalm 69,10)

Seine Jünger erinnerten sich ... Verschweigen konnte man den Vorfall offenbar nicht, also musste man erläutern, warum Jesus diesen Terroranschlag verübt hat.

Aber die hier gegebene Begründung, dass ihn "der Eifer um das Haus Gottes verzehren wird", passt nicht, denn in Matthäus 6:5-6 sagt Jesus: "Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest ..." und gemäß Apostelgeschichte 7:47-49 wohnt der Allerhöchste nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind, wie der Prophet spricht: "Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße; was wollt ihr mir denn für ein Haus bauen, spricht der Herr, oder was ist die Stätte meiner Ruhe?" (Jesaja 66:1)

Weiterhin fällt auf, dass es Jesus hier nicht mit Güte, Nächsten- und Feindesliebe versucht hat. Es ist keine friedliche Demonstration. Er hätte z. B. irgendwo anders ein eigenes Gotteshaus bauen können.

Wenn jemand die Nächsten- und Feindesliebe predigt und sich dann selbst nicht daran hält, dann muss man sich doch fragen, wie ernst seine Worte gemeint sind. Einen Menschen muss man an seinen Taten messen. Seiner Ehrlichkeit kann man nicht blind vertrauen.

Nach der "Tempelreinigung" wurde Jesus und seinen Anhängern nirgends in der Stadt Zuflucht gewährt (Markus 11:19). Diese Aktion hatte ihm keine Sympathie beim Volk eingebracht. Zudem war der rituelle Vorgang der Opferung von Moses genau geregelt. Die Opfergaben dienten dem Lebensunterhalt der Priesterkaste, die ihrerseits für die Instandhaltung des Heiligtums sorgte (siehe 3. Mose).

Heute wird hier auf die Menschlichkeit des Jesus von Nazareth verwiesen. Er war ganz Mensch und ganz Gott, so die heutige theologische Interpretation.

Trotzdem bleibt ein Schatten von Gewalttätigkeit auf dem angeblich so edlen Charakter jenes Jesus von Nazareth. Und dieser Schatten wird zur Gewissheit, wenn man bedenkt wie häufig Jesus andere verflucht, ihnen droht (zum Beispiel Johannes 3:36; Lukas 21:24; Markus 9:42-47; Matthäus 13:50) oder sie beschimpft. 

Denen hat er heimgeleuchtet! Ja - Wen der Herr liebt, den züchtigt er, wie ein Vater seinen Sohn, den er gern hat. (Sprüche 3:12)

Sie meinen, sein Jünger Judas hat auch gerne Geld gewechselt? Ja er war sogar ein Spezialist für Eigentumsveränderungen.

Johannes 12:6

Das sagte er (Judas) aber nicht, weil ihm an den Armen gelegen war, sondern weil er ein Dieb war und die Kasse hatte und die Einlagen wegzutragen pflegte (geklaut hat).

Nein! Judas war hier nicht dabei. Das würde ja drinstehen!

Markus 11:19 (nach der "Tempelreinigung")

Und als es am Tag spät wurde, gingen sie jeweils (einzeln) aus der Stadt hinaus. (Jesus und seine Jünger sind sozusagen verduftet).

Nun ja - vielleicht hat er zugesehen, der Judas.

Judas war so ein Resozialisierungsfall, der Jesus schwer enttäuscht hat. Er hat ja auch seine gerechte Strafe erhalten.

Apostelgeschichte 1:18

Dieser (Judas) nun erwarb sich mit dem Lohn für seine Ungerechtigkeit ein Feld, und kopfüber stürzend, barst er krachend mitten entzwei, und alle seine Eingeweide wurden verschüttet.

Sie meinen, Judas hat sich erhängt. Dafür gibt es auch einige Hinweise in den Evangelien (Matthäus 27:5), aber über das Ende von Verbrechern berichtet die Bibel leider nicht immer ausführlich. So lässt sie z. B. das Ende des Kain (Sohn Adams im 1. Mose) im Dunkeln.

Aber zurück zu unserem Thema, der Feindesliebe. Sehen wir doch einmal, wie gut es Jesus mit seinen Kontrahenten, den Pharisäern und Schriftgelehrten meint.

Matthäus 23:24

Blinde Leiter seid ihr, die ihr die Mücke aussiebt, das Kamel aber hinunterschluckt.

Matthäus 23:27

Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler, weil ihr getünchten Gräbern gleicht, die zwar von außen schön scheinen, innen aber voller Totengebeine und allerlei Unreinigkeit sind.

Matthäus 23:33

Schlangen, Otternbrut, wie solltet ihr dem Gericht der Gehenna entfliehen?

Ein paar Schimpfworte - das sind doch wenigstens ein paar schlagkräftige Argumente. Bei Aristoteles, Thomas von Aquin oder Manfred Eigen sucht man solche Argumente vergebens. Hier zeigt sich doch die wahre geistige Größe jenes Jesus. Wie so viele andere, so verdeckt auch Jesus seine eigene Argumentationsschwäche, indem er andere beschimpft.

Was für eine verrufene Sekte die Pharisäer waren, erfahren wir am besten von einem ehemaligen Anhänger dieser Sekte, von dem Apostel Paulus, alias Saulus.

Apostelgeschichte 26:4-5 (Verteidigungsrede vor dem römischen König Agrippa)

In der Tat, was den Lebenswandel von Jugend auf betrifft, den ich von Anfang an inmitten meiner Nation in Jerusalem geführt habe, wissen alle Juden, die mich von früher her, von Anbeginn, gekannt haben, wenn sie es nur zu bezeugen wünschen, dass ich nach der strengsten Sekte unserer Form der Anbetung als ein Pharisäer gelebt habe.

Jesus wird zwar als Erfinder der Feindesliebe dargestellt. Tatsächlich findet man jedoch in der jüdischen Überlieferung bereits lange vorher ein Beispiel für Feindesliebe in

2. Könige 6: 21-23
Und als der König von Israel sie sah, sprach er zu Elisa: Mein Vater, soll ich sie töten? Er sprach: Du sollst sie nicht töten. Erschlägst du denn die, die du mit Schwert und Bogen gefangen hast? Setze ihnen Brot und Wasser vor, dass sie essen und trinken, und lass sie zu ihrem Herrn ziehen! Da wurde ein großes Mahl bereitet. Und als sie gegessen und getrunken hatten, ließ er sie gehen, dass sie zu ihrem Herrn zogen. Seitdem kamen streifende Rotten der Aramäer nicht mehr ins Land Israel.
 

 

Jesus und sein Liebesverhältnis

 

Es gibt ein Recht auf Blasphemie, sonst gibt es keine wahre Freiheit. (Voltaire)

Bekannt ist, dass Jesus ein Verfechter der Nächstenliebe war. Sie meinen, er hat die Nächstenliebe erfunden? Möglich. Aber fairerweise müssen wir sagen, dass Moses sie auch schon gepredigt hat (3. Mose 19:18). Nach diesem theoretischen Vorgeplänkel nun ein praktisches Beispiel der Nächstenliebe, wie sie Jesus uns vorgelebt hat:

Johannes 11:5

Jesus nun liebte Martha und ihre Schwester (Maria) und Lazarus.

Nein, nicht wie sie denken! Nur platonisch!

Johannes 11:2

Es war nämlich die Maria, die den Herrn mit wohlriechendem Öl eingerieben und seine Füße mit ihrem Haar abgetrocknet hatte . . .

Lesen wir noch in Lukas 7 nach, was Jesus unter Liebe versteht.

Lukas 7:37-38

Und siehe! eine Frau, die in der Stadt als eine Sünderin (Prostituierte) bekannt war, erfuhr, dass er im Hause des Pharisäers ein Mahl einnehme, und sie brachte ein Alabasterkästchen mit wohlriechendem Öl, und sie stellte sich hinten zu seinen Füßen hin, weinte und fing an, seine Füße mit ihren Tränen zu benetzen, und sie trocknete sie mit dem Haar ihres Hauptes ab. Auch küsste sie seine Füße zärtlich und rieb sie mit dem wohlriechendem Öl ein.

Lukas 7:47 (es handelt sich immer noch um die selbe Frau)

"Deshalb sage ich dir: Ihre Sünden sind vergeben, obwohl es ihrer viele sind, weil sie viel geliebt hat; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.

Lesen wir noch

Lukas 10:38 bis 11:1

Als sie nun weitergingen, begab er sich in ein gewisses Dorf. Hier nahm ihn eine gewisse Frau namens Martha als Gast in das Haus auf. Diese Frau hatte auch eine Schwester, Maria genannt, die sich jedoch zu den Füßen des Herrn niedersetzte und unablässig seinem Wort lauschte. Martha dagegen ließ sich durch viele Dienstleistungen ablenken. So trat sie herzu und sagte: "Herr, machst du dir nichts daraus, dass meine Schwester die Bedienung mir allein überlassen hat? Sage ihr daher, dass sie mir Hilfe leiste." Als Antwort sprach der Herr zu ihr: "Martha, Martha, du bist besorgt und beunruhigt um viele Dinge. Wenige Dinge jedoch sind nötig oder nur eins. Maria ihrerseits hat das gute Teil erwählt, und es wird nicht von ihr weggenommen werden."

Jesus hätte es wohl gerne gesehen, wenn es zu einem flotten Dreier gekommen wäre, denn es ist wohl anzunehmen, dass Maria ihren Lebensretter mit allem verwöhnt hat, wovon Männer träumen und als Prostituierte hatte sie da Erfahrung.

Wenn Prostitution unter Zwang ausgeübt wird, dann ist dies natürlich genauso zu verurteilen, wie jedes andere sklavenähnliche Arbeitsverhältnis. Wenn jedoch jemand polygam veranlagt ist und gleichgesinnte Partner findet - wem schadet dies? Mehr zum Thema Prostitution . . .

Übrigens - das alte Testament sanktioniert durch seine Gesetzgebung die Sklaverei (3. Mose 21, 7 - Wenn einer seine Tochter als Sklavin verkauft hat, ...). Jesus wendet sich nirgends gegen diese Praxis.


Jesus definiert in Markus 3:31-35 wer ihm am Nächsten steht, nämlich nicht seine Verwandten, sondern seine Gesinnungsgenossen. Aus dieser Sicht ist das Gebot der Nächstenliebe kein Votum für Toleranz und Dialog, stattdessen kommt aus seinem Mund der unselige Alleinvertretungsanspruch für die absolute Wahrheit.

Wieso nur die Kirche heute gegen die Prostitution ist? Auch dies lässt sich aus der Bibel begründen.

Markus 7:21-23
Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft. All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.

1. Korinther 6:18
Hütet euch vor der Unzucht! Jede andere Sünde, die der Mensch tut, bleibt außerhalb des Leibes. Wer aber Unzucht treibt, versündigt sich gegen den eigenen Leib.

Aber was sagte doch der Gründer des Hosenbandordens: "Honi soit qui mal y pense!" (Schlecht ist, wer schlechtes denkt).

Seine Nächsten, nämlich seine Verwandten, liebte Jesus genauso, wie sie ihn liebten.

Markus 3:19-21

Und er ging in ein Haus. Wieder einmal kam die Volksmenge zusammen, so dass sie nicht einmal ein Mahl einnehmen konnten. Als aber seine Verwandten davon hörten, gingen sie hin, um sich seiner zu bemächtigen, denn sie sagten: "Er ist von Sinnen."

Markus 3:31-35 (Matthäus 12:46-50, Lukas 8:19-21)

Nun kamen seine Mutter und seine Brüder, und als sie draußen standen, sandten sie zu ihm, um ihn zu rufen. Es saß nun aber eine Volksmenge um ihn herum und man sagte ihm: "Siehe! Deine Mutter und deine Brüder draußen suchen dich." Er gab ihnen jedoch zur Antwort: "Wer sind meine Mutter und meine Brüder?" Und nachdem er die angeschaut hatte, die im Kreis um ihn herumsaßen, sprach er: "Seht, meine Mutter und meine Brüder! Wer immer den Willen Gottes tut, dieser ist mir Bruder und Schwester und Mutter."

Lukas 14:26-27 (Matthäus 10:34-38)

Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und seine Mutter und seine Frau und seine Kinder und seine Brüder und seine Schwestern, ja seine eigene Seele, so kann er nicht mein Jünger sein. Wer nicht seinen Marterpfahl trägt und mir nachkommt, der kann nicht mein Jünger sein.

Jesus hat uns hier ein gutes Beispiel gegeben:

Sprüche 29:24

Wer Teilhaber mit einem Dieb ist, hasst seine eigene Seele.

Bekanntlich war ja sein Jünger Judas ein Dieb (Johannes 12:6).

Nun wissen wir endlich, wie Matthäus 19:19 gemeint ist.

Matthäus 19:19

Ehre deinen Vater und deine Mutter, und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

5. Mose 27:16

Verflucht ist, wer seinen Vater oder seine Mutter mit Verachtung behandelt.

3. Mose (Leviticus) 20,9
Jeder, der seinen Vater oder seine Mutter verflucht, wird mit dem Tod bestraft. Da er seinen Vater oder seine Mutter verflucht hat, soll sein Blut auf ihn kommen. (2. Mose (Exodus) 21,17)

 

 

Wie Jesus das Gesetz "interpretiert"

An welchen Kleinigkeiten entzündete sich nun der Disput mit den Pharisäern.

Markus 7:1-6 (Lukas 11:37-46)

Es versammelten sich nun bei ihm (Jesus) die Pharisäer und einige von den Schriftgelehrten, die von Jerusalem gekommen waren. Und als sie einige seiner Jünger ihr Mahl mit unreinen, das heißt ungewaschenen Händen einnehmen sahen - denn die Pharisäer und alle Juden essen nicht ohne sich die Hände bis zum Ellbogen zu waschen, da sie an der Überlieferung der Männer früherer Zeiten festhalten, und wenn sie vom Markt zurück sind, essen sie nicht, ohne sich durch Besprengen zu reinigen; und noch viele andere Überlieferungen gibt es, die sie zu halten übernommen haben: Taufen von Bechern und Krügen und Kupfergefäßen (Gesetz Moses (Gottes) in 3. Mose 11:32) -, da befragten ihn diese Pharisäer und Schriftgelehrten: "Warum wandeln deine Jünger nicht nach der Überlieferung der Männer früherer Zeiten, sondern nehmen ihr Mal mit unreinen Händen ein?" Er sprach zu ihnen: "Jesaja hat treffend von euch Heuchlern prophezeit, so, wie es geschrieben steht:

‘Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir. Vergeblich bringen sie mir fortwährend Anbetung dar, weil sie als Lehren Menschengebote lehren.’

Ihr gebt das Gebot Gottes auf und haltet an der Überlieferung der Menschen fest."

Markus 7:15

Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein (krank) machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.
 

Die Gesetze, auf die hier Bezug genommen wird stehen in 3. Mose 11:32, 14:8, 17:15. Jesus setzt sich damit über Gesetze hinweg, die nach dem Glauben der Juden göttlichen Ursprungs sind und beschimpft noch diejenigen als Heuchler, die sich  daran halten und ihn darauf hinweisen. Eine Provokation! Ganz abgesehen davon, dass die Kritik an diesem Gesetz auch aus heutiger Sicht ungerechtfertigt ist, denn Hygiene dient der Volksgesundheit. Es stimmt einfach nicht dass wir nur durch psychische Einflüsse krank (unrein) werden, wir können ebenso durch eine Infektion erkranken. Und dies hat Jesus offensichtlich nicht gewusst.

Man sieht doch hier wieder einmal, wie weit uns doch die Hippies und Gambler mit ihrer Lehre von der Hygiene voraus sind. Fürchten sie sich also nicht vor Bakterien und anderen Krankheitskeimen. Außerdem soll ja Sauberkeit der Hautfarbe schaden. Wie sagt doch Jesus in

Johannes 7:24

"Richtet nicht mehr nach der äußeren Erscheinung, sondern fällt ein gerechtes Urteil.

Lukas 7:23

"Und glücklich ist, wer nicht Anstoß an mir nimmt."

Ja - Jesus hat sogar uns mit seiner Auffassung von Recht und Gesetz den Weg ins Paradies geebnet. Sie fragen, wieso?

Matthäus 12:31 (Markus 3:28)

"Deswegen sage ich euch: Jede Art von Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben werden."

Aber lesen wir sicherheitshalber zum Vergleich noch

Matthäus 5:17-22

Denkt nicht ich sei gekommen, um das "Gesetz" oder die "Propheten" zu vernichten. Nicht um zu vernichten, bin ich gekommen, sondern um zu erfüllen; denn wahrlich, ich sage euch: Eher würden Himmel und Erde vergehen, als dass auch nur ein kleinster Buchstabe oder ein einziges Teilchen eines Buchstabens vom "Gesetz" verginge und nicht alles geschehe. Wer immer daher eines dieser geringsten Gebote bricht und dies Menschen demgemäß lehrt, der wird hinsichtlich des Königreichs der Himmel "Geringster" genannt werden. Wer immer sie hält und lehrt, dieser wird hinsichtlich des Königreichs der Himmel "groß" genannt werden. Denn ich sage euch, dass ihr, wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, keinesfalls in das Königreich der Himmel eingehen werdet. Ihr habt gehört, dass zu denen, die in alten Zeiten lebten, gesagt wurde: ‘Du sollst nicht morden; Wer immer einen Mord begeht, wird dem Gerichtshof Rechenschaft geben müssen!’ Doch ich sage euch, dass jeder, der seinem Bruder fortgesetzt zürnt, dem Gerichtshof Rechenschaft wird geben müssen; wer immer aber ein unaussprechliches Wort der Verachtung an seinen Bruder richtet, wird dem höchsten Gerichtshof Rechenschaft geben müssen, während jeder, der sagt: ‘Du verächtlicher Tor!’ der feurigen Gehenna verfallen sein wird."

Wie sich das doch alles zusammenfügt!?

Lesen wir nun wie Jesus das Gebot "du sollst nicht stehlen" interpretiert.

Lukas 16:1-9

Dann fuhr er fort, auch zu den Jüngern zu sagen: "Ein gewisser Mensch war reich, und er hatte einen Verwalter, und dieser wurde bei ihm angeklagt, er gehe mit seinen Gütern verschwenderisch um. Da rief er ihn und sagte zu ihm: "Was ist das, was ich über dich höre? Lege Rechenschaft ab über deine Verwaltung, denn du kannst das Haus nicht länger verwalten." Da sagte der Verwalter bei sich selbst: ‘Was soll ich tun, da mir mein Herr die Verwaltung wegnehmen wird? Zum Graben bin ich nicht stark genug, zu betteln schäme ich mich. Ah, ich weiß, was ich tun werde, damit mich die Leute, wenn ich der Verwaltung enthoben bin, in ihre Häuser aufnehmen.’ Und er rief jeden der Schuldner seines Herrn zu sich und sagte dann zum ersten: "Wie viel schuldest du meinem Herrn?" Er sagte: "Hundert Bath (Maß) Olivenöl." Er sprach zu ihm: "Nimm deinen schriftlichen Vertrag zurück, und setze dich und schreibe schnell fünfzig." Darauf sagte er zu einem anderen: "Du nun, wie viel schuldest du?" Er sagte: "Hundert Kor Weizen." Er sprach zu ihm: "Nimm deinen schriftlichen Vertrag zurück und schreibe achtzig." Und sein Herr lobte den Verwalter, weil er, obwohl ungerecht, mit praktischer Weisheit gehandelt hatte ; denn die Söhne dieses Systems der Dinge sind ihrer eigenen Generation gegenüber in praktischer Hinsicht weiser als die Söhne des Lichts.

Auch ich sage euch: "Macht euch Freunde mit dem ungerechten Reichtum, damit, wenn dieser versagt, sie euch in die ewigen Wohnstätten aufnehmen . . ."

Matthäus 6:24

"Ihr könnt nicht Sklaven Gottes und des Reichtums sein."

Markus 10:25-27 (Matthäus 19:24, Lukas 18:25)

Als Auslegungshilfe könnte hier  die folgende Unternehmerweisheit dienen: Wer arbeitet wie ein Pferd, abends müde ist wie ein Hund, der sollte zum Tierarzt gehen. Es könnte sein, dass er ein Kamel ist.

"Es ist leichter für ein Kamel, durch ein Nadelöhr hindurchzugehen, als für einen Reichen in das Königreich Gottes einzugehen." Da wurden sie über die Maßen betroffen und sprachen zu ihm: "Wer kann denn tatsächlich gerettet werden?" Jesus blickte sie direkt an und sagte: "Bei Menschen ist es unmöglich, nicht aber bei Gott, denn bei Gott sind alle Dinge möglich."

Ein Gesetz, das auch heute noch von der Damenwelt beachtet wird, und das Jesus allen empfohlen hat (Matthäus 6:16-18), ist das Fasten. Er selbst soll 40 Tage gefastet haben (Matthäus 4:1- 11, Markus 1:12-13, Lukas 4:1-13). 

Die Stelle in Matthäus 4:8 wird gewöhnlich so interpretiert, dass hier Satan Jesus auf jenem hohen Berg geistige Reiche versprochen hat. Satan wird aber an anderer Stelle als Fürst dieser Welt beschrieben (Johannes 12:31) und er kann nur das versprechen, was er hat, nämlich diese Welt. Und um jemand ein geistiges Reich zu zeigen, braucht man ihn nicht in der Wüste auf einen hohen Berg zu führen.

Hier in der Wildnis hat sich auch jene denkwürdige Geschichte ereignet, wo ihn der Teufel auf einen hohen Berg geführt hat und ihm alle Königreiche der Welt gezeigt hat (Matthäus 4:8, Lukas 4:5). Der schlaue Teufel muss wohl einen Fernsehapparat aufgestellt haben. Zeugen für diese Fata-Morgana gab allerdings nicht.

Sehen wir nun, wie vorbildlich Jesus gefastet hat.

Matthäus 9:14-15 (Markus 2:18-20, Lukas 5:33-35)

Dann kamen die Jünger des Johannes zu ihm und fragten: "Warum pflegen wir und die Pharisäer zu fasten, deine Jünger aber fasten nicht?" Darauf sagte Jesus zu ihnen: "Die Freunde des Bräutigams haben doch nicht etwa Grund zu trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen weggenommen sein wird, und dann werden sie fasten."

Seine Jünger haben übrigens später tatsächlich einige Zeit gefastet. In der Zeit des Claudius gab es nämlich eine Hungersnot (Apostelgeschichte 11:27-30) und Sprüche wie "spare in der Zeit, dann hast du in der Not" waren damals noch nicht so populär.

Jesus hatte ihnen ja geraten:

Matthäus 6:19

Hört auf, euch Schätze auf der Erde aufzuhäufen, wo Motte und Rost sie verzehren und wo Diebe einbrechen und stehlen. Häuft euch vielmehr Schätze im Himmel auf, wo weder Motte noch Rost sie verzehren und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen.

 

Mit allen Wassern gewaschen

Eine Satire zum Thema Taufe. Ein sachlicher Artikel zum Thema Taufe steht unter dem Link Religionskritik --> Kritische Anmerkungen zur Taufe.

Wie es die Überschrift schon andeutet, kommen wir nun zu einem feucht-fröhlichen Thema. Um aber die Angelegenheit nicht allzu sehr zu verwässern, müssen wir uns an das Wort Gottes, die Bibel halten. Nach Markus beginnt Jesus seine Karriere mit der Wassertaufe des Johannes.

Der Himmel öffnete sich . . . Nach dem israelitischen Weltbild war der Himmel ein Gewölbe über dem sich Wasser befand (1. Mose 1,7). Das heißt also, wenn der Himmel sich öffnete, dann regnete es. Aus dieser Sicht ist auch die Stimme Gottes zu deuten, die hier erschallte. Dies steht zwar hier nicht explizit, ist aber an anderer Stelle nachzulesen. (Mehr . . .)

Johannes 12,29

Die Volksmenge nun, die dastand und zuhörte, sagte, es habe gedonnert; andere sagten: Ein Engel hat mit ihm geredet.

Markus 1,9-11 (Johannes 1,29-34; Matthäus 3,13-17; Lukas 3,21f)

In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, daß der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.

Der Geist flog also wie eine Taube auf Jesus und wir wissen nun woher der Ausspruch kommt: Der Mann hat einen Vogel.

Johannes verkaufte seine Taufe als Reinigungsbad für die begangenen Sünden (Markus 1,4). Man spült die bösen Geistlichen, ich meine die bösen Gedanken einfach weg.  - Hatte Jesus da eine Leiche im Keller? Der konnte doch kein Wässerchen trüben. Aber wer weiß - stille Wasser sind tief.  - Nein still war er nicht! Jesus war kein Leisetreter, wie wir bereits oben gesehen haben. Und er sollte doch erst zur Leiche werden.  - Genau! Und deshalb wird er dann noch mal getauft.

Markus 10,39 (Lukas 12,50)

Sie antworteten: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde.

Und Johannes weiß natürlich auch wie der Messias die Menschen taufen wird.

Matthäus 3,11

Ich taufe euch nur mit Wasser (zum Zeichen) der Umkehr. Der aber, der nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe auszuziehen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.

Markus 9:49

Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden.

Vorerst lässt er allerdings seine Jünger mit Wasser üben.

Johannes 4,1-3
Jesus erfuhr, daß die Pharisäer gehört hatten, er gewinne und taufe mehr Jünger als Johannes allerdings taufte nicht Jesus selbst, sondern seine Jünger - daraufhin verließ er Judäa und ging wieder nach Galiläa.

Erst kurz vor seinem Tod klärt er die Jünger  auf, dass sie erst mit der Fußwaschung einen Anteil an seinem Reich haben, aber nur dann, wenn sie auserwählt sind.

Johannes 13, 3 - 17

Jesus, der wußte, daß ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und daß er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goß er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen? Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen. Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt.

Nochmal: Jesus hat sich ausgezogen, dann mit einem Lendenschurz bekleidet, mit dem er dann den Jüngern die Füße abgerieben hat. Das soll der Papst erst mal nachmachen!!!

Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle. Er wußte nämlich, wer ihn verraten würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein. Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Ihr sagt zu mir Meister und Herr, und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müßt auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe. Amen, amen, ich sage euch: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr, und der Abgesandte ist nicht größer als der, der ihn gesandt hat. (Mt 10,24; Lk 6,40) Selig seid ihr, wenn ihr das wißt und danach handelt.  Ich sage das nicht von euch allen. Ich weiß wohl, welche ich erwählt habe, aber das Schriftwort muß sich erfüllen: Einer, der mein Brot aß, hat mich hintergangen.

Anmerkung:

Im Allgemeinen wird die Fußwaschung als Demutsgeste von Jesus gedeutet. Gegen diese Deutung spricht der Text des Johannesevangeliums. Da sagt Jesus nämlich: Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müßt auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.Amen, amen, ich sage euch: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr, und der Abgesandte ist nicht größer als der, der ihn gesandt hat. (Mt 10,24; Lk 6,40)  -  Damit ist klar, dass er sich selbst als den Abgesandten Gottes sieht und mit dieser Tat etwas weitergeben will.

Den Zweck seiner Handlung erklärt er so: "Wenn ich dich nicht wasche, hast Du keinen Anteil an mir . . ."

Diese Worte von Jesus und dass Jesus ein Tuch verwendet, das um er um die Genitalien gewickelt hat, legen den Schluss nahe, dass Jesus die Jünger mit einem Samenerguss (einem Anteil von ihm) abgerieben hat. Die Jünger sollten so zu seinem Samen werden.

Das war nicht so ungewöhnlich, wie dies aus heutiger Sicht erscheint. Im alten Israel war es durchaus üblich jemand bei seinen Genitalien schwören zu lassen.

1. Mose 24:9

Darauf legte der Diener seine Hand unter die Hüfte Abrahams, seines Herrn, und schwor ihm hinsichtlich dieser Sache (Schwur auf die Nachkommen).

Das männliche Sperma galt als Quelle des Lebens, das nur von der Frau ausgebrütet wurde. Gemäß den Evangelien verkörpert Jesus das Leben (Joh 14,6 Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.)

Die Fußwaschung ist eine Besonderheit des Johannesevangeliums (Johannes 13,3-17). Sie ist ein Initiationsritus, der im Unterschied zur Taufe nicht mit der Sündenvergebung gekoppelt ist, sondern der Gläubige erhält nach einer Reinigung (Sündenvergebung) einen Anteil am Leben Christi. Mit dem Leib Christi ist heute die Kirche gemeint. Da sich Jesus aber nur als Messias und nicht als Begründer einer neuen Glaubensrichtung gesehen hat, gibt es Zweifel an der Echtheit dieser  Überlieferung. Andererseits hatte Jesus Verehrer, die ihn begleitet haben. Diese Verehrer hat er durch Versprechen an sich gebunden. So verspricht er in Matthäus 19,28 seinen 12 Jüngern, dass sie im Himmel neben seinem Thron sitzen werden und die 12 Stämme Israels richten werden.

Viel zu spät haben die Jünger erkannt, dass sie bisher auf die falsche Art und Weise getauft haben. Aber zum Glück kann man das ja jederzeit nachholen wie Paulus weiß. Sogar Tote kann man taufen lassen.

1. Korinther 15,29

Wie kämen sonst einige dazu, sich für die Toten taufen zu lassen? Wenn Tote gar nicht auferweckt werden, warum läßt man sich dann taufen für sie?

Anfangs wurden mit dem neuen Glauben mehr Erwartungen geweckt, als man erfüllen konnte. Es wurde ja schließlich verkündet:

Matthäus 28:18

... "Mir (Jesus) ist alle Gewalt im Himmel und auf der Erde gegeben worden." (Mehr siehe Jesus Teil 7)

Und Paulus weiß auch, daß wir durch die Taufe alle zu aufgeweckten und leistungsfähigen Mitbürgern dieser Gesellschaft werden.

Kollosser 2,12

Mit Christus wurdet ihr in der Taufe begraben, mit ihm auch auferweckt, durch den Glauben an die Kraft Gottes, der ihn von den Toten auferweckt hat.

Und nach Petrus sparen sich die Getauften sogar die Bestattungskosten.

1. Petrus. 1, 23

Ihr seid neu geboren worden, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen: aus Gottes Wort, das lebt und das bleibt.

Und wer den richtigen Glauben hat, der hört auch schon die Englein pfeifen.

Hebräer 12, 22 - 24

Ihr seid vielmehr zum Berg Zion hingetreten, zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, zu Tausenden von Engeln, zu einer festlichen Versammlung (Galater 4,26) und zur Gemeinschaft der Erstgeborenen, die im Himmel verzeichnet sind; zu Gott, dem Richter aller, zu den Geistern der schon vollendeten Gerechten, zum Mittler eines neuen Bundes, Jesus, und zum Blut der Besprengung, das mächtiger ruft als das Blut Abels.

"Nachtigall ich hör Dir trapsen", sagt der Berliner dazu.

Die Mormonen (Kirche Jesu Christi der (selbsternannten) Heiligen der letzten Tage) haben die Marktlücke Totentaufe erkannt und sammeln Namen. Millionen von Namen sind in ihren Datenbanken gespeichert. . Aber Vorsicht! Die nachträgliche Taufe bei den Mormonen hat einen gewaltigen Pferdefuß. Wenn nämlich das mit der Nachtaufe klappt und der Getaufte damit einverstanden ist, dann ist er Mitglied bei den Mormonen und da heißt es nicht wie bei den Zeugen Jehovas "Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben (Matthäus 10,8)", nein - die erwarten von einem, dass man sich dankbar erweist - mit 10% vom Nettogehalt. Das ist der Vereinsbeitrag. Ganz schön happig. Da klingt einem nicht nur das Halleluja in den Ohren, sondern da hört man zusätzlich noch den Geldbeutel pfeifen, wenn ihm die Luft ausgeht. Die Mormonen verstehen sich hier als Wohltäter der Menschheit. Nach Ihrem Glauben haben sie dem bei anderen christlichen Kirchen mangelhaft Getauften eine zweite Chance eröffnet. Und wenn man dann kein Geld mehr hat, dann geht es einem so wie den katholischen Ordensleuten. Da wagt es kaum einer aufzumucken, die singen alle: "Lobet den Herrn".

Es ist ein albern Schaf, das dem Wolf beichtet.

australisches Sprichwort

Die katholische Kirche kennt zusätzlich zur Taufe noch die Beichte. Nicht einmal mein Computer weiß, auf welche Bibelstelle sie sich dabei bezieht. Die Idee ist wohl, dass man für das Lamm Gottes schon mal vorab die Sünden sammelt, damit Jesus nicht so lange im Buch des Lebens (Offenbarung 20,12) die pikanten Stellen herauspicken muss. Damals in Jerusalem muss das ja eine Wahnsinnsarbeit gewesen sein, wie er als Lamm Gottes die Sünden der Welt in seinen Rücksack gepackt hat und wie ihn damals der Pilatus angeblich in die Wüste schicken wollte, aber der Hohe Rat darauf bestanden hat, dass Blut fließen muss. Diese beiden Varianten der Sündenvergebung kannte schon Moses:

3. Mose 16:7-10

Und er soll die zwei Böcke nehmen und sie vor Jahwe an den Eingang des Zeltes der Zusammenkunft stellen. Und Aaron soll über die zwei Böcke Lose ziehen, das eine Los für Jahwe und das andere Los für Asasel (einen Wüstengott, lt. Brockhaus, siehe auch in Wikipedia Stichwort Azazel). Und Aaron soll den Bock über dem das Los für Jahwe heraufkam, darbringen, und er soll ihn zu einem Sündopfer machen. Der Bock aber, über den das Los für Asasel heraufkam, sollte lebend vor Jahwe gestellt werden, damit man für ihn Sühne leiste, um ihn dann für Asasel in die Wildnis weg zu senden.

Diesem Bock wurden in einer Zeremonie die Sünden der Söhne Israels aufgeladen, dann sollte er die Sünden in ein wüstes Land tragen (3. Mose 16:20-26).

Es ist uns nicht überliefert wie die Israeliten ihre Sünden auf den Bock gepackt haben. Vielleicht haben sie sich mit der Hand ihren Sündenschweiß von der Stirn gewischt oder sieben Mal auf den Bock gespuckt. Bei Schauspielern ist es ja heute noch Brauch sich gegenseitig dreimal über die linke Schulter zu spucken. Aber nur wer sich nicht dafür bedankt, hat dem Versprecherteufelchen richtig in die Suppe gespuckt.

Aber noch mal zur Taufe. Leider hat sich die Fußtaufe trotz der alljährlichen Werbeveranstaltung des Papstes nie ganz durchgesetzt, obwohl man sogar in einem Volkslied dafür geworben hat:

Zeigt her Eure Füßchen, zeigt her Eure Schuh

und sehet den lustigen Waschfrauen zu.

So heißt es da. - Die Frauen haben da leider nicht so gerne mitgesungen. Manche meinten sogar, dass wohl einige Machos schon in ihrer frühesten Jugend einen Wasserschaden abbekommen haben. Vielleicht ist deshalb der Schlager und damit die Fußtaufe nicht der ganz große Renner geworden.
 

 

Wahre Christen sterben nicht!

Die Evangelisten, aber auch die Apostel glaubten anfangs, dass mit der Taufe alle Sünden (auch die Erbsünde) vergeben sind. Da die Erbsünde aber die Ursache des Todes ist, glaubten sie mit der Vergebung der Erbsünde ihre Unsterblichkeit erlangt zu haben.

Schließlich heißt es ja in

Matthäus 28:18
... "Mir (Jesus) ist alle Gewalt im Himmel und auf der Erde gegeben worden."

Zu verstehen ist dies aus der Naherwartung in der die Gemeinden standen. Man erwartete den baldigen Untergang der alten Weltordnung und die Errichtung der Gottesherrschaft durch den Messias, eben jenen Jesus.

Erst später spricht Paulus von einem geistigen Leib der auferstehen wird (1 Korinther 15:45-47) und Petrus vertröstet die Gläubigen mit der Erklärung, dass bei Gott ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag sind (2. Petrus 3,8).

Für die schlechten Zeiten, die seine Jünger erwarteten, hat Jesus ihnen immerhin eine Hoffnung gegeben.

Lukas 9:27 (Johannes 6:48-51)

"Ich sage euch aber der Wahrheit gemäß: Einige von denen, die hier stehen, werden den Tod überhaupt nicht schmecken, bis sie zuerst das Königreich Gottes sehen."

Das hört sich an, wie der bekannte Spruch: Rom sehen und sterben. Aber Nein! Johannes sagt doch in

Johannes 8:51

Amen, amen, ich sage euch: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen.

Und Paulus bestätigt dies

Apostelgeschichte 13:35

Du wirst nicht zulassen, dass dein Loyalgesinnter die Verwesung sieht (vergleiche Psalm 16:10).

Und der Tag des Gerichts ist ohnehin schon nahe, denn Jesus sagt in

Matthäus 10:23

Wenn man euch in der einen Stadt verfolgt, so flieht in eine andere. Amen, ich sage euch: Ihr werdet nicht zu Ende kommen mit den Städten Israels, bis der Menschensohn kommt.

Markus 13:24-30 (Lukas 21:26)

Aber in jenen Tagen, nach der großen Not, wird sich die Sonne verfinstern, und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen sehen. Und er wird die Engel aussenden und die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels. Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, wißt ihr, daß der Sommer nahe ist. Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr (all) das geschehen seht, daß das Ende vor der Tür steht. Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft.

Ein Weltuntergang, den die Geschichtsschreibung offenbar versäumt hat zu erwähnen.

Was dann tatsächlich geschah, ist unser nächstes Thema.


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